Gedanken zum Jahresabschluss

Kommen wir zum obligatorischen Jahresabschlussartikel. Da ich es bisher meistens geschafft hatte und in der glücklichen Position war, mir zwischen den Jahresendfeiertagen Urlaub nehmen zu können, kommen mir diese Tage immer ein bisschen wie ein Limbo vor. Tage, die vor sich hin existieren, damit das alte Jahr in Ruhe abgeschlossen werden kann und das Neue vorbereitet wird. Ich lasse mich nicht durch Familientreffen oder dergleichen stressen, sondern genieße es, die ein oder anderen wichtigen Menschen in meinem Leben zu sehen. Es können ein paar Dinge erledigt werden und wie immer mache ich mir Gedanken, wie ich Silvester verbringen möchte.

Üblicherweise schaue ich Filme, bewundere um Mitternacht das Feuerwerk vom Balkon aus und gehe dann ins Bett. Ich brauche keine große Feier zum Jahreswechsel, primär deswegen, weil ich das neue Jahr gerne erholt und frisch starten möchte und nicht verkatert und bis in den Nachmittag hinein schlafend. Beides Konzepte, die sich mir noch nie ganz erschlossen.

Dieses Jahr allerdings freue ich mich, Silvester mit guten Freunden verbringen zu können und dafür nach Stuttgart bzw. Tübingen zu fahren. Zu Silvester war ich schon lange nicht mehr größer unterwegs. Das letzte Mal war vor über 10 Jahren, da habe ich etwa 10 Tage mit zwei guten Arbeitskolleg*innen in London verbracht, was eine herrliche und abwechslungsreiche Reise war. Wir haben uns viel angeschaut, sind sogar bis nach Stonehenge gekommen und sind viel in der Stadt herumspaziert.

Aber zurück zum Jahresrückblick: Das Jahr 2023 hatte es ganz schön in sich. Zum einen natürlich, wenn man das große Ganze betrachtet, geopolitisch gesehen, worauf ich allerdings nicht weiter eingehen möchte – dafür gibt es Tages- und Wochenzeitungen mit herausragenden Journalist*innen, die das besser einordnen können.

Zum anderen war es persönlich ein anstrengendes und herausforderndes Jahr, das mich aber umso stärker gemacht hat. Vor allem das erste Halbjahr war mit so einigen inneren Kämpfen gezeichnet. Außerdem habe ich einen Job gekündigt und einen neuen angefangen. Das war für mich eine hervorragende Entscheidung, auch wenn mir natürlich die alten Kolleg*innen fehlen, aber manchmal muss man Entscheidungen treffen, die nicht nur gute Seiten haben. Solange aber das Positive überwiegt und es einen selbst weiter bringt, ist es oft notwendig, in diesen Situationen über den eigenen Schatten zu springen. Ich bin sehr froh und dankbar, diesen Schritt gewagt zu haben.

Zudem habe ich diverse Bücher gefunden, über die ich schon des Öfteren geschrieben habe, die einen sehr positiven Effekt auf mein Leben hatten. Oder aber auch Bücher, die meinen Horizont erweiterten. Sei es Pageboy von Elliot Page, storyworthy von Matthew Dicks, Machen Sie doch, was Sie wollen von Maja Storch, ACE von Angela Chen, In the Lives of Puppets von T.J. Klune, Be Useful von Arnold Schwarzenegger oder viele weitere; die Palette war sehr breit gefächert. Wenn ich mir einen Vorsatz mache, dann möchte ich im nächsten Jahr ebenfalls verschiedenste Bücher zu unterschiedlichsten Themen lesen. Den eigenen Horizont zu erweitern, ist etwas Essenzielles.

Diverse kleinere Reisen waren dieses Jahr ebenfalls drin. Und die kulinarische Exploration von Salzburg hat wieder einmal neue Höhen erreicht. Ich bin immer wieder fasziniert, wie viel sich in Salzburg entdecken und erkunden lässt; es ist einfach eine großartige Stadt, in die ich mich immer wieder neu verliebe. Ich freue mich schon auf ein weiteres Jahr mit neuen, spannenden Restaurants, Führungen und Abenteuern.

Es war trotz allem ein gutes Jahr und ich bin dankbar für alle Erfahrungen und Lektionen, die ich lernen und erleben durfte. Vor allem dankbar für all die großartigen Menschen in meinem Leben, die mich unterstützt und mir geholfen haben. Ich habe mich selbst von einer neuen Seite kennengelernt und erkunde immer wieder andere Aspekte. Man darf sich nicht vor sich selbst verschließen, offen sein für jede Erfahrung, die man mitnehmen kann, und bewusst durch das Leben gehen.

Ich bin bereit für ein weiteres, aufregendes Jahr.