Die eigenen Finanzen im Griff zu haben, ist nicht immer so einfach. Seien es die Werkstattkosten, die plötzlich doch doppelt so hoch sind, da diverse Filter und andere Dinge ausgetauscht werden müssen. Die Abo-Kosten, die man vollkommen vergessen hat. Oder aber auch eine Vorbestellung, die man vor Monaten getätigt hat und plötzlich 100 € von der Kreditkarte abbuchen. Es gibt immer wieder Ausgaben, die zu übersehen sind, die einen überraschen können oder eben plötzlich sehr viel höher ausfallen, als erwartet.
Deshalb habe ich gerne einen Überblick. Nicht nur über die Ausgaben, die ich getätigt habe, sondern auch darüber, was in Zukunft auf mich zukommen wird und kann. Dafür ist es notwendig, ein Budget aufzustellen und jedem Euro, den man einnimmt, einen Job zu geben. Denn alle erfüllen eine gewisse Aufgabe und ihnen diese zuzuweisen, kann sehr beruhigend sein, da man weiß, man ist auf fast alle Eventualitäten vorbereitet.
Ich persönlich verwende dafür die App YNAB (You Need A Budget). Seit Jahren begleitet mich die App schon und ich würde sie nicht mehr hergeben wollen. Allein dieses beruhigende Gefühl, dass ich nicht nur meine Ausgaben von heute eintragen und dadurch einen Überblick bekomme, wie viel ich für Lebensmittel, Versicherungen, Kredit und Wohnungskosten jeden Monat brauche, sondern ebenso gut planen kann, machen die Abo-Kosten allemal wett. Mit YNAB bin ich auch auf den nächsten Werkstatttermin vorbereitet und es kann mich kein Abo und keine Vorbestellung mehr überraschen, da ich alles immer gleich eintrage und wenn es regelmäßige Ausgaben sind, richtige ich eine Wiederholung und eine Kategorie ein.
In YNAB arbeitet man mit verschiedenen Kategorien und Gruppen. Ich habe zum Beispiel eine Gruppe für meine alltäglichen Ausgaben wie das Tanken des Autos, Lebensmittel und Pflegeartikel. Außerdem habe ich Gruppen für Abonnements, Wohnungskosten und Versicherungen, Sparziele und ein paar mehr. Unter jeder Gruppe legt man dann entsprechende Kategorien an. Für jedes Abo, das ich habe, legte ich mir eine eigene Kategorie an. So kann ich, auch wenn ein Abo nur einmal im Jahr fällig ist, wie eben YNAB, jeden Monat ein paar Euro der Kategorie zuweisen und in einem Jahr habe ich die Summe beisammen.
Genau das ist das Prinzip hinter „jeder Euro hat einen Job“. Egal, ob es die Ausgaben für diesen Monat sind oder welche, die erst nächstes Jahr fällig sind, man weist jeder Kategorie etwas zu, sodass man vorbereitet ist. So weiß ich beispielsweise auch, ob ich mir spontan das Buch kaufen oder den Film ausleihen oder dieses Abo zusätzlich abschließen kann. Ein Blick auf das Budget und es wird klar, ob und wie viel diesen Monat noch übrig bleibt und was ich ausgeben kann.
Natürlich funktioniert das nicht immer zu hundert Prozent, man ist schließlich nur ein Mensch und manchmal obsiegt der Wille, etwas haben zu wollen, über das Budget. Doch über die Jahre bin ich immer besser darin geworden, zuerst YNAB zu konsultieren und dann entsprechend zu handeln. Und es muss ja nicht immer alles gleich und sofort sein. Im Zweifel erstelle ich ein Sparziel in Form einer neuen Kategorie, lege jeden Monat etwas auf die Seite und wenn die entsprechende Summe beisammen ist, kaufe ich es mir. Manchmal ist es auch so, dass es nur ein impulsiver Moment war, und einen Tag oder ein paar Wochen später schon wieder ganz anders aussieht und man es doch nicht braucht oder haben möchte. Und genau das bietet YNAB ebenfalls, Zeit, sich kurz darüber Gedanken zu machen, ob der Kauf nicht nur möglich, sondern eben notwendig ist.
Im Englischen gibt es den schönen Begriff des peace of mind, des Seelenfrieden, wenn man so will – genau das bringt mir YNAB und das damit eingerichtete Budget. Und darüber die Kontrolle über die eigenen Finanzen zu haben und einen guten Überblick, ist einfach fantastisch. YNAB bietet einen 31-Tage-Testzeitraum an und ich kann nur wärmsten empfehlen, das Angebot wahrzunehmen. Für mich funktioniert es ausgesprochen gut und ich möchte wirklich nicht mehr ohne diese App auskommen wollen.