Letztens habe ich in einem Podcast eine interessante, kleine Diskussion über Selbstwahrnehmung gehört. Leider bin ich mir nicht mehr ganz sicher, welcher Podcast es war – wahrscheinlich aber WRINT von Holger Klein. Darin ging es speziell darum, wie man sich selbst sieht, buchstäblich.
Denn wir sehen uns selbst nur in gewissen Situationen, über den Tag verteilt, so denn man eben einen Spiegel antrifft. Sei es im Bad, beim Händewaschen, vorm Kleiderschrank oder in Kleidungsgeschäften. Vielleicht auch wenn wir Selfies machen, eine Kunst, die sich mir noch nie so richtig erschlossen hat, außer im Urlaub mit Freunden. In diesen Fotos sieht man sich meist spiegelverkehrt und wenn wir das Foto spiegeln, erkennt man sich selbst kaum wieder. Es sieht etwas fremd aus – zumindest geht es mir so.
In der Diskussion ging es weiter darum, dass wir uns meistens nur in den oben beschriebenen Situationen sehen und auch immer nur für kurze Zeit. Da ist dann die Beleuchtung vielleicht nicht immer ideal, jedoch basiert die Wahrnehmung von uns selbst darauf. Dabei ist das ja nur ein kleiner Auszug.
Die anderen Menschen dagegen, die uns alltäglich begegnen (Familie, Freunde, Arbeitskolleg*innen) sehen uns ständig. Egal in welchen Situationen, unter welchem Licht auch immer. Sie haben ein kompletteres Bild, wenn man so will, als wir selbst – ein voll umfänglicheres Bild.
Seitdem kommt mir das gelegentlich in den Sinn. Deshalb wollte ich diesen kleinen Gedankenanstoß teilen. Es ist etwas Offensichtliches, über das man aber meistens nicht nachdenkt, bis jemand einen darauf hinweist – dann kann man es nicht mehr nicht sehen.