Die Sache mit den E-Mails

Seit wann gibt es E-Mails? Wenn wir aufrunden, liegen wir mit 50 Jahren sicherlich nicht allzu weit daneben. Trotzdem muss ich immer wieder überrascht feststellen, dass es eigentlich noch immer ein ungelöstes Problem ist. Nicht unbedingt, was wir damit verschicken, aber wo wir unsere eigene E-Mail-Adresse herbekommen.

Die Frage nach dem „was“ ist ganz einfach beantwortet: alles. Und es ist ja grundsätzlich eine kommode Lösung, die E-Mail als glorifizierte Eier legende Wollmilchsau zu verwenden. Seien es Newsletter jeglicher Art, Anhänge, die in die Gigabyte gehen, Einladungen, Viren, Anfragen von ganz seriösen Prinzen, mit zu viel Geld, alltägliche Kommunikation, als Verifikationswerkzeuge – schlicht, einfach alles wird oder kann per E-Mail abgewickelt werden. Grundsätzlich bin ich dem nicht negativ gegenüber eingestellt. Es ist eine praktische Erfindung.

Umso mehr wundert es mich, dass es keine „offiziellen“ Lösungen dafür gibt. Wie auch immer diese aussehen würden. Entweder man muss sich selbst damit beschäftigen, irgendwelche Server und Rechner bei sich aufzustellen, um E-Mails verwalten zu können – ein eher schwieriges Unterfangen. Man kann sich natürlich entsprechenden „Space“ mieten, wie ich es bei Hostinger mache, worüber diese Webseite läuft. Mit den meisten solchen Verträgen sind E-Mail-Adressen dabei. Aber ist das nachhaltig? Was passiert, wenn ich die Webseite eines Tages nicht mehr haben sollte oder auf einen anderen Webspace umziehe?

Eine weitere und die am meisten genutzte Möglichkeit, vermute ich zumindest, ist, sich Firmen zuzuwenden, die (gratis) E-Mail-Adressen mit etwas Speicherplatz zur Verfügung stellen. Es handelt sich natürlich mehrheitlich um amerikanische Unternehmen und gratis sind sie auch nicht, da man mit den eigenen Daten bezahlt. Hier ist es genauso wie mit E-Mails allgemein: keine per se schlechte Lösung, da es viel Arbeit und Beschäftigung mit dem Thema erspart. Es funktioniert einfach. Und es ist vielleicht die langlebigste Lösung, denn es wird sicherlich noch etwas dauern, bis Google, Microsoft oder Apple nicht mehr existieren. Wobei man anhand von Nokia und Blackberry gesehen hat, dass es schnell gehen kann.

Ich selbst habe mehrere E-Mail-Adressen. Von Google, über Apple, bis zu Yahoo (ja, wirklich), besitze ich so manche Adressen, aber eine davon ist eben doch die mit Abstand am meisten genutzte. Vielleicht ist genau das der Fehler. Vielleicht sollte man sich breit aufstellen und bei unterschiedlichsten Angeboten, die eine E-Mail-Adresse erfordern (also die meisten Apps, Webseiten und Services) immer wieder eine andere angeben. So kann man, wenn man einmal gezwungen ist, eine E-Mail-Adresse aufzugeben, schneller wechseln.

Wie vorhin erwähnt bin ich hier selbst absolut kein Vorbild, aber nur mal eine Idee. Mit Apps und Programmen, beispielsweise Spark (mein E-Mail-Programm der Wahl) kann man dann auch diese unterschiedlichen Adressen gut verwalten und in einen Posteingang zusammenführen. Das Problem ist meistens, dass man gar nicht mehr weiß, wo man überall die Adresse(n) angegeben hat. Aber dafür gibt es ja dann wiederum Passwort-Manager, die wahrscheinlich das meiste abdecken sollten.

Ein letzter Vorteil von den großen Anbietern, der mir noch einfällt und der es eigentlich schon fast wieder wert ist, mit den eigenen Daten bezahlt zu werden, sind die Spamfilter. Es ist immer wieder unfassbar, welche Menge an Müll versendet wird. Wie viel Speicher diese verbrauchen, aber vor allem wie viel Zeit sie uns nehmen. Zeit, die man damit verschwendet, doch mal nachzusehen, ob nicht etwas aus Versehen im Filter hängen geblieben ist, oder sich von unfreiwilligen Newslettern abzumelden oder eine neue Regel festzulegen und so weiter.

Eine richtige Antwort gibt es wahrscheinlich nicht auf diese Fragen oder dieses Problem. Aber bisweilen mache ich mir doch Gedanken darüber, wie man es besser machen könnte.