Von Büchern und wüsten Planeten

Der Februar war erneut ein Lese-intensiver Monat. Es macht sich bezahlt, anstatt abends Filme und Serien zu schauen, ein Buch aufzuschlagen und darin ein bis zwei Stunden zu lesen. Oder sich an einem verregneten Wochenende in den Wintergarten zu setzen und sich dort mit Kaffee, Kuchen und einem guten Buch die Zeit zu vertreiben.

Wobei das, wie Philipp Seidel in einer Folge des Podcasts Sprechkabine einmal gesagt hat, eine interessante Beschreibung ist: ein gutes Buch lesen. Als würden sich manche zum Ziel setzen, mal wieder ein richtig beschissenes Buch zu lesen. Aber das sind solch interessante sprachliche Verwirrungen, die man mit der Zeit einfach hinnimmt, ohne sie weiter zu hinterfragen. Natürlich sollte jedes Buch, das man sich aus der Unmenge an angebotenem Material heraussucht, ein gutes sein.

Dabei ist die Zuschreibung »gut« natürlich etwas sehr Subjektives. Was die Aussage, »ich will ein gutes Buch lesen«, noch mehr ad absurdum führt. Wie dem auch sei, meine sechs Bücher, die ich im Februar las, haben mich alle durchweg begeistert. Wie ich jetzt allerdings feststellen muss, war kein einziges Warhammer-Buch dabei. Ein Versäumnis, das ich im März auf jeden Fall nachholen möchte. Die Welt von Dune hat mich die letzten eineinhalb bis zwei Wochen des Monats zu sehr in den Bann gezogen, als dass ich mich mit einem anderen Universum hätte beschäftigen wollen.

Hier die Liste der Bücher und falls ich bereits über diese geschrieben habe, sind die entsprechenden Texte daneben verlinkt:

  1. Hermann Hesse: Peter Camenzind (Stadt, Land, Fluß)
  2. Peter Falk: Just One More thing (Der Blick zurück)
  3. Justina Ireland: Star Wars DHR: Die Bewährungsprobe (Altersgerechte Publikationen)
  4. Claudia Gray: Star Wars DHR: In die Dunkelheit (Falsches Foreshadowing)
  5. Frank Herbert: Dune – Der Wüstenplanet (Nachvollziehbare Charakterentwicklung)
  6. Frank Herbert: Der Herr des Wüstenplaneten

Das zweite Buch von Frank Herberts Dune-Epos hat mich tatsächlich mehr gefordert als der erste Teil. Und zwar in dem Sinne, dass es ein anstrengenderes Buch zum Lesen war. Der Bruch im Stil macht sich deutlich bemerkbar und ich bin in keinen richtigen Lesefluss hinein gekommen. Das erste war zwar ebenfalls komplex und in seiner Tiefe schier grenzenlos, dem zweiten fehlt aber vielleicht in gewisser Hinsicht der rote Faden. Ich mochte die darin erzählte Geschichte sehr gerne. Jedoch machen es die vielen Ansichten der Protagonist*innen, die Planen und ihre eigenen Ziele verfolgen, insgesamt etwas schwierig, sich mit jemandem zu identifizieren – eine Bezugsperson fehlt.

Ich bin gespannt, wie das dritte Buch sich weiterentwickelt und ob es von der erzählerischen Struktur her vielleicht wieder mehr in Richtung des ersten Buches geht. Der Herr des Wüstenplaneten ist zudem ein sehr kompaktes, dicht gepacktes Buch. Die Kinder des Wüstenplaneten (also Teil 3) scheint sich allein von der Länge des Buches her bemessen, etwas mehr Zeit zu lassen, aber da lasse ich mich überraschen.

Erst einmal stehen zwei Bücher an, die schon eine Weile auf meinem Kindle warten, gelesen zu werden. Außerdem brauche ich mal wieder queere Hauptcharaktere in einer Geschichte. So modern sich die neuen Star Wars Bücher anfühlen, so sehr fehlt ihnen eine LGBTQIA+-Person als echte Protagonist*in. Daher habe ich mir schon vor einer Weile die beiden Bücher Boyfriend Material und Husband Material in einem Sale gegönnt. Zudem will ich zur Abwechslung mal wieder etwas Bodenständigeres, da die letzten Wochen doch sehr Science-Fiction-lastig waren.

Vor dem nächsten Teil der Horus Heresy (Thousand Sons) schrecke ich noch etwas zurück, da das ebenfalls wieder so ein ausufernder Schmöker zu sein scheint, der die Hälfte eines Sammelbandes einnimmt. Aber es liegen ja noch genug Bücher in der Wohnung herum, die über die Jahre ein Zuhause hier gefunden haben, allerdings nie gelesen wurden. An interessantem Lesestoff fehlt es also auf keinen Fall.