Faszination Horror

Ich habe in meiner Kindheit gerne Stephen King Bücher gelesen (und lese sie weiterhin gerne), genauso wie andere gruselige Literatur. Bisweilen zieht es mich auch zu Thrillern hin, wie The Invisible Man (Der Unsichtbare), und ich hatte vor Jahren einmal eine Phase, in der ich mir die Saw-Teile gerne ansah. Das ist jedoch eine Reihe und ein spezifisches Film-Genre, das ich heute gerne vermeide. Als klassischen Horror-Fan habe ich mich allerdings nie gesehen.

Das scheint sich jetzt zu ändern. Zumindest ein wenig, denn über die vergangenen Monate wird mir immer mehr bewusst, dass ich dem Genre nicht abgeneigt bin. Besonders Horror-Spiele haben es mir angetan. Dabei sind mir die subtileren Horror-Spiele, die mit einer (beklemmenden) Atmosphäre arbeiten oder aber auf psychologischen Horror setzen, lieber als diejenigen, die mit plumpen Jump-Scares arbeiten. Natürlich können diese eine interessante Rolle innerhalb eines Spiels einnehmen, aber sie sollten nicht das Zentrum darstellen.

Dazu muss ich allerdings sagen, dass ich diese nicht selbst spiele, sondern mich auf gut gemachte Let’s Plays verlasse – meist natürlich die von TheRadBrad. Ich will diese Spiele nicht allein im dunklen Wohnzimmer durchstehen, aber sie trotzdem erleben. Let’s Plays sind da genau das Richtige. Und ich mag seine Herangehensweise an Playthroughs. Er redet nur in den tatsächlichen Spielsequenzen und hört sofort auf, sobald eine Cut-Szene kommt oder wichtige Dialoge der Charaktere. Ich habe auch schon andere Spieler ausprobiert, aber wenn man Horrorspiele während des Spielens ins Lächerliche zieht oder den Charakteren ständig ins Wort fällt, dann habe ich nichts von der Geschichte an sich.

Immer nur zuschauen ist aber auch fad, manchmal möchte man selbst Hand anlegen. Also habe ich mir, angespornt durch Freund C., und dank des Xbox Game Pass, das Dead Space Remake installiert. Bisher bin ich wirklich begeistert. Eine gute Atmosphäre und nicht zu sehr ins Horror-Genre abdriftend, sondern mit einer guten Portion Shooter-Mechanik bietet es viel Abwechslung. Zwar habe ich die Schwierigkeitsstufe auf »leicht« gestellt, weil ich an einer bestimmten Stelle immer wieder gescheitert bin, bis es mir gereicht hatte, aber das tut der dichten Atmosphäre und dem Setting keinen Abbruch. Vielleicht entwickelt sich Dead Space zu einer Art Einstiegsdroge und ich werde mich öfter selbst an Horror-Spielen versuchen. Wahrscheinlich nicht, aber man weiß ja nie.

Ich kann mir jedoch nicht vorstellen, Spiele wir Amnesia: the bunker, Silent Hill: the short message, Graveyard Shift oder Ähnliche selbst durchzuspielen. Es sieht doch eher stressig aus. Trotzdem haben diese Spiele und das Horror-Genre eine gewisse Anziehung. Ich mag auch die verschiedenen Arten der Umsetzung und wie Entwickler*innen immer wieder neue Wege finden, eine beklemmende Atmosphäre zu erschaffen. Horror/Furcht haben etwas gespenstisch Anziehendes an sich – vorausgesetzt man setzt sich diesem Gefühl freiwillig in Form von Entertainment aus, natürlich.

Seien es Bücher, Filme oder eben Spiele, es gibt die unterschiedlichsten Formen und Umsetzungen im Horror-Genre. Manche gehen eher Richtung Thriller, andere tendieren mehr zu Action, aber eine gelungene Atmosphäre und gut geschriebene Charaktere gehören immer dazu – sind unabdingbar. Meine Leidenschaft für Warhammer 40k würde ich tendenziell ebenfalls diesem Genre oder einer Subkategorie zuweisen.

Erst einmal bin ich aber noch mit Dead Space beschäftigt. Ich mag die kompakte Story und dass es nicht zu lange geht. Laut der fantastischen Website howlongtobeat.com dauert einmal Durchspielen zwischen 12 und 15 Stunden. Das ist ebenfalls eine Kunst, die die verschiedenen Medien verstehen müssen: zu wissen, wann man aufhören sollte.