Der Weg ist das Ziel – Dead Space

Ich hatte letztens bereits davon berichtet, dass mich das Horror-Genre begeistert. Wobei »begeistert« wohl ein etwas zu großzügiges Wort ist – ich bin fasziniert davon. Normalerweise schaue ich eher Let’s Plays von Horror-Spielen, als sie alleine durchzustehen, aber Dead Space wurde mir wärmstens empfohlen und es war im Game Pass auf der Xbox dabei, da musste ich es einfach testen. Nun, da ich damit durch bin, kann ich sagen, dass ich vollends zufrieden bin, es gespielt zu haben.

Es ist ein sehr atmosphärisches Spiel, das aber trotzdem nicht zu sehr in die Horror-Richtung abdriftet, die mich alleine in Schockstarre verfallen lassen würde. Es ist doch noch eine gute Portion Shooter-Mechanik dabei und man kann sich den Aliens brachial zur Wehr setzen. Die Waffen und vor allem der ikonische Anzug lassen sich auf vielfältige Weise weiterentwickeln, sodass man sich auf diejenigen konzentrieren kann, die der eigenen Spielmechanik am besten zusagen. Wobei man bei diversen Abschnitten am besten das gesamte vielfältige Arsenal ausnutzt.

Der Protagonist Isaac und die ganze Story rund um Marker und die Ishimura waren immer wieder interessant zu verfolgen, auch wenn ich mich dabei erwischt habe, dass mir die anderen Charaktere nicht wirklich nahe kommen konnten. Dafür ist man über weite Strecken des Spiels doch zu sehr Einzelkämpfer. Auch die Textlogs habe ich nicht wirklich gelesen, weil es einfach zu viel ist und ich bei einem Spiel nicht stundenlang mit Lesen verbringen will. Das habe ich bereits bei Prince of Persia kritisiert und ist hier ebenfalls wieder der Fall. Es gehört allerdings zu so manchen Spielen dazu. Vielleicht kann man diese online auf diversen Wiki-Seiten nachlesen; spannend wären die Hintergründe mit Sicherheit.

Einziger Wermutstropfen ist das Ende des Spiels. Nach all dem fantastischen Worldbuilding der vergangenen, etwa 11 bis 12 Stunden, war es doch etwas unterwältigend und vorhersehbar, auch wenn ich mich getäuscht hatte, wer hinter der Eingebildeten steckt. Da hätte ich meine Theorie mit Dr. Mercer bevorzugt, aber mehr will ich dann auch schon nicht mehr verraten. Eingeweihte wissen hoffentlich, was ich meine.

Ich bin froh, Dead Space endlich eine Chance gegeben zu haben und es hat sich auf jeden Fall ausgezahlt. Ich werde noch ein New Game+ starten, wenn auch nur kurz, da ich einfach sehen will, wie der Level 6 Anzug von Isaac aussieht. Wahrscheinlich ist er dann einfach in einen kompletten Kupferblock gegossen. Das Design des Spiels ist unfassbar gut. Vom Schutzanzug angefangen, über das Level- und Waffen-Design, hin zu den Charakteren und Aliens – es passt alles perfekt zusammen.

Ich bin gespannt, wie es im zweiten Teil weitergehen wird. Vom Umfang her ist es laut howlongtobeat.com gleichwertig zum Ersten, was mir zusagt. Ich mag Spiele, die sich auf eine Sache konzentrieren, diese kompakt und stimmungsvoll umsetzen und wissen, wann man es zu Ende bringen soll. Ein anderes Spiel, welches ich vor nicht allzu langer Zeit endlich angefangen habe und mich sicherlich einiges an Nerven kosten wird, ist nicht so kompakt: Elden Ring. Aber dazu ein anderes Mal mehr.