Was mich immer wieder nachhaltig beeindruckt, sind Handwerksberufe. Natürlich gibt es Berufsstände wie Menschen, die in der Pflege arbeiten, Kinder betreuen, Lehrer und so weiter, die jeden Tag Anerkennung verdienen und eigentlich zu den erstrebenswertesten Berufen gehören sollten. Menschen, die sich buchstäblich um unsere Zukunft kümmern (wie eben Kinder) oder diejenigen betreuen, die nicht selbst dazu in der Lage sind oder es nicht mehr können. Das führt für heute allerdings zu weit und ist eine komplett eigene Diskussion als diejenige, die ich eigentlich im Kopf hatte, aber gesagt werden muss es trotzdem immer wieder.
Jedenfalls beeindrucken mich Handwerker stets aufs neue. Gerade deshalb, weil aktuell welche im Haus arbeiten und die anstehende PV-Anlage, welche aufs Dach kommt, vorbereiten. In wenigen Tagen haben sie gestemmt, meterweise Leitungen und Kabelschächte verlegt, einen Boiler aufgestellt, einen Wechselrichter montiert und noch mehr. Am Ende des Tages können sie nach Hause gehen und sehen vor sich, was sie vollbracht haben.
Ich sitze den ganzen Tag über vor einem Bildschirm und tippe auf eine Tastatur. Ich erstelle Gebrauchsanweisungen, Zeichnungen, Ersatzteillisten und so weiter, aber das meiste eben digital abrufbar – ja, manches wird gedruckt – und nur in einer virtuellen Welt lebend. Nicht dass mir mein Beruf als technischer Redakteur nicht taugen würde – oder gefallen, für diejenigen, die mit »taugen« nichts anfangen können – trotzdem hat es etwas Eigenes an sich, Dinge mit den Händen zu erschaffen.
Gerade deshalb mag ich es an Warhammer-Figuren zu arbeiten, wenn ich denn mal Muse dazu habe, im Garten auszuhelfen oder Sport zu treiben. Besonders Letzteres mache ich jeden Tag und mit großer Leidenschaft, da man sieht, was vorangeht. Ob man besser wird, weiter läuft, geht oder die Kraft zunimmt. Es ist ein Ausgleich, den ich für mich benötige. Auch als Ausgleich für diesen Blog. So gerne ich auch schreibe, existiert dieser nur virtuell. Und was bedeutet es schon, seit Oktober knapp 90.000 Worte geschrieben zu haben? Ich habe mir vorgenommen, am Ende eines Jahres ein kleines Buch zusammenzustellen, mit all den Texten, die ich so geschrieben habe. Nur für mich, damit ich etwas in der Hand habe und ins Regal stellen kann.
Es geht eben nichts über die reale Welt, die man anfassen und begreifen kann. Besonders in einer Zeit, in der durch KI immer mehr verschwimmt, was echt ist, wo Bilder, Videos und mehr nicht mehr der „Wahrheit“, was auch immer das sein mag, entsprechen. Jede*r kann sich mithilfe diverser Tools seine eigene Welt schaffen, ob das nun gut ist oder nicht, sei mal dahingestellt. Darüber nachzudenken, dazu hat mich eine der letzten Bitsundso-Episoden inspiriert, in der es um die miserabel gephotoshoppten Bilder der Royals ging – Kate, um genau zu sein.
Aber auch diese Diskussion führt für diesen Text viel zu weit. Aber so ist eben manchmal, wenn man über ein Thema nachdenkt und zu schreiben beginnt – so ergeht es mir zumindest bisweilen – ein Gedanke jagt den anderen und man driftet in philosophische Überlegungen ab. Worum es mir eigentlich ging, ist um mehr Anerkennung und Respekt für Handwerker*innen jeglicher Art. Dank ihnen haben wir es warm, werden mit Strom und Wasser versorgt und können unsere Gedanken im Internet verbreiten.