Geek-Planet: The Amazing Spider-Man – Kravens First Hunt

Diese Woche blicken wir zurück auf den 24. Juni 2016 und sehen uns einen weiteren Artikel zu Spider-Man an, den ich damals veröffentlichte. Auf meinem damaligen Blog geek-planet habe ich mindestens wöchentlich über Spider-Man geschrieben. Ich hatte angefangen mich chronologisch durch die The Amazing Spider-Man Comics zu lesen und musste natürlich darüber berichten. Wenn ich mir die Artikel so durchlesen, bekomme ich Lust erneut in die Welt der Comics einzutauchen.

Außerdem musste ich beim Heraussuchen des folgenden Artikels feststellen, dass ich in all den Jahren, in denen ich über Comics geschrieben habe, nie über Kravens last hunt berichtete. Es ist wohl eine der herausragendsten und vielleicht auch düstersten Geschichten aus dem Spider-Man Kanon, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Vielleicht hole ich es ja noch irgendwann nach, darüber zu schreiben. Heute soll es aber erst einmal um Kravens erste Jagd gehen.


Heute beschäftigen wir uns mit dem Handlungsbogen Kravens first hunt. Dabei bekommt es unser liebster Held mit niemand geringeren als der Tochter von Wes Kraven, dem wohl gefährlichsten Jäger der Welt, zu tun.

  • Ausgaben: #565-567
  • Autor: Marc Guggenheim
  • Zeichner: Phil Jimenez
  • Inker: Andy Lanning
  • Farben: Chris Chucky
  • Letterer: VC´s Cory Petit

„There´s absolutely zero reason to panic. Says the super hero tooling around in borrowed costumes.“ – Devil Man

Ein Konzept, welches sich durch alle drei Ausgaben zieht, ist ziemlich beeindruckend umgesetzt und zeigt Spider-Man in so mancher Szene aus einer anderen Perspektive. Wir bekommen nämlich nicht wie üblich die witzigen inneren Monologe von Peter geliefert, zumindest nicht nur, sondern vorrangig diejenigen seiner Jägerin. Dadurch erhalten die Leser*innen einen Eindruck davon, welche Taktiken sie anwendet und wie gerissen bzw. geduldig sie an die Jagd herangeht. Sie hat wahrlich die Gene von ihrem Vater und ist im Kampf ebenso talentiert.

Bevor sie sich allerdings zu erkennen gibt, nimmt sie sein Leben strategisch auseinander – zumindest etwas. Ihre Drohung macht sie nicht so wirklich wahr, denn mehr als seinen Job in einem Comicbuchladen wegzunehmen, macht sie eigentlich nicht. Richtig, unser Comicheld arbeitet in einem Comicladen und die Autoren lassen es sich nicht nehmen, ein paar gut platzierte Anspielungen einzubauen.

Doch bleiben wir bei der Jägerin; diese macht nämlich einen gewaltigen Fehler. Sie hält fälschlicherweise Vin Gonzales, Peters Mitbewohner, für den maskierten Helden und entführt diesen. Wie sie darauf kommt, dass er es ist, wird nachvollziehbar und logisch in die Handlung eingearbeitet, da sie lediglich sieht, wie er ins Apartment „schwingt“, ihm allerdings nicht wirklich hinein folgt. Jedoch hätte ich von einer Jägerin von solch einem Kaliber mehr erwartet. Ebenso ist bemerkenswert, wie die Autoren auch die Leser*innen für ein paar Seiten hinters Licht führen und wir zuerst annehmen müssen, dass es Peter ist, den sie in ihrer Gewalt hat.

Verwechslung ist ebenfalls ein Thema, dass sich durch die gesamte Storyline zieht. Zum ersten Mal seit Civil War erleben wir Peter in Zusammenarbeit mit Daredevil – die wohl unterschiedlichsten Helden, die man auf einer Straße Manhattans finden kann. Es ist cool, witzig und hätte gerne etwas länger ausfallen können. Im Verlauf der Handlung verliert beispielsweise Peter sein letztes gutes Spidey-Kostüm und Vin landet darin. Somit muss Pete sich eines von Daredevil ausleihen, was das obige Zitat erklärt. Im finalen Schlagabtausch, feiert die Verwechslungskomödie ihren absoluten Höhepunkt.

Als letzten Gegner, der auftaucht, ist dann noch Vermin zu erwähnen. Er lebt in den Abwasserkanälen New Yorks und ist scheinbar ein misslungenes Experiment – zumindest interpretiere ich das in die Figur hinein. Sie ist mir um ehrlich zu sein nicht wirklich bekannt. Jedoch handelt es sich um einen spannenden Charakter und ich hoffe, wir sehen ihn wieder. Er ist äußerst kräftig, schnell und scheint mindestens auf Augenhöhe mit Spider-Man zu sein – dies macht ihn zu einem gefährlichen Gegner. Sein unheimliches Äußeres, dass stark an Man-Bats aus dem DC Universum erinnert und die Tatsache, dass er schon einmal gegen Spidey gewonnen hat, macht den unvergesslichen Auftritt komplett.

„Kravens first hunt“ ist eine ausgesprochen unterhaltsame und kurzweilige Geschichte, die die Welt von Spider-Man ein weiteres Mal um einen Charakter erweitert. Spannende Kämpfe, witzige Dialoge und grandiose Zeichnungen tragen ihr Übriges bei. Was auch gefällt, sind die Konsequenzen bzw. Nachwehen von Brand New Day, wie der Mangel an Kostümen in Peters Schrank. Diese fortwährende Geschichte macht Lust auf die nächste Story.