Trailer zu Assassins Creed Shadows

Ich finde es ja grundsätzlich immer sehr lustig, wenn sich Menschen beschweren, wenn Dinge in Unterhaltungsmedien nicht realistisch dargestellt sind. Besonders wenn es sich weder um eine Dokumentation handelt, noch um ein Stück Unterhaltung, das sich durch besonders realitätsgetreue, historisch korrekte Darstellung von Ereignissen bemüht. Doppelt lustig ist es dann, wenn es sich dabei um ein Spiel, wie das vor Kurzem angekündigte Assassins Creed Shadows handelt.

Denn wenn es einen Grund gibt, die Assassins Creed Spiele zu spielen, dann um die Geschichte so zu erleben, wie sie wirklich stattgefunden hat. Um zu lernen, wie die Medici in Italien tatsächlich gelebt und sich verhalten haben, wie Griechenland von einem einzigen Assassinen in Atem gehalten wurde, der nicht nur in den Hades gereist ist, sondern sich den Göttern widersetzt hat – echte Geschichtsschreibung eben. Und nur um das klarzumachen, weil manche es nicht verstehen: ja, das war Sarkasmus.

Der neue Trailer zu Assassins Creed Shadows sieht durchaus beeindruckend aus. Es fehlt mir offen gesagt das gewisse Etwas dahinter, aber grundsätzlich sagt er mir schon zu. Vor allem mit dem fantastischen Ghost of Tsushima im Hinterkopf, welches vor ein paar Jahren herausgekommen ist, und dem tollen japanischen Setting bin ich gespannt, ob Shadows an die Konkurrenz herankommt. Die Latte liegt schon sehr hoch, muss ich sagen. Aber AC Mirage war ebenfalls eine willkommene frische Brise in dem Franchise, da traue ich es Ubisoft durchaus zu, mit Shadows ebenfalls zu begeistern.

Ich habe nur den Fehler gemacht, die Kommentare zu lesen, die sich unter dem Video befunden haben (ich weiß nicht mehr, ob es YouTube war oder unter dem Artikel des Standard, ist aber auch egal). Dort wurde jedenfalls angekreidet, dass es sich mal wieder um Wokeness handeln würde, weil ein Schwarzer Samurai vorkommt. Den hätte es so nie gegeben und die Figur, auf der dieser Charakter scheinbar basieren soll, wäre nie Samurai gewesen. Also die übliche heiße Luft. Ich muss mich dann immer etwas zurückhalten, damit ich nicht doch irgendwann anfange, auf solche Kommentare direkt zu reagieren. Wenn man jedes Mal, wenn jemand im Internet nicht recht hat, tätig werden würde, verliert man irgendwann den Verstand. Aber einen kurzen Text dazu schreiben, dafür reicht es allemal.

Was so manche vergessen mögen, ist, dass Ubisoft sich zwar häufig historischer Figuren bedient, um ein Gefühl der Authentizität zu erzeugen und die Immersion in die Handlung zu verstärken, aber sich doch kreative Freiheiten erlaubt. Es ist eine Art »was wäre, wenn…«. Ein Vergleich, der mir einfällt, ist mit den letzten Filmen von Quentin Tarantino, in denen er ebenfalls eine Alternative zu real statt gefundenen Ereignissen anbietet.

Ich mag die Assassins Creed Reihe sehr gerne, auch wenn mit Origins, Odyssey und Valhalla der Rollenspielaspekt deutlich überhandgenommen hat und die Welten einfach zu groß wurden. Auch mag ich die historischen Kontexte, in denen sie stattfinden. Dass sie sich realer Figuren bedienen ist fantastisch, aber sie bedienen sich derer eben nur, für bare Münze, darf man deren Interpretation nicht nehmen. Und ich feiere stets das Setting und die Welt, die sie aufbauen. Das kaufe ich ihnen zum Beispiel mehr ab, dass sie die vergangenen Zeiten besonders realitätsgetreu wiederzugeben versuchen.

Und die meisten der Spiele sind einfach nur gute Unterhaltung, mit interessanten Charakteren und spannenden Geschichten, mit vielen Twists. Aber das ist es dann auch schon gewesen. Mein Anspruch an eine realistische Wiedergabe an geschichtliche Ereignisse behalte ich mir für Dokumentationen und Geschichtsbücher auf.

Durch solch dumme Kommentare ist mir schon fast der Spaß am Trailer und dem Spiel vergangen. Zum Glück ist Bekannter M. genauso begeistert, wenn nicht sogar noch mehr als ich. Außerdem lobe ich mir da TheRadBrad, der ebenfalls sehr positiv auf den Trailer reagiert hat. Den Rest sollte man einfach ignorieren.