Es ist aktuell das letzte verlängerte Wochenende im Mai und natürlich habe ich den freien Donnerstag genutzt, um am Mittwoch die Stammweinbar mit Freund J. aufzusuchen. Das Wetter war wunderbar, die Aussicht vom Mönchsberg fantastisch – wieder einmal kam es uns so vor, wie ein Urlaub. Natürlich sind die größeren Urlaube und Ausflüge ebenso reizvoll und haben ihren Platz, doch für eine regelmäßige, kleine Auszeit liebe ich diese großartigen Nachmittage und Abende in Salzburg. Sei es nur ein Bierchen im Stieglkeller, das beste Essen der Stadt in der Weinbar, ein Besuch in einem noblen Restaurant oder Theater- bzw. Musicalbesuche. Die Möglichkeiten sind endlos und es gibt immer wieder Neues zu entdecken.
Was mir allerdings in den vergangenen Wochen immer wieder aufgefallen ist, sind Menschen (meistens sind es Männer), die zu viel getrunken haben und sich dann nicht mehr zu benehmen wissen. Natürlich kann man in einer Gruppe unterwegs sein, seinen Spaß haben und dann wird es auch mal etwas lauter, damit habe ich kein Problem. Doch über schlechte Smartphone-Lautsprecher noch schlechtere Techno-Musik zu spielen ist unnötig und belästigt sämtliche Menschen im Zug. Es ging sogar so weit, dass sich manche umgesetzt haben.
Dabei geht es mir primär nicht einmal um die anderen Menschen, die ebenfalls auf dem Weg nach Hause sind. Mir geht es vor allem um die armen Schaffner*innen, die sich mit diesen Männern auseinandersetzen müssen. Sie wollen doch auch nur so gut es geht ihrem Job nachgehen und im besten Fall sich nicht auch noch Sorgen um betrunkene Menschen im Zug machen müssen. Vielleicht noch darüber diskutieren, dass sie doch bitte die Musik ausmachen möchten oder gar nicht für die Fahrt bezahlen wollen.
Letzten kam es vor, dass sich zwei Männer in der Weinbar nicht zu benehmen wussten und eine etwas aggressivere Ausstrahlung und ein aufdringliches Verhalten an den Tag legten. Dankenswerterweise kümmerte sich der Türsteher von nebenan darum.
Man hört ja immer wieder, wie sich über die heutige Jugend beschwert wird. Übrigens etwas, worüber sich selbst schon griechische Philosophen vor ein paar Tausend Jahren ausgelassen haben – manche Dinge ändern sich eben doch nicht. Doch in allen Fällen, deren Zeuge ich in den vergangenen Monaten und Jahren war, haben sich stets erwachsene Männer danebenbenommen.
Nicht, dass dies nun ständig und immer vorfallen würde, aber wenn man eben häufiger in der Salzburg unterwegs ist und auch mal zu späterer Stunde, bekommt man das ein oder andere mit. Natürlich kann es mal lustiger werden und man trinkt vielleicht ein Glas zu viel, doch die Kontrolle sollte man immer haben. Es gibt kaum etwas Peinlicheres und Ekelhafteres als Menschen, die sich aufgrund von Alkohol nicht mehr unter Kontrolle haben. Besonders in unserer Gesellschaft, in der Alkohol ein fast schon glorifiziertes Suchtmittel ist und man sich direkt rechtfertigen muss, wenn man bei Feiern oder ähnlichem nichts trinkt, ist Vorsicht geboten.