Weiter geht es mit unserer Reise durch das Ultimate Universum von Spider-Man und dem zweiten Trade Paperback. Den folgenden Text habe ich zum ersten Mal am 12.07.20214 auf meinem damaligen Blog »geek-planet« veröffentlicht. Witzigerweise habe ich dieses Jahr ebenfalls in der Woche vom 12. Juli Urlaub. Immer diese Zufälle.
Da ich gerade Urlaub habe, habe ich mir gleich die nächste Ausgabe von Ultimate Spider-Man geschnappt und gelesen. Und was soll ich sagen? Diese hat mich gleich wieder gefesselt und in das Universum von Spider-Man entführt – vielleicht sogar noch mehr als die Erste.
Die vorliegende, englische Collected Edition von Volume II: Learning Curve beinhaltet die Ausgaben #8 bis #13.
Auch in diesem Heft werden wieder jede Menge neuer Charaktere eingeführt. Rückblickend empfinde ich es als etwas schade, dass keine Handlungsstränge des ersten Heftes Erwähnung finden. Der Green Goblin oder alles rund um Oscorp hätte sich angeboten, aber das tut der Geschichte keinen Abbruch.
Wie erwähnt, stand die vorherige Ausgabe eher unter dem Banner von Oscorp. Diese könnte man unter dem Banner vom Kingpin stellen. Als großer Fan dieses Charakters freut es mich natürlich sehr, dass er so früh in das Universum eingeführt wird. Ich hoffe, er agiert noch öfter aus dem Hintergrund und zieht die Strippen – Immerhin ist er der King of Crime in New York.
Gleich das erste Panel, in dem der Kingpin gezeigt wird, veranschaulicht seine ungeheure Masse. Er überragt alles und jeden. Später wird Spider-Man einmal neben seinem Bürostuhl dargestellt und er wirkt einfach nur lächerlich winzig im Vergleich zu dem Möbelstück. Beim Kampf zwischen Spider-Man und dem Kingpin wird allerdings auch klar, dass es sich hier eher um Muskelberge als reines Fett handelt – auch wenn unser Held hier ein paar wirklich gute Witze abliefert, wie Fett Wilson Fisk (so der bürgerliche Name vom Kingpin) doch sei.
Ein weiterer Höhepunkt ist die Beziehung zwischen Peter und seiner Tante May, die auch eine interessante Entwicklung durchmacht. Ich möchte hier nicht zu viel verraten, aber Peters Handeln und seine vielen selbst auferlegten Verpflichtungen haben Konsequenzen. Da macht es ihm der Job als Web-Designer (Web, Spinne, Spider-Man – ich hör’ schon auf) beim Daily Bugle natürlich nicht sehr viel einfacher, auch wenn es eine gute Informationsquelle für ihn ist.
Eine weitere Beziehung, die im Mittelpunkt steht, ist selbstverständlich die von Peter und Mary-Jane. Vom ersten Versuch eines Dates, der leider scheitert, bis zur großen Offenbarung, sind hier alle Tücken eines Teenagers vertreten – unter anderem ein sehr peinliches, für den Leser natürlich super lustiges, Gespräch zwischen Peter und seiner Tante über Sex.
Und natürlich darf die hervorragende Zusammenarbeit zwischen Bendis und Beglay nicht unerwähnt bleiben. In diesen Ausgaben fällt sie wieder besonders positiv auf. Viel mehr, wie ich finde, als noch im ersten Heft. So können die beiden zwar schnell bei Kampfsequenzen das Erzähltempo anpassen, aber bei langsamen, gefühlvolleren Szenen bremsen sie das Tempo herunter. Es scheinen nur mehr Augenblicke dargestellt zu werden – dabei ändert sich in den Panels teilweise bloß die Mimik der dargestellten Person. Diese Übergänge wirken sehr natürlich und passend und führten bei mir nur dazu, dass ich mich tiefer in die Geschichte hineingezogen fühlte.
Die Darstellung, als Peter Mary-Jane die Wahrheit erklärt, erstreckt sich über das gesamte letzte Kapitel und ist einfach fantastisch. Wie Bendis und Bagley mit nur zwei Figuren und einem einzigen Handlungsort spielen und dramatische, lustige und aber auch intime Momente darstellen, hat mich sehr fasziniert.