Heute schauen wir uns in Geek-Planet eine Rezension vom 23. Dezember 2014 an. Diese erschien damals auf meinem gleichnamigen Blog. Die Texte sollen hier, auf meiner neuen Webseite, ebenfalls abgebildet werden, daher kommt jeden Donnerstag ein neuer dazu. Dieses Mal geht es um die fünfte Collected Edition von Ultimate Spider-Man. Diese umfasst die Ausgaben 28 bis 32, nur der Vollständigkeit halber, weil ich es damals versäumt habe, im Text zu erwähnen.
Es ist erneut eine sehr kurze Rezension, fasst den Inhalt allerdings gut zusammen und macht Lust darauf, den Comic zu lesen. Immerhin ist es nicht nur 10 Jahre her, seit ich den Text geschrieben habe, sondern auch den entsprechenden Comic dazu. Mein vergangenes Ich macht mir also durchaus Appetit auf die Geschichte. Es muss nicht immer alles zu Tode diskutiert und analysiert werden. Manchmal kann eine gute Geschichte einfach nur für sich stehen.
Wie der Titel Public Scrutiny der fünften Ausgabe von Ultimate Spider-Man verrät, muss sich unser Held dieses Mal der »öffentlichen Kontrolle« unterziehen. Doch nicht nur das macht Peter das Leben schwer, auch die Beziehung zu Mary Jane wird auf eine harte Probe gestellt.
“Congratulations whoever you are, you knocked the wind right out of me. Doc Ock, the Kingpin, the Green Goblin and nothing sucked the life right out of me like you did.” – Peter Parker
Nach den großen Bösewichten, mit denen er in letzter Zeit zu tun hatte, muss Peter dieses Mal zusehen, wie sein Ruf von einem Doppelgänger vernichtet wird. Um das zu bewerkstelligen, überfällt dieser unter anderem Banken und Geldtransporter. Brian Michael Bandis (Autor) und Mark Bagley (Zeichner) schaffen es wunderbar, die Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit, die Peter der Situation gegenüber empfindet, greifbar zu machen. Er fühlt sich schlicht mit der Aufgabe überfordert und weiß nicht so recht, wie er damit umgehen soll. Zu allem Überfluss wird er auch noch angeschossen und muss sich als anonymer Patient in einem Krankenhaus behandeln lassen.
Auch die Darstellung der Öffentlichkeit, hauptsächlich in Form von Polizisten, aber auch ein paar Passanten, finde ich gut getroffen. Sie wissen ebenfalls nicht, wie sie mit einem kriminell gewordenen Spider-Man umgehen sollen, was meist in aggressiver Lösungsfindung endet. Das heißt, man schießt erst einmal darauf und sieht dann, was passiert. Auch für J. Jonah Jameson ist es natürlich ein gefundenes Fressen und er stürzt sich gleich in die Story. Auf der Rückseite der Collected Edition ist dies wunderbar mit dem Satz „Guilty until proven innocent“ zusammengefasst.
Peter kämpft ständig darum, eine gut funktionierende Formel zu finden, um sein Privatleben und sein Superhelden-Dasein unter einen Hut zu bringen. So richtig mag ihm das allerdings nicht gelingen. Als er sich dann angeschossen in einer Mülltonne versteckt, ruft er verzweifelt Mary Jane um Hilfe an und haucht nur „help me“ in das Telefon. Später ist es dann ausgerechnet eine S.H.I.E.L.D.-Agentin, die ihn wieder halbwegs aufbaut.
Etwas schade finde ich, dass die tatsächlichen Beweggründe des Doppelgängers etwas im Dunkeln bleiben, außer er war wirklich nur an Geld interessiert und hatte keine höheren Motive wie die vorherigen Gegner. Man kann es aber durchaus als eine willkommene Abwechslung interpretieren.