Elden Ring ist mein erstes Souls-like Spiel. Das merke ich immer wieder, wenn mir so manche Boss-Kämpfe zu lange dauern oder ich denke, dass der Boss zu unfair ist. Aber FromSoftware, das Entwickler-Studio, welches das Genre quasi erfunden hat und die besten Spiele dieser Art liefert, hat ihre Bosse im Griff. Soll heißen, das Balancing ist ausgereift, durchdacht und es gibt (fast) keine unfairen Bosse und Kämpfe. Man muss sich eben nur die Zeit nehmen und die Gelassenheit an den Tag legen, um die Gegner zu lernen, ihre Bewegungsabläufe und Angriffe, um schlussendlich bestehen zu können.
Das Hauptspiel habe ich mittlerweile zweimal durchgespielt, die Erweiterung einmal. Für meinen nächsten Durchlauf im NG+ (New Game Plus), möchte ich mir selbst die Herausforderung stellen, keine Geisteraschen zur Unterstützung zu verwenden. Dabei handelt es sich um Geisterkrieger verschiedenster Art, die man sich für gewisse Kämpfe zu Hilfe holen kann. Jedoch habe ich mir durch deren Verwendung so manche Gegner zu leicht gemacht, weil die Geisteraschen teilweise sehr mächtig sind.
Beispielsweise beim berühmtesten Boss der Erweiterung Shadow of the Erdtree: Messmer. Ich hatte mich schon darauf eingestellt, eine Weile zu benötigen, bis ich ihn bezwungen habe. Ich habe mich mit Zauber gestärkt, eine gute Waffe ausgewählt, die seine Schwächen ausnutzt, meine Imitatorträne als Geisterasche beschworen – ich wollte gut vorbereitet sein. Der Kampf war in zwei Minuten erledigt. Zu zweit waren wir einfach zu mächtig. Es ist manchmal nicht so leicht, eine richtige Balance zu finden. Aber in meinem neuen Durchgang nehme ich mir bewusst mehr Zeit für die Bosse und lerne etwas besser mit ihnen umzugehen.
Bei manchen werde ich mit Sicherheit frustriert eine Geisterasche zu Hilfe nehmen, wie beim letzten Boss der Erweiterung. Aber das sehe ich dann, wenn ich so weit bin. Es motiviert durchaus YouTubern wie Bushy oder Jokerface dabei zuzusehen, wie sie vorgehen, wenn sie einem neuen Boss gegenüberstehen. Sie schauen sich die Gegner an, lernen sie und überwinden schließlich diese Hürde. Das ist die Magie hinter Souls-Spielen: Das Hochgefühl, wenn man einen Gegner mit eigener Kraft und Geschicklichkeit überwunden hat.
Entsprechende Fertigkeiten brauche ich später für andere Spiele des Genres. Sei es Lies of P, die Dark Souls Reihe oder Bloodborne. Hier gibt es keine Geisteraschen, die man sich zu Hilfe holen kann. Man muss einfach nur besser werden. Ich hätte mir vor Elden Ring nie gedacht, dass mich so eine Art des Gaming reizen würde, aber es ist sehr reizvoll und lohnenswert. Es hat eine eigene Anziehungskraft, eine eigene Magie, die hinter diesen Spielen steckt.