Puppentheater

Nachdem ich mit dem ersten Durchlauf vom Elden Ring DLC Shadow of the Erdtree fertig war, habe ich gleich mal ein New Game Plus gestartet. Ein paar Dungeons habe ich erledigt, sowie ein paar Bosse. Margit, Godrick, Renalla, Radahn und Mohg standen ganz oben auf der Liste, damit ich quasi wieder Zugang zum DLC habe, sowie jederzeit meine Fähigkeiten-Punkte bei Renalla neu verteilen kann. Außerdem habe ich mich etwas um die Quest rund um Hyetta gekümmert, da ich das Frenzied Flame Ende sehen will. Allerdings plane ich zuerst das DLC durchzuspielen, da ich wissen will, ob sich die Dialoge der NPCs verändern, wenn der Erdtree noch intakt ist.

Allerdings habe ich gemerkt, dass nach knapp 300 Stunden Elden Ring die Luft etwas raus war. Es hat zwar durchaus noch Spaß gemacht, aber vieles lief mechanisch ab. Ich brauchte etwas Ablenkung und einfach ein anderes Spiel, in das ich mich stürzen kann. Zum Glück brachte mich dann jemand auf Lies of P. Bereits vor ein paar Monaten habe ich es mir per Game Pass auf die Xbox geladen, doch so wirklich gepackt hat es mich zu dem Zeitpunkt noch nicht. Wahrscheinlich brauchte ich erst Elden Ring als meine Einstiegsdroge in das soulslike Genre. Denn ich muss sagen: Es ist fantastisch.

Die Atmosphäre, die Geschichte, die Dialoge, die Sprecher*innen, die Charaktere und die vielen Details und Easter Eggs, die in diesem Spiel untergebracht sind, begeistern mich immer wieder aufs Neue. Zwar habe ich erst 15 Stunden in das Spiel investiert, doch jede einzelne davon war großartig. Es ist herausfordernd, manchmal frustrierend, aber eigentlich nie gemein. Die Bosskämpfe sind toll inszeniert, mit epischer Musik untermalt und kreativ gestaltet. Man merkt eindeutig die Einflüsse von FromSoftware-Spielen. Doch sind die Mechaniken und Spielelemente nicht geklaut, sondern sie haben sich einfach der besten Dinge daraus bedient und etwas Neues geschaffen. Es ist eine Hommage an das Genre und eine Verbeugung vor den Meistern.

Auch bei Lies of P freue ich mich bereits auf ein New Game Plus, da so manche Dialogoptionen mit Entscheidungen einhergehen, die sich natürlich nicht mehr ändern lassen. Da würde ich gerne testen, was passiert, wenn man sich anders entscheidet. Außerdem gibt es eine Fülle an Waffenoptionen, Ausrüstungsgegenständen und so weiter, die man kaum in einem Durchgang alle verwenden kann.

Ich habe mir wieder Jokerface als Begleiter herausgesucht. Wie kann es anders sein? Zwar hat er noch keinen Einsteigerguide zu Lies of P gemacht, aber sein erstes eigenes Walkthrough ist ja verfügbar. Das habe ich parallel laufen, sodass wir quasi dieses fantastische Spiel gemeinsam entdecken. Praktisch ist natürlich, dass er Kommentare bekommen hat, die ihn darauf hinweisen, wenn er etwas vergessen hat oder was man noch machen könnte; diese Dinge nehme ich dann natürlich gerne mit. Wie beim Elden Ring Einsteigerguide erinnert es mich etwas an die Couch Coop Spiele, die man früher als Kind gespielt hat.

Interessant ist es ebenfalls, weil das Let’s Play von Jokerface natürlich aus der Zeit stammt, als das Spiel frisch auf dem Markt war (September 2023). Jetzt erkennt man deutlich die Modifikationen, die das Entwicklerstudio seitdem vorgenommen hat. Sie haben den Schwierigkeitsgrad etwas heruntergeschraubt (zumindest an manchen Stellen), sind mit Items großzügiger und die Heiltränke regenerieren mehr Lebenspunkte.

Lies of P ist wieder einmal ein Spiel, in das ich mich so richtig reinfuchsen kann und wo ich ständig weiterspielen könnte. Deshalb ist der Urlaub perfekt für dieses Spiel. Durchspielen werde ich zwar nicht schaffen, ein paar andere Dinge und Unternehmungen wollen schließlich ebenfalls gemacht werden, aber für einen Einstieg in das Spiel ist es perfekt. Ich will zwar noch nicht zu weit vorausplanen, aber mit Lords of the Fallen will ich es tatsächlich ähnlich machen. Doch, ein Spiel nach dem anderen. Es läuft ja nichts davon.