Überfluss und Entscheidungen

Eigentlich mag ich es nicht besonders, zu viel Auswahl bei etwas zu haben. Wenn ich mir beispielsweise einen Streaming-Dienst zulege, welcher das auch immer sein mag, dann muss das schon seinen Grund haben. Sie es, weil ich mal wieder ein paar Folgen Brooklyn Nine-Nine sehen will oder einen bestimmten Film nachholen. Gleiches gilt für Spiele.

Bis vor ein paar Monaten hatte ich noch ein Playstation-Plus-Abo, aber seit sie die Preise deutlich angehoben haben, ist mir das zu teuer geworden. In dem einen Jahr, wo ich das Abo hatte, habe ich es allerdings gut genutzt. Ein paar Indie-Spiele habe ich entdeckt, die ich so vielleicht nie gespielt hätte (u. a. Endling), und ein paar größere, wie Ghost of Tsushima habe ich ebenfalls nachgeholt. Trotzdem spiele ich gerne ein Spiel nach dem anderen. Zu viele auf einmal tut nicht gut.

Zumindest habe ich mich bisher nicht damit anfreunden können. Man kommt recht schnell mit der Steuerung durcheinander, vielleicht vergisst man Teile der Geschichte, oder was man eigentlich zuletzt getan hat. Nach Elden Ring und Lies of P war deshalb Stellar Blade an der Reihe. Doch so richtig wollte mich das Spiel bisher noch nicht packen. Ich werde auf jeden Fall weiterspielen, weil es eine fantastisch designte Welt ist und durchaus eine interessante Geschichte erzählt, in der Hoffnung, dass der Funke noch überspringt.

Doch dadurch, dass es mich eben nicht gleich so gepackt hat, wie die vorherigen Spiele, ließ ich mich durch andere glitzernde Dinge ablenken. Immerhin gab und gibt es noch diverse Summer Sales. Da habe ich mir unter anderem Dark Souls, Armored Core VI und Spirit of the North geklickt.

Allerdings stehen ebenfalls noch diverse Runden in Lies of P und Elden Ring an. Ich möchte die alternativen Enden erkunden, verschiedene Builds und Waffen ausprobieren. Schlicht, noch mehr Zeit in diesen tollen Welten verbringen. Zu viele Spiele sind eben nicht gut und sich von Angeboten und Summer Sales locken zu lassen, schon dreimal nicht. Denn in Wahrheit laufen die Spiele nicht weg, die Angebote kommen immer wieder und sie werden mit der Zeit nur günstiger. Deshalb lieber ein Spiel nach dem anderen genießen, dafür aber in vollen Zügen. Das mochte ich so sehr an Elden Ring und Lies of P. Ich habe mich nicht gestresst gefühlt oder hatte schon das nächste Spiel im Blick. Ich konzentrierte mich voll und ganz auf deren Welt, Geschichte und Spielprinzip.

Mit dem Überangebot an allem ist es manchmal nicht so leicht, sich auf die Gegenwart zu konzentrieren und das, was sich vor einem befindet. Spiele sind da nur ein aktuelles Beispiel. Selbst wenn man, wie ich, nicht auf Social Media unterwegs ist, gibt es genug andere Dinge, die einen ablenken wollen. Deshalb sollte man es immer wieder als Erfolg feiern, wenn man sich nicht mitreißen lässt, sondern das eigene Ding durchzieht.

Das kann im Kleinen anfangen, indem man sich eben nicht von Angeboten locken lässt oder stundenlang das nächste YouTube-Video anklickt, obwohl man schon lange das Interesse verloren hat. Kleine Schritte führen, konsequent gegangen, zu großen Erfolgen und oft überraschenden Effekten. Ehe man sich versieht, hat man ein Buch gelesen; geht früher ins Bett und schläft dadurch besser; ist resilienter; entdeckt einen neuen Sport für sich; oder hat Stellar Blade durchgespielt. Ich für meinen Teil werde mich nämlich erst einmal, was Spiele anbelangt, auf das konzentrieren und mich nicht durch das Nächste ablenken lassen.