Survival-Spiele haben durchaus ihren Charme. Man spielt aus der Ego-Perspektive, ist in einer beliebigen Umgebung ausgesetzt und kämpft ums Überleben. Die meisten (guten) Survival-Spiele sind ähnlich aufgebaut. Man muss eine Basis errichten, sammelt verschiedenste Ressourcen, baut Waffen, Gegenstände und Überlebenshilfen jedweder Art. Mit der Zeit schaltet man dabei neue Level und Verbesserungen frei – kann also alles entsprechend weiterentwickeln. Die Geschichte darum herum, die Gegner, der eigene Charakter und die Umgebung sind das, was sich dann mal mehr, mal weniger unterscheiden. Von Subnautica, über Sons of the Forest, Green Hell, hin zu Grounded. Alles Paradebeispiele ihres Genres.
Doch alle haben sie etwas gemeinsam: keines davon habe ich je selbst gespielt. Zum einen würde es mich sehr reizen, sie mal selbst zu spielen. Auf der anderen Seite haben die Let’s Plays, die ich mir dazu jeweils angesehen habe, etwas Meditatives, Beruhigendes und sind toll zuzuschauen. Vor allem natürlich, wenn es sich quasi um einen Profi handelt, der das Genre in- und auswendig kennt, bereits viel Erfahrung mit den Spielen hat und weiß, was er tut.
Das letzte Spiel, das ich mir diesbezüglich angesehen habe, war Grounded, mit einem Let’s Play von Jokerface. Es ist ein originelles Spiel, da es nicht wie andere in einem Dschungel oder Ähnliches stattfindet, sondern in einem Vorgarten. Der junge Protagonist wurde nämlich geschrumpft und muss nun gegen allerlei Insekten bestehen und einen Weg finden, sich wieder auf normale Größe zu bringen.
Die Spielwelt ist überaus kreativ gestaltet und voller Liebe zum Detail gemacht. Die Geschichte ist ausreichend simpel, aber doch bewegend. Wo die Entwickler*innen etwas mehr Kreativität an den Tag hätten legen können, wären die Kommentare des jeweiligen Protagonisten. Denn die fallen sehr eintönig aus und werden schnell langweilig bis nervig. Ansonsten sieht es nach einem wirklich tollen Spiel aus. Vor allem die Spielerführung scheint ausgesprochen gut gelungen zu sein.
Wie gesagt, ich mag es, mir Let’s Plays von Survival-Spielen anzusehen, da sie etwas Beruhigendes haben. Ob ich es allerdings wirklich selbst spielen will, weiß ich offen gestanden nicht. Es wirkt aufwendig und langwierig, sich eine schöne Basis aufzubauen und diese so zu gestalten, wie man es möchte. Auf der Konsole sind solche Arten von Spielen zusätzlich durch die Limitierung des Controllers komplexer zu spielen als mit Maus und Tastatur. Und manchmal geht es mir einfach nur um das Erleben der Geschichte an sich. So wie bei Horrorspielen, die ich bisher (fast) nur von Let’s Plays kenne.
Wer Spaß an Survival-Spielen hat, ist mit Grounded sicherlich gut bedient und erlebt nicht nur eine gute Geschichte, sondern eine fantastisch designte Welt. Der Grafik-Stil ist großartig gemacht, die Spinnen ausreichend gruselig und die Waffen und Geräte kreativ gestaltet. Es scheint seltsam, ein Spiel nach einem Let’s Play zu bewerten, aber ich gehe rein nach dem, wie viel Spaß es mir gemacht hat, die Reihe zu verfolgen. Und ich habe mir selbst schon des Öfteren Spiele zugelegt, nachdem ich ein Let’s Play dazu angefangen habe. Es hat einfach so viel Spaß gemacht beim Zuschauen, dass ich das Spiel selbst erleben und die Welt selbst erkunden wollte. Bisher habe ich mich damit noch nie geirrt.