Einmal im Jahr wechsle ich die Fliegengitter der Fenster. Es sind nicht viele, ich habe nur drei Fenster – der Vorteil einer Dachgeschosswohnung, die hauptsächlich aus drei großen Räumen besteht. Dieses Jahr bin ich damit schon sehr spät dran. Normalerweise mache ich das im Frühling. Jetzt wurde es aber Zeit, da sich das Fliegengitter im Wohnzimmer schon halb gelöst hat und das im Schlafzimmer Löcher hatte. Keine idealen Voraussetzungen für eine gute Insektenabwehr. Vor allem, weil sich Wespen an einer Ecke des Daches eingenistet haben und das nicht unweit meines Schlafzimmers ist.
Diese Woche bin ich nach der Arbeit weiter spaziert in Richtung Lagerhaus, in der Hoffnung, sie haben noch welche da. Scheinbar gehen Fliegengitter aktuell ständig über die Ladentheke. Kein Wunder, bei der Wespenplage. Aber es waren noch genug vorrätig. Üblicherweise nehme ich die schwarzen Gitter. Diese sind zum Rausschauen einfach besser. Doch ich wollte mal wieder auch ein weißes testen, da ich nicht mehr genau wusste, wie sich das macht. Also habe ich ein weißes für das Küchenfenster mitgenommen.
Zu Hause habe ich dann erstmal eine kurze Trainingsession abgehalten. Nichts Aufregendes, nur etwas Krafttraining und Yoga. Ich hatte eigentlich nicht vor, die Gitter an dem Tag noch auszutauschen. Doch das im Schlafzimmer hat mich schon sehr gestört und auch das im Wohnzimmer sah alles andere als optimal aus. Also habe ich mal mit einem angefangen. Altes Gitter raus, Fensterrahmen geputzt, Fenster geputzt, neuen Klebestreifen rein, während dieser festkleben kann, sozusagen, das Schlafzimmer aufgeräumt und gesaugt, neues Gitter rein. Dauerte eigentlich nicht allzu lange.
Ergebnis des Unterfangens: über zweieinhalb Stunden später waren alle Fliegengitter gewechselt, die Fenster sauber und die Wohnung von oben bis unten geputzt. Um Viertel vor acht saß ich dann endlich mit einem guten Abendessen auf der Couch und genoss meinen Feierabend. Aber es hat sich ausgezahlt, es gleich zu erledigen. Das hatte ich in letzter Zeit schon öfter, dass eine kleine Aktion zu immer größeren führt. Aber ich mag das. Klein anfangen und sich dann zu größeren Dingen hocharbeiten. Das kann man auf alle möglichen Bereiche des Lebens anwenden, lässt sich auf viele Situationen übertragen. Auch auf das Wechseln von Fliegengittern.
Das weiße Gitter ist übrigens noch etwas gewöhnungsbedürftig. Es sieht nicht schlecht aus und macht sich durchaus gut in der Küche, aber im Wohnzimmer oder Schlafzimmer hätte ich es nicht gewollt. Bis zum nächsten Wechsel lasse ich es auf jeden Fall drin. Es ist mal wieder etwas Neues, Ungewohntes.