Der erste Teil des unmöglichen Endes?

Am Wochenende habe ich endlich Mission Impossible: Dead Reckoning (Part 1) nachgeholt – den siebten Teil der Reihe. Als dieser 2023 ins Kino kam, habe ich den Film aus nicht mehr nachvollziehbaren Gründen verpasst. Wahrscheinlich hatte ich keine Lust, ins Kino zu gehen. Diesen Trend bemerke ich schon seit Corona. Ich bin zwar gerne als Hobby-Restaurant-Tester in Salzburg unterwegs und probiere jede Weinbar sowie andere Lokalitäten, aber das Kino hat mich etwas verloren. Das hat unter anderem auch damit zu tun, dass ich in den vergangenen Monaten vermehrt zu Spielen gewechselt bin (sowohl selbst Hand anzulegen, als auch via Let’s Plays).

Als ich allerdings vergangene Woche auf einen guten Deal bei Amazon gestoßen bin, habe ich mir den Film geshoppt. Für 6 oder 7 € konnte man sich den Film kaufen. Bei Mission Impossible zahlt sich das auf jeden Fall aus, da ich diese Filme immer wieder gerne anschaue. Es sind fantastisch gemachte Action-Blockbuster-Filme, und Tom Cruise geht sowieso immer. Seine Stunts, die er stets selbst macht, sind inzwischen legendär und eigentlich geht es nur mehr darum, wie er sich als Ethan Hunt immer wieder selbst übertreffen kann.

Wobei das nicht ganz stimmt. Denn bei Mission Impossible kommt eine durchaus interessante Geschichte dazu. Zwar ist eine gewisse Kontinuität schon immer gegeben, doch besonders seit Teil 4 scheint die Geschichte stringenter, durchdachter und mehr eine fortlaufende Erzählung zu sein, als es davor noch der Fall war. Die Intrigen und wer, wen hintergeht, sind spannend gemacht; die Bösewichte und „Nebencharakter“ von coolen und talentierten Schauspieler*innen dargestellt. Nicht zuletzt seien hier unter anderem Henry Cavill, Sean Harris, Venessa Kirby, Simon Pegg, Rebecca Ferguson, Ving Rhames und Hayley Atwell erwähnt.

Der erste Teil von Dead Reckoning kann sich durchaus sehen lassen. Wobei mir im Nachhinein eher die Geschichte im Kopf geblieben ist. Mir kommt es so vor, als seien die Action-Sequenzen nicht der Hauptfokus gewesen, selbst wenn diese selbstverständlich gewaltig ausfallen. Es sind auch Hommagen an vergangene Filme untergebracht, die ich zu schätzen wusste und nicht zu aufdringlich sind. Das Einzige, was ein bisschen untergegangen ist, ist der größte Stunt des Films. Tom Cruise stürzt sich hier mit einem Motorrad von einer Klippe und segelt dann mit einem Fallschirm weiter. Das Making-of dazu ist um ein Vielfaches beeindruckender, als es im Film wirkt.

Die Rampe, die gebaut werden musste, muss natürlich per CGI versteckt werden. Zwar ist das CGI hervorragend gemacht, aber es verleiht der gesamten Szene etwas Unwirkliches. Ich kann nur empfehlen, das Making-of anzusehen. Erst da wird einem der Aufwand und die Vorbereitung, die in diesem Sprung geflossen sind, so wirklich bewusst. Gleichwohl ist die Action- und Stunt-Arbeit herausragend. So etwas sieht man mittlerweile leider viel zu selten in Blockbuster-Filmen.

Tatsächlich mag ich auch den Gegner, den sie sich dieses Mal für Ethan Hunt ausgesucht haben. Zwar spielt KI eine enorme und zentrale Rolle in dieser Geschichte, aber die Art und Weise, wie sie eingesetzt und umgesetzt wird, ist nachvollziehbar. Es wirkt nicht kitschig, übertrieben oder over-the-top, wie man es bei schlechteren Filmen sehen würde. Vor allem durch die menschlichen Handlanger erhält die Bedrohung einen intimeren und persönlicheren Aspekt. Esai Morales und Pom Klementieff sind tolle Gegenspieler für Tom Cruise. Jede*r von ihnen hat eine einzigartige Präsenz und ihre Bedrohung hat Platz, sich zu entfalten.

Ob es wirklich zwei Teile für das große Finale von Mission Impossible benötigt, wird sich nächstes Jahr zeigen. Und ob es tatsächlich die letzten Einträge in dieser fantastischen Filmreihe sind. Dead Reckoning hat mich auf jeden Fall überzeugt.