Nachdem ich nun fast ein Jahr diesen täglichen Blog hier betreibe, habe ich ein System entwickelt, um Textideen und dergleichen festzuhalten. Mein Hauptschreibprogramm am Mac ist Ulysses. Es ist eine wunderbare Software, die ich schon seit vielen Jahren verwende. Es ist minimalistisch angelegt und erlaubt es so, sich auf das Schreiben zu konzentrieren. Formatierungen, die man vornehmen kann, außer die Basics natürlich, sucht man vergebens. Da es auf Markdown aufgebaut ist, steht das Schreiben im Vordergrund. So kann man das Geschriebene leicht exportieren. Erst dann kümmert man sich darum, wie der Text aussehen soll.
Zwar gibt es Ulysses sowohl am iPad als auch am iPhone, aber ich schreibe am liebsten auf einer richtigen Tastatur. Am iPhone zwischendurch etwas zu notieren und aufzuschreiben, ist zwar kein Problem, aber längere Texte kann ich mir damit nicht vorstellen. Das iPad ist wieder etwas anderes, weil es dafür ein Tastatur-Cover gibt, auf dem sich ebenfalls einigermaßen gut tippen lässt. So verarbeite ich meine Ideen also am Mac per Ulysses zu den Texten, die auf dem Blog erscheinen.
Das Praktische an Ulysses ist, dass man sich Ordner und Strukturen aufbauen kann. So habe ich für jedes Jahr und jeden Monat einen Ablage-Ort erstellt. Genauso für Geschichten und andere Texte, die ich schreibe. So ist es einfach, einen Überblick zu behalten. Man kann Statistiken auslesen, als auch Schreibziele setzen. Diese nutze ich zwar nicht besonders häufig, aber gelegentlich sind sie ganz praktisch. Beispielsweise, wenn man am NaNoWriMo mitmacht (dem National Novel Writing Month, wo das Ziel ist, im November 1.000 Wörter pro Tag zu schreiben).
Für schnelle Notizen zwischendurch ist mir allerdings Ulysses zu aufgebläht. Ich will nur kurz was aufschreiben, da ist es unnötig, dass sich noch was synchronisieren muss oder die App eventuell einen Tick länger benötigt, bis sie offen ist. Durch den Podcast Bitsundso bin ich auf die App Bebop gestoßen. Das ist eine kleine App, die nur für die Texteingabe da ist und zum Speichern des Eingegebenen. Sie gefällt mir besonders gut, weil man sie mit Ulysses verknüpfen kann. Das heißt, die am iPhone gespeicherten Notizen landen später automatisch am Mac, wo ich die Idee direkt in einen Text umsetzen kann.
Es ist eine fantastische Verbindung, die mir schon so einige Textideen gerettet hat. Einfach kurz die App öffnen, eingeben, speichern, fertig. Was allerdings nicht bedeutet, dass mir keine Ideen mehr entkommen. Manchmal denke ich mir, dass es doch offensichtlich sei, über etwas zu Schreiben, es mir nicht notiere und 20 Minuten später nicht mehr weiß, was es war. Deshalb wird rigoros (fast) alles notiert. Im Zweifel kann man es ja wieder löschen. Aber so entwickelt sich mit der Zeit ein System, das hoffentlich funktioniert. Das Wichtigste ist, einfach loszuschreiben. Redigieren und korrigieren kann man später immer.