In der Vergangenheit habe ich über meine Suche nach einem guten Gaming-Podcast geschrieben. Seit Monaten höre ich deshalb The Pod – Das Spielemagazin zum Hören (oder Auf ein Bier, wie man es in Pod-Catcher-Apps findet). Ich bin auch Unterstützer, damit ich in den Genuss aller tollen Formaten komme, die die Spiele-Journalist*innen dahinter machen. Regelmäßig ist Christian Schmidt zu Gast, um das Format 10 Jahre Klüger mit André zu betreiben. Christian ist vom Podcast Stay Forever, ebenfalls ein Spiele-Podcast.
Ich kann beide sehr empfehlen, da sie sehr unterschiedliche Herangehensweisen haben. Stay Forever behandelt eher alte Spiele und bespricht diese ausführlich. Darin geht es nicht nur um den Inhalt des Spiels und die Mechaniken, sondern ebenso um die Entstehungsgeschichte, die Studios und die Menschen dahinter. Zufällig stieß ich auf eine etwas ältere Folge über Zelda: A Link to the Past. Es war ein Nostalgie-Trip, der seinesgleichen sucht.
A Link to the Past ist mein absolutes Lieblingsspiel aus der Zelda-Reihe. Zugegebenermaßen, das einzige Zelda-Spiel, das ich je beendet habe. In meiner Kindheit habe ich dieses großartige Stück Spielgeschichte unzählige Stunden gespielt und es hat immer wieder Spaß gemacht. Die Stay Forever Episode hat mich dazu gebracht, wieder einmal einen Blick reinzuwerfen. Es ist überraschend gut gealtert. Der Stil ist einfach zeitlos.
Während Christian und Fabian Käufer in dem Podcast über das Spiel sprechen, blenden sie immer wieder Musikstücke und Soundeffekte ein. Sie erzählen über die Geschichte, die Welt, die Charaktere. Alles, worüber sie sprechen, kenne ich noch oder kommt mir zumindest bekannt vor. Es weckt Erinnerungen.
Doch während des Hörens wurde mir plötzlich eine Verbindung zu einem aktuellen Spiel, das mich sehr begeistert, bewusst. Die Missionen und Quests in A Link to the Past sind sehr ominös, genauso wie die Einführung ins Spiel. Es wird nicht viel erklärt. Man wird in die Welt geworfen und lernt sowohl die Steuerung als auch die Geschichte aus dem Kontext. Man kann zwar mit vielen NPC reden und begegnet diversen Personen, doch was man denen bringen muss oder wie deren konkrete Quest aussieht, ist nicht immer eindeutig.
Beispielsweise läuft ein Junge, dem man in einem Dorf begegnet, immer vor uns davon. Später erhält man dann Schuhe, mit denen man sehr schnell rennen kann. Nun muss man erst einmal daran denken, diesem Charakter begegnet zu sein und auf die Idee kommen, ihn damit einzuholen. Das kommt immer wieder vor. Man findet Dinge in der Welt und muss sich zusammenreimen, welchem Charakter es gehören oder was man damit anstellen könnte.
Diese Herangehensweise an Quests erinnert sehr stark an Elden Ring. Auch hier bekommt man die Eckdaten der Geschichte mit und gelegentlich begegnet man jemandem, der einem Details erklärt, aber man kann genauso gut völlig ahnungslos durch die Welt laufen und sie für das Genießen, was sie ist. Nur sind die Charaktere in Elden Ring noch ominöser und unkonkreter bei ihren Aufgabenstellungen, als es in A Link to the Past war.
In beiden Spielen entwickelt sich gewissermaßen ein eigenes Bild der Welt, je mehr man spielt. Man kann versuchen alles zu machen, wird es aber beim ersten Durchgang nicht schaffen, da es überwältigend ist und man Verbindungen übersieht. Der Wiederspielwert ist bei beiden sehr hoch. Immerhin spiele ich A Link to the Past nun immerhin knapp 30 Jahre später immer noch. Nicht jedes Jahr oder regelmäßig, aber alle paar Jahre gibt es Dinge, wie den Podcast Stay Forever, die mich an dieses großartige Spiel erinnern. Ich kann dann einfach nicht anders, als einen Blick reinzuwerfen. Am Ende spiele ich es dann meistens durch und erfreue mich der Details, die ich immer noch weiß oder derjenigen, die ich erneut entdecken kann.
Manche Spiele sind für die Ewigkeit geschaffen und begleiten uns ein Leben lang. Entweder, weil wir uns gerne an sie erinnern oder sie immer wieder spielen können. Es ist ein großartiges Medium und eine tolle Art, Geschichten zu erleben. Mal sehen, ob Elden Ring ähnlich beeindruckend für mich bleibt wie A Link to the Past. Die Zeichen dafür stehen zumindest nicht schlecht.