Nach wochenlanger Abstinenz war ich am Wochenende mal wieder mit Freund J. in Salzburg unterwegs. Und wie könnte man ein solches Ereignis besser zelebrieren, als mit einer Führung durch das wunderbare Schloss Mirabell? Natürlich mit einer der besten Guides von Salzburg: Irene Gramel.
Die Führung startete im Schloss selbst. Erst ging es um die geschichtliche Einordnung und Entstehung des Gebäudes. Dann stiegen wir die berühmte Marmortreppe empor. Die Treppe ist gesäumt von Statuen, die die Geschichte Roms wiedergeben, natürlich mythologisch angehaucht; wie könnte es anders sein? Leider war der noch erhaltene Marmorsaal geschlossen, aber den müssen wir bei Gelegenheit noch einmal besichtigen. Das Gute ist, dass man einfach so hineingehen und die Architektur bewundern kann. Trotzdem war es das erste Mal, dass ich die Treppe nach ganz oben gegangen bin.
Schließlich ging es in den Garten. Von den Einhörnern am Eingang des Gartens über den berühmten Pegasus-Brunnen weiter zu den vielen Statuen. Wobei die Pegasus-Statue schon so einige Standorte hinter sich gebracht hat, bis sie im Garten von Mirabell gelandet ist. Natürlich darf der Zwergengarten nicht fehlen, den ich mir auch schon lange nicht mehr angesehen habe. Beendet wurde die knapp zweistündige Führung mit den großen, unterschiedlich designten Steinvasen und den griechischen Götter-Statuen.
Zum Glück kenne ich mich etwas in der griechischen Mythologie aus, so kann man sich auf die Statuen mehr konzentrieren. Wenn man ein neues Thema bei solchen Führungen erklärt bekommt, kann man schnell überfordert werden und übersieht Dinge. Ist das Thema allerdings schon etwas vertrauter, dann entdeckt man neue Details oder kann sich wie hier auf die Kunst der Statuen konzentrieren.
Das Wetter hielt zum Glück durch, so konnten wir den kleinen Spaziergang durch den Garten genießen, auch wenn es überwiegend ein mit grauen Wolken bedeckter Himmel war. Es fanden im Schloss Mirabell parallel mehrere Hochzeiten statt. Deshalb war der Marmorsaal nicht für Besucher geöffnet. Die Frage ist nur, ob man das als Paar wirklich möchte. Zum einen bewegt man sich stets zwischen unzähligen Touristen, Führungen und Menschen, die nichts mit der Hochzeit zu tun haben. Zum anderen werden Hochzeiten hier im Akkord abgehandelt. Ich glaube, allein in den knapp zwei Stunden waren es mind. vier Hochzeiten.
Das Ambiente und die Umgebung sind mit Sicherheit wunderschön und unvergleichlich. Ich würde aber eher einen Termin mit einem Fotografen machen und ein paar nette Bilder schießen wollen und die Hochzeit woanders feiern. In einer etwas privateren und intimeren Atmosphäre. Ob bei dem ganzen Gewusel wirklich romantische Stimmung aufkommt, sei dahingestellt.
Die Führung war allerdings wie immer fantastisch und hat wieder einmal ein paar neue Einblicke in die Stadt ermöglicht. Vor allem auch, wie verheerend der große Stadtbrand wirklich war. Auch hierzu gibt es eine eigene Führung, die muss ich allerdings noch einmal nachholen. Auf der Seite Linzergasse, wo der Brand damals ausgebrochen ist, fiel sehr viel dem Feuer zu Opfer. Allerdings gibt es noch Zeichnungen und künstlerische Darstellungen, um zu sehen, wie sich die Umgebung und das Gebäude mit der Zeit verändert haben. Am meisten begeistert haben mich jedoch die Statuen und die Mythologie, aber das ist ja auch ein Steckenpferd von mir. Den netten Vormittag haben wir schließlich bei einem guten Essen in der L’Osteria ausklingen lassen.