Einmal am Tag

Ich bin weiterhin im Aufräumen-Modus. Zwar bin ich in den vergangenen Wochen schon so einiges losgeworden, doch besonders in den vergessenen Schubladen, dunklen Ecken im Schrank und sonstigen guten Versteckmöglichkeiten lässt sich noch so einiges finden. Doch wie geht man am besten weiter vor? Alles nacheinander durchschauen und wieder sehr viel auf einmal ausmisten? Oder doch lieber mehr Zeit lassen und überlegen, was ich wirklich benötige?

Zufälligerweise war genau das auch Thema in der aktuellen Folge des Podcasts Sprechkabine. Zwar höre ich diesen meist nur zum Einschlafen, aber neue Folgen höre ich doch zumindest gerne einmal im wachen Zustand durch. Philipp Seidel hat darin erzählt, wie er seit Monaten jeden Tag ein Ding wegwirft, verschenkt oder verkauft. Denn nur weil man aufräumt und etwas nicht mehr benötigt, heißt das nicht, dass man es gleich wegwerfen muss. So wie ich es beispielsweise mit den ganzen Büchern gemacht habe. Und wenn jemand anderes noch Freude mit etwas hat, das mir ausgedient hat, umso besser.

Jedenfalls ist die Herausforderung, jeden Tag ein Ding loszuwerden. Um dem Ganzen etwas mehr Schwung zu verleihen, habe ich nachträglich mit dem 1. Oktober angefangen und so gleich mal 17 Teile auf einmal entsorgt. Seither mache ich mich einmal am Tag auf die Suche nach etwas, das ich nicht mehr benötige. Das Charmante an diesem Vorgehen ist, dass es alles Mögliche sein kann. Mal wirft man einen Monat nichts anderes als Stifte weg, die sich über die Jahrzehnte angesammelt haben und sowieso nicht mehr funktionieren. Mal sind es Farben zum Bemalen von Warhammer-Figuren, die schon längst eingetrocknet sind (nicht, dass mir so etwas passieren würde).

Schritt für Schritt wird es so weniger und man macht sich vielleicht häufiger Gedanken darüber, welche Gegenstände tatsächlich nützlich sind und welche nicht. Einen Nebeneffekt, den ich mir durch diese kleine Herausforderung ebenfalls erhoffe, ist, dass ich mir bei der Anschaffung von Neuem bewusster entscheide, ob ich das wirklich möchte. Oder ob es etwas ist, das ich sowieso in einem oder zwei Jahren wieder entsorgen möchte – auf welche Art auch immer.

Bewusstere Entscheidungen zu treffen und sich nicht nur durch äußere Einflüsse oder vermeintlichen gesellschaftlichen Druck zu etwas verleiten zu lassen, ist etwas, wovon wir alle etwas profitieren könnten. Social Media, Influencer, YouTube, Werbung und noch so viel mehr versuchen uns zu etwas zu verleiten, wovon sie gar nicht wissen, ob wir es wirklich benötigen. Mal sehen, ob diese Herausforderung etwas dabei hilft, gegenzusteuern. In jedem Fall macht es Freude, sich nach und nach von Dingen zu trennen. Ballast loszuwerden und Platz zu schaffen.