Nostalgie und Neuauflagen

Manchmal kommen überraschende Dinge zusammen, mit denen man so gar nicht gerechnet hat. Geschweige denn, dass man sich daran erinnert. Erst wurde ich von einem Podcast an das fantastische Zelda: A Link to the Past erinnert, das ich unzählige Male in meiner Kindheit gespielt habe. Nun kommen noch zwei Remakes von Spielen in kurzer Zeit heraus. Wobei ich mich an eines sehr gut erinnere und das Zweite vollkommen verdrängt hatte.

Bei erst genannten handelt es sich um das Remaster von Darksiders 2, das für die neue Konsolen-Generation erscheint und den treffenden Namen Deathinitive Edition trägt. Darksiders ist eine Reihe, die mich seit dem ersten Spiel sehr begeistert. Leider ist es mit dem regelmäßigen Erscheinen neuer Teile nicht ganz so einfach. Genauer gesagt stand die Fortsetzung der Reihe nicht immer fest. Ich suche mir auch immer die Franchise aus, die unter keinem besonders tollen Stern stehen.

Im ersten Teil (2010 erschienen) spielt man den apokalyptischen Reiter »Krieg«, der durch eine List gerufen wurde und dem die Schuld am Ende der Menschheit in die Schuhe geschoben wird. Es war eines dieser klassischen Spiele, die man locker, lässig nebenbei zocken konnte. Die Bosskämpfe waren zwar durchaus etwas anspruchsvoll, aber ansonsten hat man sich durch Dämonenhorden geschnetzelt und die coole Geschichte genossen. Der Stil des Spiels hat mich schon immer begeistert. Alles war übertrieben und over-the-top. Grandios gemacht, mit tollen Sprecher*innen.

Auch hier gab es sechs Jahre nach Erscheinen des Originals ein Remaster (2016), das den treffenden Namen: Warmaster Edition trägt. Ich hatte damals versucht, es nochmal zu spielen, aber das Original hatte ich dermaßen oft genossen, dass es sich nicht mehr richtig anfühlte. Man merkte ebenfalls die Schwächen des Spiels deutlicher und es machte nicht mehr so viel Spaß wie beim ersten Mal.

2012 kam der Nachfolger heraus. Hier schlüpft man in die Rolle von Tod. Die Handlung findet mehr oder weniger parallel zum Ersten statt. Tod will seinem Bruder helfen, dessen Unschuld zu beweisen und die Menschheit zurückbringen. Es war etwas Rollenspiel-artiger und offener gestaltet, als es noch das erste Spiel war. Trotzdem standen die Hack-and-Slay-Elemente im Zentrum, genauso wie die Rätsel und Parkour-Einlagen.

Da ich aber Darksiders 2 nur maximal zweimal durchgespielt habe, wollte ich unbedingt das kürzlich erschienene Remaster noch einmal spielen. Weit bin ich leider noch nicht gekommen, da mir ein erneuter Elden Ring Durchlauf in die Quere kam, doch die ersten Stunden haben mir Freude bereitet. Ich kann mich nicht mehr an viel erinnern, aber viele Elemente kommen mir bekannt vor. Das Remaster sieht toll aus und ich freue mich schon noch weiter spielen zu können. Von der Länge her ist es überschaubar und daher kein großer Zeitfresser; ist auch nicht immer selbstverständlich.

Die restlichen Teile von Darksiders habe ich dann nicht mehr gespielt. Den dritten Teil habe ich zwar irgendwann mal getestet, aber da war ich noch unerfahren, was soulslike-Spiele anbelangt. Es geht mehr in diese Richtung, ebenfalls sollen Metroidvania-Elemente ihren Platz finden, was mich damals allerdings abgeschreckt hat. Im dritten Teil übernimmt man die Rolle von Fury. Schließlich erschien noch eine Art Spin-Off (Darksiders Genesis), welches die Vorgeschichte von Krieg, mit seinem Bruder Strife, erzählt. Vielleicht hole ich Teil 3 und Genesis nach, wenn ich mit dem Zweiten durch bin.

Immerhin wurde dieses Jahr ein weiterer Teil angeteasert. Ich würde mich freuen, wenn die Reihe fortgesetzt werden würde. Es wird Zeit, Kriegs Geschichte zu Ende zu bringen. Am besten im klassischen Hack-and-Slay-Format. Ich lasse mich überraschen und bleibe vorsichtig optimistisch.

Das andere Remaster, welches ich zu Beginn des Textes angedeutet habe, ist Soul Reaver. Ein Spiel, an das ich mich nicht mehr aktiv erinnern konnte, bis ich ein paar Bilder sah. Zwar weiß ich nichts mehr über das Spiel, aber der Protagonist und ein paar Gegner kommen mir sehr bekannt vor. Natürlich habe ich es mir vorbestellt und hoffe, es wird gut. Immerhin bekommt man hier gleich zwei Teile spendiert. Wenn ich es gespielt habe, werde ich natürlich davon berichten.

Remaster von Spielen, die man aus der Kindheit kennt und gerne gespielt hat, sind stets ein zweischneidiges Schwert. Soll man wirklich noch einmal einen Blick riskieren und vielleicht die guten Erinnerungen trüben? Was ist, wenn die Geschichte und Dialoge miserabel gealtert sind? Oder man sieht es heute zu sehr durch die rosarote Brille der Nostalgie und es war nie so gut, wie man es sich eingeredet hat. Ich mag es allerdings, Spielen eine zweite Chance zu geben, mich zu begeistern. Darksiders 2 hat es geschafft, und Zelda: A Link to the Past spiele ich seit Jahrzehnten. Sould Reaver steht zumindest schon einmal unter guten Sternen.

Aber natürlich muss man die alten Spiele nicht immer gleich erneut spielen. Manchmal reicht es aus, eine gute Folge des Stay Forever Podcasts über Max Payne zu hören und etwas in Erinnerungen zu schwelgen. So kann man das beruhigt abhaken und zu neuen virtuellen Abenteuern aufbrechen.