Als ich vor knapp über einem Jahr mit diesem täglichen Blog angefangen habe, hatte ich so einige Bedenken. Habe ich wirklich jeden Tag ein Thema, über das ich schreiben kann und möchte? Wie umfangreich sollen die Texte sein? Entsprechen sie meinen eigenen Qualitätsansprüchen? Fragen, die man sich in dieser oder ähnlicher Form wahrscheinlich immer stellt, wenn man etwas von sich selbst preisgibt und im Internet veröffentlicht. Oder die man sich zumindest stellen sollte.
Die Frage nach den Themen hat sich recht schnell selbst beantwortet. Immerhin begegnen einem tagtäglich Dinge, über die man sich Gedanken macht. Diese zu virtuellem Papier zu bringen, zu ordnen und halbwegs kompakt als Text zu veröffentlichen ist da nicht mehr allzu schwer. Außerdem beschäftigt man sich mit Hobbys, begegnet Menschen und geht zur Arbeit, Themen gibt es da genug. Die Herausforderung bestand eher darin, sich jeden Tag konsequent hinzusetzen und ein paar Zeilen zu schreiben. Mittlerweile habe ich einen kleinen Puffer an Texten, sollte ich also mal einen Tag nicht dazu kommen, ist es nicht so tragisch.
Bei den Texten selbst ist die Schwierigkeit kompakt zu bleiben und nicht ins Plaudern zu kommen. Sprich, die Texte sollten nicht unnötig lang sein. Immerhin kann man im Zweifel ein Thema öfter besprechen, tägliche Inhalte lassen so etwas zu. In diesem Zuge kommt die Frage nach den eigenen Qualitätsansprüchen ins Spiel. Ist der Text, den ich gerade veröffentliche, gut genug? Habe ich etwas vergessen? Sind zu viele Füllwörter drin? Habe ich unnötige Längen herausgestrichen?
Doch auch hier hat ein täglicher Blog einen gewaltigen Vorteil: Es gibt immer einen neuen Text. Nicht jeder wird ein Pulitzerpreis-trächtiger, literarischer Erguss werden, der seinesgleichen sucht und der Menschenmengen ohnmächtig umfallen lässt, ob der wortgewandten Verklausulierungen und genial zu Papier gebrachten Gedanken. Dieses Ziel wäre unerreichbar und zum Scheitern verurteilt. Das Ziel ist schlicht, jeden Tag zu schreiben.
