Der digitale Warenkorb ist eine hervorragende Erfindung. Besonders wenn dieser, wie bei Amazon beispielsweise, die Artikel, die man dort hineinlegt, speichert. Meist muss man dafür natürlich einen Account haben und angemeldet sein, aber das ist ja mittlerweile bei vielen Webseiten der Fall. Ich nutze nämlich den Warenkorb, hier verwendet als singulären Überbegriff für alle Webseiten und nicht nur den des dominierenden Onlinehändlers, um Geld zu sparen. Man darf sich nur nicht von der allseits umgebenden Werbung dahingehend manipulieren lassen, alles immer gleich und sofort zu bestellen. Wenn wir eines nicht haben, dann einen Mangel an Dingen.
Besonders in diesen Tagen, wo es auf fast allen Webseiten und Shops Preisschlachten gibt, mag der Drang sofort zuzuschlagen und den günstigsten Preis zu ergattern, verführerisch sein. Vor ein paar Jahren war Geduld und sich Zeit lassen, dabei sicherlich noch schwieriger, weil Black Friday und Cyber Monday nur zwei bis vier Tage dauerten. Mittlerweile sind es allerdings Wochen. Es fängt Anfang bis Mitte November an und dauert bis in den Dezember hinein. Für Kund*innen ist das Ideal. Das nimmt den Druck heraus und gibt uns Zeit.
Denn so kann ich mich in Ruhe umsehen, schauen, was gerade im Angebot ist und Interessantes für später speichern oder eben im Warenkorb legen. Die Shops werben ja damit, dass die Angebote bis Dezember gelten, ich kann das Zeug also ruhig liegen lassen. Ein paar Tage später oder sogar zwei Wochen, nachdem ich es gespeichert habe, kann ich nochmal nachschauen und mich fragen: brauche ich das wirklich? Am Ende ist die Antwort meistens nein, ich lösche es und habe Geld gespart. Und selbst wenn sich herausstellen sollte, dass ich es tatsächlich gerne gehabt hätte; die nächsten Angebote kommen bestimmt, darauf ist verlass.
Ich finde es toll, dass Black Friday nun ein paar Wochen dauert. So ist das alles nicht auf nur ein paar Tage beschränkt, man kann sich Zeit lassen und überlegen. Eigentlich etwas, wo ich mir denke, dass die Shops und Anbieter das nicht möchten. Denn diese Zeit erlaubt es auch zu vergleichen. Man darf sich nur von den Shops nicht unter Druck setzen lassen. Countdowns bei speziellen Angeboten sind absurd, genauso wie die Angabe »nur noch 2 Stück auf Lager«. Selbst wenn dieses spezielle Ding ausverkauft sein sollte, ist es unwahrscheinlich, dass dies die letzten beiden Stücke auf der gesamten Welt waren.
Und wenn wir ehrlich sind, sind es am Ende doch meist nur Dinge, die in der Wohnung herumstehen, Staub sammeln und vor sich hin vegetieren. Nur weil etwas billig ist oder billiger, ist es nicht gleichzeitig besser oder erstrebenswerter. Die Kunst besteht darin, etwas zu kaufen, wenn man es wirklich benötigt. Nicht, wenn einem Unternehmen sagen, dass man es jetzt kaufen sollte. Ein durchaus erstrebenswertes Ziel.