Wer kennt es nicht? Man sitzt am Abend mit Freunden in einem Sitzkreis am Boden zusammen. Auf besagtem Boden sind diverse Symbole aufgezeichnet und Kerzen brennen. Diverse Gegenstände liegen um einen herum, man schreibt Bedürfnisse auf einen Zettel und sagt ein Sprüchlein auf, in der Hoffnung, die große Liebe zu finden. Doch leider passiert nichts. Schließlich ist man wieder alleine in der Wohnung und plant aufzuräumen, da kreuzt ein Dämon auf und flirtet mit einem. Ehe man sich versieht dated man also einen gut aussehenden Dämonen, der überraschend schlecht darin ist, seinen Job auszuführen, nämlich Seelen zu sammeln und nun droht diese tolle Beziehung auseinanderzufallen, weil die Bosse oben, genauer gesagt unten etwas dagegen haben, wenn sich ein Dämon mit einem Menschen verbandelt und seinen Job nicht erledigt. Ein typischer Dienstag eben.
So oder so ähnlich funktioniert die Prämisse von Theurgy einem herrlichen Webcomic, den ich ebenso, wie die bisherigen, die ich vorgestellt habe, schon seit einigen Jahren verfolge. Die Geschichte ist herzlich erzählt und nimmt sich selbst nicht allzu ernst. Humoristische Einlagen finden dort ebenso Platz, wie gut geschriebene, tiefgründigere Dialoge. Besonders die Nebencharaktere, die Dez (so der Name des Dämons) und Gabe (den unbeholfenen Dämonenbeschwörer) auf ihrer Reise begleiten, haben immer wieder tolle Auftritte. Es ist die perfekte Dosis an weiteren Charakteren, die die Geschichte elegant voranbringen und die Protagonisten unterstützen.
Gabe und Dez haben eine tolle Chemie und ergänzen sich super. Dez kennt sich in der Welt der Menschen noch nicht allzu gut aus. Daher ergibt sich eine Art fish-out-of-water-Erzählung. So muss er für sich erst herausfinden, ob er Schnee mag und dass es nicht schlecht wäre Sonnencreme zu benutzen. Theurgy steckt voller netter Ideen, sowie kleinerer und größerer Geheimnisse, die im Laufe der Zeit enthüllt werden. Denn nicht nur Dez lernt die Welt der Menschen kennen, auch Gabe kommt in das Vergnügen, sich mit der (Unter-)Welt der Dämonen auseinandersetzen zu müssen.
Theurgy läuft mittlerweile seit zwei Jahren und hat eine herrliche Entwicklung durchgemacht. Aktuell befinden wir uns mitten in Teil 3 der Geschichte. Die ersten beiden Teile kann man sich bequem als PDF-Version kaufen und so in einem Rutsch durchlesen. Ich mag es, wenn Comics so etwas anbieten. Das macht es nicht nur für bestehende Leser*innen leicht, die Geschichte erneut zu erleben, sondern vereinfacht es für Neueinsteiger, einen Zugang zu finden. Ich bin gespannt, wie viele Teile es werden, hoffe aber, es geht noch länger mit der Geschichte um Gabe und Dez weiter.