Für den heutigen Donnerstag habe ich einen etwas längeren Artikel herausgesucht. Diesen habe ich zum ersten Mal am 7. Juni 2015 auf meinem damaligen Blog »Geek-Planet« veröffentlicht, den es heute nicht mehr gibt. Darin versuche ich mich an einer neuen Kolumne, in der ich jeden Sonntag die Woche Revue passieren lasse.
Was mir beim Lesen aufgefallen ist, sind weniger die Dinge, die ich geschaut oder gelesen habe, sondern mehr die Einstellungen dazu. Zwei möchte ich im Besonderen hervorheben, da sie mich am meisten überraschten.
Zum einen den unfassbaren Optimismus, dass ich es je schaffen würde, meine komplette ComiXology-Sammlung zu lesen. Bevor Amazon dieses großartige Unternehmen gekauft und eigenhändig Stück für Stück auseinandergenommen hat, sodass nichts mehr übrig blieb, war das die Anlaufstelle, um digitale Comics zu kaufen. Die Plattform war großartig, der Reader am iPad fantastisch, es hat alles gepasst. Aber dazu habe ich bereits früher geschrieben (Der Untergang von ComiXology). Ich will gar nicht wissen, wie viel Geld ich im Laufe der Jahre hineingesteckt habe. Aber es hat stets Freude bereit, und Comics liegen mir noch immer sehr am Herzen, auch wenn ich aktuell sehr viel weniger lese, als es früher noch der Fall war. Die Anzahl an Comics in meiner Bibliothek war sicher im mittleren fünfstelligen Bereich. Ich habe nie alles gelesen. Aber der Sammler in mir hatte hier eindeutig die Oberhand.
Das Zweite, das mir ins Auge gesprungen ist, ist die Tatsache, dass ich mir beim Lesen des englischen Originals von Heir of the Jedi scheinbar sehr schwertat. Ich habe zwar damals schon alles im Original konsumiert, was Filme und Serien anbelangt, aber dass ich so spät angefangen habe, englische Bücher zu lesen, wusste ich nicht mehr. Ich habe mich sicherlich schon zuvor an englischsprachiger Literatur versucht, aber zu der Zeit, wo der Artikel erschien, hat das wohl so richtig angefangen.
Zum Thema Original oder Übersetzung schreibe ich nochmal gesondert einen Text. Das würde hier wohl den Rahmen sprengen. Genau deshalb mag ich es allerdings, alte Texte von mir durchzugehen und noch einmal zu veröffentlichen. Ich entdecke immer wieder Neues und Überraschendes. Es ist großartig.
Da es in den vergangenen Wochen und Monaten wunderbar mit zwei Artikeln pro Woche geklappt hat – Ausnahmen bestätigen die Regel – dachte ich mir, es wäre mal wieder an der Zeit für ein kleines Experiment. Dieses trägt den prägnanten Namen »Geek Week« und ich möchte diese Kolumne jeden Sonntag für einen kleinen Wochenrückblick nutzen. Was habe ich gelesen, gehört, geschaut oder gefunden, das interessant ist.
„I’m a Catholic whore, currently enjoying congress out of wedlock with my black Jewish boyfriend who works at a military abortion clinic. Hail Satan, and have a lovely afternoon madam.“ – Harry Hart (Kingsman)
Filme
In Bezug auf Filme ist es manchmal wie mit gutem Essen – die Gelüste treiben einen immer wieder zu einer bestimmten Variante hin. Sei es gut zubereitetes Fleisch, einen herrlich frischen Salat oder ein leckerer Kebab. Diese Woche wollte ich hauptsächlich Actionfilme sehen, die mit gut gemachten Kampfszenen, spannender Story und hervorragenden Schauspielern aufwarten konnten. Als Erstes stand ein Rewatch von Kingsman – The Secret Service auf dem Plan. Es handelt sich zwar um eine Origin-Story, aber die übertriebene Action und die überzeichneten Charaktere machen den Film kurzweilig. Dazu gesellt sich eine interessante Geschichte und sympathische Charaktere, mit denen man mitfiebern kann.
Als Nächstes war The Equalizer dran. Der Film überzeugt durch seine ruhigen Momente und lässt die Charaktere für sich sprechen. Ganz im Stil von John Wick wird sich an russischen Zuhältern und Drogenkurieren gerächt. Denzel Washington verkörpert den ehemaligen Agenten Robert wunderbar und über eine gute Fortsetzung würde ich mich sehr freuen.
Im Kino war ich auch und habe mir San Andreas mit Dwayne Johnson angesehen. Katastrophenfilme haben meistens ihre kleinen (oder besser gesagt großen) Probleme. 2012 sei als Beispiel genannt, in dem einfach eine Katastrophe die nächste jagt, ohne sinnvolle Struktur, dafür mit seltsamen Charakteren. San Andreas macht allerdings vieles richtig. Zwar bleiben die stereotypischen Charaktere und überdramatisierten Momente nicht aus, jedoch funktionieren sie hier wunderbar. Die Schauspieler sind sympathisch und transportieren gut ihre jeweiligen Figuren. Die einzelnen Katastrophen wirken nachvollziehbar und scheinen innerhalb der Logik dieser Welt kohärent zu sein. Außerdem sehen die einstürzenden Hochhäuser, der sich auftürmende Tsunami und die Wellen, die durch Städte pflügen, einfach atemberaubend aus. Im IMAX-Saal vibriert jeder Sessel und den Bass spürt man in jedem Knochen – herrlich! Toller Film, um sich einfach zurückzulehnen und The Rock beim Leute retten zuzusehen. Aber nicht nur er, auch seine Kolleg*innen machen eine durchweg gute Figur.
Als Abschluss hätte ich noch The Incredibles zu bieten. Der schon etwas ältere Pixar Film weiß immer wieder zu begeistern, und ich muss wahrscheinlich nicht mehr viel dazu sagen.
Comics
Ach, meine große Leidenschaft. ComiXology hat es wieder einmal geschafft, mir viel Geld aus der Tasche zu ziehen. Gemeinsam mit DC veranstalten sie einen großen dreiwöchigen »digitale sale«, bei dem ich natürlich zugreifen musste. Neben den gesamten Ausgaben von Batman (ich habe zwar die gedruckte Version, aber eine digitale Sicherung kann nicht schaden), Justice League, Deathstroke (ab 2014), Batman/Superman, The Flash und Aquaman, werde ich mir in den nächsten zwei Wochen noch Batman Eternal, Futures End und ein paar andere kaufen. Damit dürfte nicht nur genug Lesestoff bis zum nächsten Sale vorhanden sein, sondern auch für ausreichend Artikel ist auf diese Weise gesorgt. Es wären zwar ein paar Wochen Urlaub notwendig, um einiges nachholen zu können, aber ich bin optimistisch, dass ich irgendwann alles gelesen habe, was sich auf meinem iPad befindet.
Ein bisschen etwas habe ich auch schon nachgeholt, wie Justice League #0 bis #18. Geoff Johns Geschichten sind äußerst spannend, und die Künstler Jim Lee, Scott Williams und Co. setzen unsere Helden gekonnt in Szene. Mir gefallen am besten immer die Geschichten, in denen die Helden besonders herausgefordert werden und sich auch Streitigkeiten unter ihnen bilden. Die epische, übergreifende Geschichte mit dem Titel »Throne of Atlantis« sei hier erwähnt.
Ich hoffe in diesem Monat noch mehr von Justice League nachholen zu können, denn mit dem »Darkside War«, der bereits in vollem Gange ist und der einige Referenzen und Anspielungen auf vergangene Ereignisse aufweist, möchte ich wissen, was bis jetzt geschah und ob es Dinge gibt, die relevant dafür sind. Ich arbeite gerade an einem Artikel, der sich später mit den ersten 39 Ausgaben der Reihe befasst, aber da muss ich erst einmal herausfinden, wie ich das umsetze, ohne es zu sehr ausarten zu lassen.
Neben den JL-Ausgaben habe ich ebenso ein paar neue Hefte von DC gelesen. Midnighter #1 und Batman Beyond #1 seien erwähnt, aber dazu schreibe ich jeweils eigene Texte.
Videos
Seien wir ehrlich – diese Kategorie sollte eigentlich YouTube lauten, denn auf anderen Video-Plattformen bewege ich mich eigentlich nicht. Folgende interessante Fundstücke habe ich anzubieten:
- Vertasium hat gemeinsam mit SmarterEveryDay zwei Videos produziert, die ihr parallel abspielen müsst. Was ihr dabei genau tun müsst, wird aber erklärt und die Mühe lohnt sich wirklich – Ein tolles Projekt.
- Als Channel-Empfehlung gibt es diese Woche Screenjunkies. Neben ihrem wöchentlichen Honest Trailer, liefern sie auch spannende Movie-Fights, welche jeden Sonntagabend erscheinen und bei mir mittlerweile fix zum Wochenausklang dazu gehören.
Bücher
Heir of the Jedi
Nachdem Disney alle bis jetzt veröffentlichten Bücher, Comics und so weiter degradiert hat und nicht mehr zum offiziellen Kanon zählt, dachte ich mir, das wäre die perfekte Gelegenheit, um in die neuen Bücher einzusteigen. Mitzuerleben, wie das von George Lucas geschaffene Universum von einem neuen kreativen Team erweitert und ausgebaut wird, finde ich äußerst spannend und aufregend. Deshalb habe ich mir die noch nicht auf Deutsch erhältliche Originalausgabe von Heir of the Jedi besorgt. Ich wage mal zu behaupten, dass ich nicht gerade der langsamste Leser bin, zumindest bei deutschen Texten, doch als ich mit dem englischen Buch begonnen habe, verließ mich bald die Geduld.
Ich sehe mir zwar Serien und Filme im Original an, lese auch alle Comics und so manche News in englischer Sprache, aber an ein Buch habe ich mich bisher noch nicht herangetraut. Wie befürchtet dauert dann das Lesen auch um einiges länger, und nach 50 quälenden Seiten habe ich das Buch beiseitegelegt und etwas anderes angefangen. Ich werde natürlich nicht aufgeben, aber bevor ich dieses Buch lese, werde ich mit einem kürzeren anfangen und mich so langsam an das englische Lesen gewöhnen. Ich werde von meinen Fortschritten berichten.
Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod (Folge 1–3)
Das äußerst dicke Buch von Bastian Sick ist die gedruckte Version einer Spiegel-Kolumne, die der Autor seit vielen Jahren betreut. Zuerst dachte ich, dass eine gedruckte Kolumne nicht so toll sein könnte, aber der Autor hat mich eines Besseren belehrt. Die kurzen Texte über Fehler und Missverständnisse in der deutschen Sprache sind unterhaltsam und kurzweilig geschrieben. Außerdem kann man als Autor einiges lernen und seine eigenen Texte verbessern. Ich lese zwischendurch immer mal wieder ein paar Kapitel und lasse mich gerne über Kommata, angehängte »s« und Schreibfehler korrigieren. Der einzige Nachteil ist, dass einem mit der Zeit überall diese kleinen (manchmal auch ziemlich großen) Unachtsamkeit auffallen und ich am liebsten gleich den Rotstift zücken würde.