Webcomics sind ein großartiges Medium. Lange Zeit habe ich es als eigenständiges Medium unterschätzt oder nicht ernst genommen, doch Podcasts, wie Talking Comics haben mich vor mittlerweile einigen Jahren schon bekehrt. Es ist eben ein weiteres Medium unter vielen. Wie bei Filmen, Serien, Büchern und Comics gibt es eine Unmenge an Geschichten, die von den unterschiedlichsten Autor*innen erzählt werden. Man muss sich erst etwas umsehen und herausfinden, was einem gefällt, ob einem das Medium anspricht und zusagt, bis man wirklich darüber urteilen kann.
Ich würde sogar fast sagen, dass der Zugang zu Webcomic einfacher ist als zu gewöhnlichen US-Comics oder Mangas. Bei diesen Ausprägungen muss man sich vielleicht erst damit beschäftigen, wo man anfangen will zu lesen. Welche Comics und Geschichten gut sind, was sich zu lesen lohnt. Doch bei Webcomics lädt man sich einfach nur die App herunter (Tapas und Webtoons sind die Platzhirschen), legt sich einen Account an und fängt an zu lesen. Es gibt die Bestenlisten direkt in den Apps und schon nach wenigen Kapiteln kann man meist beurteilen, ob einem die Geschichte taugt oder eben nicht. Außerdem kann man durch die eigenen in-App-Währungen die Autor*innen und Künstler*innen direkt dort unterstützen.
Viele bieten zudem an, sie per Patreon zu unterstützen, wodurch man als Leser*in noch ein paar Goodies bekommt. Seien es PDF-Ausgaben der gesamten, bisher erschienenen Kapitel oder zusätzliche Zeichnungen, Hintergründe zu den Charakteren, FAQs und was sie sich nicht sonst noch einfallen lassen. Viele berücksichtigen auch, dass man gerne mehrere Autorinnen unterstützt und fangen bereits bei einem oder drei Euro an.
Allerdings mag ich es auch, live in den Apps von Tapas und Webtoons mitzulesen, auch wenn ich die oder den Autor*in bereits auf Patreon unterstütze. Die Kommentare unter den jeweils erschienenen Kapiteln sind zum Großteil schön mitzulesen. Es gibt einem den Glauben an die Menschheit zurück. Man freut sich kollektiv über die Geschichte, fiebert mit den Charakteren mit und spricht den Künstlerinnen gut zu, wenn sie eine schwierige Zeit durchmachen oder gerade nicht so viel posten können. Denn auch das ist natürlich intensiver als bei herkömmlichen Comics: der Zugang zu den Schöpfer*innen dieser großartigen Geschichten.
Dadurch, dass meist wöchentlich oder zweiwöchentlich neue Episoden erscheinen und manche Autor*innen unter den Kapiteln entweder aus ihrem Leben berichten oder an was sie gerade arbeiten, was sie durchmachen, fühlt man sich ihnen umso näher. Und seien es nur ein paar Worte, die sie ihrem Publikum hinterlassen. Es verändert das Lese-Gefühl. Was wahrscheinlich auch erklärt, warum man leichter bereit ist, sie auf Patreon oder ähnlichen Plattformen direkt zu unterstützen: Man wünscht ihnen den Erfolg und nur das Beste.
Webcomics sind ein großartiges Medium. Ich kann mich nur wiederholen. Eine fantastische Art, Geschichten zu erzählen, von Menschen, deren Comics man ansonsten vielleicht nie sehen würde. Geschichten über Charaktere, über Themen und Welten, die man ansonsten vielleicht nie entdecken oder veröffentlicht sehen würde. Deshalb macht es mir so viel Freude, jeden Dienstag einen neuen zu präsentieren. Bisher waren das: