Nachverfolgbarkeit

Seit Ende 2021 habe ich ein Journal von der Marke Leuchtturm1917. Darin kann man fünf Jahre lang festhalten, was man jeden Tag so gemacht hat, wie es einem geht und dergleichen. Was man eben in ein paar Sätzen ausdrücken kann. Dabei ist pro Seite ein Tag abgebildet und dieser Tag in jeweils fünf großen Zeilen unterteilt – pro Jahr eine. So kann man die Tage über die Jahre optimal vergleichen und sieht auf einen Blick, was man das Jahr zuvor, vor zwei Jahren und so weiter gemacht hat. Ich mag dieses Fünf-Jahres-Journal sehr gerne. Die Vergleichbarkeit ist wunderbar und es motiviert jeden Tag ein bisschen was aufzuschreiben. Es lassen sich Muster erkennen und Verhaltensweisen beobachten, die man vielleicht anders nicht gemerkt hätte.

Nun mache ich allerdings auch die Homework for Life von Matthew Dicks. Dabei trägt man in einer Tabelle, ich verwende dafür Numbers von Apple, jeden Tag eine Geschichte ein, die man erlebt hat. Man lässt den Tag Revue passieren und macht sich Gedanken. Ziel ist es, wenn ich jemandem fünf Minuten über meinen Tag berichten sollte, was das wäre. In den vergangenen Monaten bin ich mehr dazu übergegangen, einfach reinzuschreiben, was ich gemacht habe. Also eigentlich dasselbe, wie in dem Fünf-Jahres-Journal. Doch es ist ein feiner Unterschied zwischen den beiden Systemen. Das ist einer meiner Vorsätze für dieses Jahr, dass ich mich wieder mehr auf die Storytelling-Aspekte dieser Aufgabe konzentriere.

Jedenfalls vergesse ich durch diese Doppelung an Einträgen manchmal mein Fünf-Jahres-Journal. Oder ich trage in keinem der beiden Systeme etwas ein. Doch ich will eigentlich keinen Tag verlieren. Denn man findet mit der Zeit wirklich jeden Tag etwas, über das man berichten möchte, das erzählenswert ist oder an das man sich einfach gerne erinnert. Ohne diese Übung gäbe es sicherlich nicht diesen täglichen Blog. Aber wenn ich jetzt ein paar Tage vergessen habe, etwas einzutragen, ist es manchmal nicht so leicht nachzuvollziehen, was ich an genau dem Tag getan habe.

Da kommt mir unsere digitalisierte Welt sehr zugute. So lässt sich nicht nur schnell nachvollziehen, was sich den Tag über ereignet hat, sondern die Erinnerung daran ist mit Sicherheit einfacher. Ich kann unter anderem in der Fitness-App vom iPhone sehen, wann ich wo spazieren war und ob ich vielleicht danach noch trainiert habe. Ich kann sehen, welche Podcasts ich gehört habe und durch die verschiedenen Chatverläufe mir auch andere Dinge wieder ins Gedächtnis rufen. Fotos helfen genauso dabei, wie etwaige andere Apps, die man im Laufe des Tages verwendet. So kann ich meine Einträge ins Fünf-Jahres-Journal oder die Tabelle für Homework for Life mit einfachen Mitteln vervollständigen. Es lebe die digitale Welt.