Ein neuer Anfang

Mir ist es wichtig, einen guten Überblick über meine Finanzen zu haben. Was sind meine regelmäßigen Ausgaben? Welche Abos laufen monatlich und jährlich? Wie kann ich mich auf Ausgaben vorbereiten, die nicht planbar sind? Was steht mir wirklich als Budget für meine Hobbys zur Verfügung? Alles Fragen, die ich seit langer Zeit beruhigt beantworten kann. Seit über fünf Jahren verwende ich für ein ruhiges Gewissen die App You Need A Budget (YNAB). Zwar sind die jährlichen Abo-Kosten mittlerweile im höheren Bereich angesiedelt, aber im Moment ist es mir der Seelenfrieden Wert, den mir YNAB bringt. Zudem ist mir bisher noch keine bessere Alternative, mit einem ähnlichen Funktionsumfang, über den Weg gelaufen.

Über das »Warum« von YNAB habe ich bereits in der Vergangenheit geschrieben (Impulskontrolle mit YNAB). Heute geht es mir um eine spezielle Funktion, die in der App steckt. Genauer gesagt eine Funktion, die ich gerne in der Desktop-Version nutze, die man über den Browser öffnet. Denn überraschend regelmäßig setze ich mein Budget auf null zurück und fange von vorne an. Jedoch nicht komplett von vorne, das wäre äußerst aufwendig, sondern mit dem, was YNAB als »Fresh Start« bezeichnet. Sämtliche Kontostände von nicht verknüpften Konten (was bei mir alle sind) und die aktuell budgetierten Summen in den einzelnen Kategorien werden auf null zurückgesetzt.

Was sich YNAB allerdings merkt, sind die Kategorien, die man sich angelegt hat, die zukünftigen Ausgaben, die man geplant hat und noch ein paar zusätzliche Kleinigkeiten, die einen Neustart angenehmer machen. Ich habe vorhin geschrieben, dass ich es überraschend regelmäßig mache. Man sieht in YNAB die alten Budgets in einem Archiv, sofern man diese nicht manuell löscht und beinahe jährlich, spätestens nach eineinhalb Jahren, scheine ich immer wieder einen »Fresh Start« zu machen. Mit der Zeit schleichen sich Dinge ein, die das Budget unnötig verkomplizieren. Seien es zu viele Kategorien, regelmäßige Ausgaben, die man aus Bequemlichkeit einer „falschen“ Kategorie zugewiesen hat oder regelmäßige Ausgaben, die eventuell unnötig geworden sind. Was auch immer der Grund sein mag, es tut wirklich gut, regelmäßig frisch anzufangen und die eigenen Kategorien neu zu bewerten.

Natürlich behalte ich die meisten Kategorien bei. Es gibt eben eine Basis, die man immer benötigt: Lebensmittel, Wohnungskosten, Kredit, Telefon- und Internetrechnungen, Versicherungen, Spar- oder Anlagen-Pläne und so weiter. Doch es sind die zusätzlichen Kategorien, hauptsächlich in Bezug auf Abos, die ich mir bei solchen Neustarts immer besonders genau anschaue. Benötige ich alle Patreon-Abos, die aktuell laufen, oder kann ich welche wegstreichen? Das eine Jahr von MyFitnessPal werde ich wahrscheinlich nicht verlängern, also fällt das dieses Jahr sowieso weg oder Hobbys, die ich schon lange nicht mehr verfolge, benötigen keine eigene Kategorie mehr. Ich streiche rigoros weg. Im Zweifel kann ich es später wieder hinzufügen, aber fürs Erste sollte das Budget einfacher werden.

Schließlich werden die einzelnen Konto-Stände wieder eingetragen und jeder Kategorie die benötigten Summen zugewiesen. Dabei startet man, wie es Hannah vor kurzen auf dem YouTube-Kanal von YNAB vorgestellt hat, mit den wichtigsten Kategorien zuerst. Sprich, die oben genannten Basis-Kategorien werden als Erstes versorgt, bis eben jeder Euro einen Job bekommen hat. Mit diesem »Fresh Start«, der Neubewertung von Abos und Ausgaben, kann das Jahr 2025 kommen. Für einen Neustart von YNAB ist es nie zu spät, und wenn man eine gute App für die eigenen Finanzen benötigt, kann ich die App nur empfehlen. Wie gesagt, beschert mir YNAB seit Jahren einen Seelenfrieden, den ich zuvor nicht hatte. Ich habe alle Ausgaben immer im Blick und bin auf fast alles vorbereitet. Mit einem Neustart fühlt es sich umso besser an, da ich meine aktuellen Prioritäten berücksichtigen kann, was mir in meinem Leben aktuell am wichtigsten ist. Immer nur das aktuelle Budget zu überarbeiten, ist da nicht ausreichend. Manchmal benötigt man einen neuen Anfang.