Wie jeden Donnerstag sehen wir uns auch heute wieder einen alten Text von mir an. Der folgende erschien am 24. Januar 2015 auf meiner damaligen Webseite »Geek Planet«. Einen Blog, den es heute nicht mehr gibt. Trotzdem will ich meine alten Texte weiterhin auffindbar machen. So redigiere ich diese nach und nach, versehe sie mit einer Einleitung und veröffentliche sie hier erneut.
Big Hero 6 ist einer der Filme, die mir tatsächlich recht gut in Erinnerung geblieben sind. Wie im Text angedeutet, war ich dafür sogar des Öfteren im Kino. Zwar habe ich ihn nun schon einige Jahre nicht mehr gesehen, trotzdem denke ich gelegentlich aus irgendeinem Grund daran. Was besonders interessant ist, oder mir zumindest beim Lesen des alten Textes aufgefallen ist, wie sehr mir der Film gefallen hat. Trotzdem habe ich nur wenige Worte darüber geschrieben. Heute würde ich sehr viel mehr auf die Details eingehen. Man sehe sich nur meine Texte zum »MCU Rewatch« an und die enthalten noch nicht einmal alle Gedanken und Ideen, die mir so im Kopf herumgeistern. Außerdem verfällt man vielleicht ins Plappern, was den Text uninteressant macht oder langweiliger zum Lesen. Überdies kann ich nicht jeden Tag 2.000 Wörter lange Texte schreiben.
Ich gehe gerne gelegentlich in die Sneak-Preview, denn oftmals sieht man dort Filme, die man sich vielleicht nicht angesehen hätte. Ebenso ist natürlich der Überraschungseffekt verlockend. Dieses Mal lief Big Hero 6 bzw. Baymax, wie er im deutschsprachigen Raum genannt wird. So habe ich einen schönen, kurzweiligen Film zu sehen bekommen.
“We didn’t set out to be superheroes. But sometimes life doesn’t go the way you planned. The good thing is, my brother wanted to help a lot of people and that’s what we’re going to do.” – Hiro
Feast
Zu Beginn von Animationsfilmen werden des Öfteren Kurzfilme vom entsprechenden Studio gezeigt, was ich immer ein nettes Gimmick finde. Es stellt eine gute Einleitung für den kommenden Film dar. Außerdem sind diese kurzen Kunstwerke meist etwas Besonderes, weil sie etwas anders machen als die großen Filme. Kurzgeschichten und -filme folgen einer eigenen Sprache, einer eigenen Dynamik. Dieses Mal war es Feast. Darin wird von einer Beziehung aus der Sicht eines Hundes und seiner Futterschüssel erzählt. Was zuerst simpel und langweilig klingen mag, entpuppt sich als eine großartige und einfühlsame Geschichte, die innerhalb weniger Minuten fesselt – man bangt und hofft mit dem Hund mit. Was mich besonders freut, ist, dass Feast für einen Oscar nominiert ist.
Big Hero 6
Auch Baymax ist ein Film der besonderen Art. Für mich ist die gesamte Komposition nahe an der Grenze der Perfektion. Dies mag unter anderem daran liegen, dass er auf einem Marvel-Comic basiert, aber das allein ist, wie wir nur zu gut wissen, kein Garant für einen guten Film (man mag sich nur an Ghost Rider II erinnern). Disney ist es gelungen, dass ich mich mit den einzelnen Charakteren identifizieren kann. Sie sind auf Anhieb sympathisch, einzigartig und werden alle mit ihrer eigenen Historie in die Geschichte eingewoben.
Die Welt um sie herum wirkt dynamisch und lebendig – ich möchte am liebsten sofort in die Leinwand springen und ein Teil davon sein. Die fantastischen Animationen und der großartige Soundtrack vermischen sich zu einem emotionalen Gesamterlebnis, wie ich es schon eine Weile nicht mehr bei einem Animationsfilm erlebt habe. Natürlich ist für die Protagonisten nicht alles nur Friede, Freude, Eierkuchen – es gibt Schicksalsschläge, Herausforderungen und Gegner, die es zu überwinden gilt.
Das besondere Highlight ist der Titelgebende Roboter Baymax, obwohl er eigentlich keine Gesichtsregungen zeigen kann, wächst er einem durch seine Handlungen und sein Auftreten sofort ans Herz. Die Slapstick-Comedy und seine Sprüche runden ihn zu einem schönen Paket ab, welches aber nicht komplett wäre, wenn da nicht Hiro wäre.
Die beiden bilden das perfekte Duo, und ich würde nichts dagegen haben, noch mehr Abenteuer mit ihnen zu bestehen. Big Hero 6 ist ein schönes Erlebnis, bei dem ich einfach nur glücklich war, während ich im Kino gesessen habe. Selbst danach hat er mich noch weiter beschäftigt. Es ist immer wieder toll, wenn Filme es schaffen einen auf einer emotionalen Ebene abzuholen und zu berühren. Ein zweites Mal dafür ins Kino zu gehen, lässt sich wohl nicht vermeiden.