Die mittelalterliche Klemmbaustein-Welt von BlueBrixx wird immer größer und detaillierter ausgestaltet. Mit den Gebäuden, die sie sich weiterhin einfallen lassen, werden sie immer spezifischer und aktuell haben sie sogar eine Video-Reihe auf YouTube, in der sie zeigen, wie man ein Diorama baut. Von der Reihe habe ich mir zwar nur die ersten paar angesehen, aber für Enthusiasten ist es sicherlich ein guter Zugang. Ich hoffe nur, sie machen irgendwann eine Video-Reihe dazu, wie man das Monster Burg Blaustein ordentlich in ein Diorama einbaut oder zumindest alles auf eine weitere, abschließende Grundplatte stellen kann.
Immerhin haben sie letztens mit der Veröffentlichung des nächsten größeren Projekts begonnen. Denn so wie man Burg Blaustein über die Jahrhunderte durch die Geschichte verfolgt hat und so gut nachvollziehen kann, wie sich eventuell real existierende Burgen verändert und erweitert haben, machen sie dasselbe nun mit einem Kloster. Vielleicht wird es irgendwann eine gigantische Kathedrale – wer weiß schon, was sie sich Verrücktes ausdenken. Das Kloster Blaubrunn unterscheidet sich von Burg Blaustein dabei nicht nur in der Art, wie der Bau an sich erfolgt, auch die Zusammenstellung der Erweiterungssets scheint anders konzipiert zu werden.
Aktuell gibt es zwei Sets für das Kloster: eine Kapelle und die Einsiedelei. Beide stehen auf eigens gebauten Grundplatten und können durch Pins miteinander verbunden werden. Wenn man allerdings nur ein Set möchte, kann man dies genauso für sich stehen lassen. Wie es aussieht, sind mindestens noch die nächsten beiden Erweiterungen ebenfalls getrennt voneinander aufzubauen. Entweder man erweitert die Einsiedelei oder eben die Kapelle. Irgendwann werden sie sicherlich beide Teile des Klosters zu einer großen Anlage verbinden (müssen). Bis es allerdings so weit ist, kann man sich für eine der beiden Sets entscheiden oder baut eben gleich beide auf. Das ist insofern anders als bei Burg Blaustein, weil hier wirklich jede Erweiterung mitgenommen werden muss, da diese stets aufeinander aufbauen.
Diese Modularität des Klosters gefällt mir an sich hervorragend. Es bietet mehr Flexibilität und außerdem mag ich es, dass beide Gebäude auf einer gebauten Grundplatte stehen, so fügt es sich wunderbar in mein Diorama ein, welches ich für den mittelalterlichen Wohnturm gebaut habe. Das Einzige, was mir nicht so gut gefällt oder wo ich zumindest etwas Sorgen habe, ist der Bau der Gebäude. Denn vieles wird so gebaut, dass man es einfach auseinandernehmen kann. Wände werden nicht stabil gebaut und ineinander verkeilt, wenn man dies so bezeichnen will, sondern man baut einzelne Wandelemente, die für sich stehen können. Dies soll das spätere Erweitern und Auseinandernehmen erleichtern. An und für sich keine schlechte Idee, ich habe allerdings die Befürchtung, dass diese Bauweise übertrieben werden könnte.
Ich sehe die Gefahr, dass sich BlueBrixx hier auf zu einfache Bauschritte konzentriert, statt einer detaillierten, realistischen Bauweise. So könnte die durchaus kleinteilige und manchmal auch experimentelle Konstruktionen, die Burg Blaustein zu etwas Besonderem gemacht hat und macht, dieser einfacheren Bauweise zum Opfer fallen. Ich lasse mich gerne eines Besseren belehren und warte erst einmal gespannt auf die nächsten Sets und Erweiterungen. Der Bau der Kapelle an sich ist allerdings nicht der spannendste. Freude bereitet es, die Grundplatte und Dekorationen wie Bäume oder Werkzeuge zu bauen. Da die Kapelle jedoch eckig ist und symmetrisch, baut man sehr viele Sachen doppelt, bis 64 Mal, so wie es bei den Verzierungen der Ecken der Fall ist. Das ist allerdings dem Gebäude geschuldet. Ich würde empfehlen, mit diesem anzufangen und danach den Rest zu bauen, so hat man die eintönige Arbeit gleich zu Beginn erledigt.
Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Es ist eine schicke, kleine Kapelle mit jeder Menge Details. Da es ein BlueBrixx-Pro Set ist, sind ein paar Figuren enthalten und man bekommt eine gedruckte Anleitung. Das tut dem Bauspaß allerdings keinen Abbruch. Es ist ein schönes Set und der Beginn einer hoffentlich längeren, spannenden Reise durch die Zeit des Mittelalters und darüber hinaus.






