Eigentlich wollte ich vergangene Woche keinen Frühjahrsputz machen, aber wie so oft, kam das eine zum anderen und am Ende lief nicht nur die Waschmaschine den ganzen Tag durch, wie im Dauertest, auch die Wohnung war von oben bis unten gereinigt. Ich wusste noch irgendwo im Hinterkopf, dass ich über das Thema Frühjahrsputz bereits einen Text geschrieben hatte und wurde im April 2024 fündig: Ein Frühjahrsputz. Deshalb trägt der diesjährige Eintrag auch eine römische zwei im Namen. Was ich allerdings nicht mehr wusste, war, dass der Frühjahrsputz so spät stattfand und daraus hervorkam, dass sich Unmengen an Sahara- und Blütenstaub in der Luft vermengten. Vieles in der Wohnung war gelb.
Der heurige Frühjahrsputz hatte allerdings keinen solchen Grund. Vielmehr habe ich immer mehr gefunden, was schon längst mal wieder gewaschen, abgewischt oder einfach nur sauber gemacht werden wollte. Wie oft zieht man den Kissen im Wohnzimmer oder auf der Holzbank im Esszimmer die Überzüge ab und wäscht sie? Ein- oder zweimal im Jahr. Außerdem befinden sich diverse Lammfälle in der Wohnung verteilt, die einen schönen, heimeligen Eindruck vermitteln, doch sollten diese ebenso regelmäßig vor der Haustür entstaubt und anschließend mit dem Staubsauger abgesaugt werden. Ich traue mich nicht, diese in die Waschmaschine zu geben. Zwar könnte man sie darin waschen, aber ich habe weder eine Fellbürste zu Hause noch andere Pflegemittel für diese tollen Felle. Vielleicht sollte ich das mal nachholen.
Was ich allerdings durchaus in die Waschmaschine werfe, sind Teppiche, zumindest wenn sie nicht allzu groß sind. So sammelte sich ein immer größerer Wäscheberg aus Kissenbezügen, Teppichen, Kleidung, Handtücher und Bettwäsche zusammen, den ich irgendwann einfach in die Badewanne warf, damit nicht der Boden des Badezimmers voller Sachen war. Eigentlich war ich der Annahme, dass sich mein Waschtrockner, der mittlerweile schon über 14 Jahre alt ist, langsam seinem Lebensende nähert, aber wenn man nicht zu viel Wäsche auf einmal reingibt und die Schleuderzahl niedrig hält, macht er kaum seltsame Geräusche. Manchmal hilft so ein Dauertest, um das Vertrauen in die Geräte wieder herzustellen. So viel auf einmal habe ich schon lange nicht mehr gewaschen und das bleibt hoffentlich fürs Erste auch wieder so.
Doch was wäre eine Grundreinigung, wenn nicht auch die Holzbalken mal wieder abgewischt würden? Das schiebe ich immer wieder vor mir her, weil es eine eher nervige Arbeit ist. Zwar hält sich der Verschmutzungsgrad in Grenzen, doch im Bad, mit der Feuchtigkeit, klebt Staub besonders gut an den Balken fest. Zum Glück hatte ich etwas Unterstützung. Was diese Woche ebenfalls dazu kam, war die Sanierung des Kamins. Der Ofen befindet sich im Erdgeschoss, trotzdem mussten die Handwerker die Zugänge zum Kamin, die sich in jedem Stockwerk, also auch in meiner Wohnung befanden, öffnen und Dinge machen, von denen ich keine Ahnung habe. Zwar merkte man nicht wirklich was von den Arbeiten, trotzdem trug dieses Ereignis dazu bei, dass ich den Frühjahrsputz dieses Jahr etwas früher anging. Und wenn man sich mal wieder um wirklich alles gekümmert hat, fühlt man sich in der Wohnung gleich wieder wohler.
Etwas aufgeräumter ist es ebenfalls wieder, immerhin findet man bei solchen Aktionen immer Dinge, die überflüssig sind, länger nicht mehr benutzt wurden, oder sich einfach woanders besser machen. Ich mag es durchaus immer mal wieder, Sachen umzustellen oder anders zu gestalten und sei es auch nur in kleinen Details. Beispielsweise, wo man die Lammfelle auf der Couch platziert oder indem man die Farben durchwechselt. Was ich dieses Jahr ebenfalls in die Waschmaschine gab und sogar trocknete, war Larry, mein Lama. So kann man es sich auf der Couch wieder gemütlich machen und entspannt den Herrn der Ringe lesen.
