Ein Bett für die Insel

Der große Urlaub dieses Jahr bringt Freund C. und mich nach Island. Wir haben Flug, die erste und letzte Nacht in Reykjavik in einem schönen Hotel sowie ein Mietauto für 10 Tage gebucht. Sonst nichts. Insgesamt sind wir 12 Tage dort, aber den Großteil des Urlaubs verbringen wir campend und on-the-road. Ein Zelt, welches für zwei Personen völlig ausreichend ist, habe ich noch im Keller, allerdings muss erst geprüft werden, wie gut in Schuss es ist. Es sollte aber nichts passiert sein. Immerhin liegt das Zelt gut verpackt im Keller. Einen Schlafsack habe ich ebenfalls, wobei ich hier noch kontrollieren muss, für welche Temperaturen dieser ausgelegt ist. Eventuell benötige ich einen neuen, der für die frischen Grade der Nächte Islands geeignet ist.

Was mir allerdings noch fehlte, war ein geeignetes, leichtes Feldbett. Die Suche nach diesem speziellen Camping-Equipment sollte gar nicht so einfach sein. Es gibt eine immense Bandbreite an Feldbetten, die man sich zulegen kann. Meistens fallen diese jedoch etwas schwerer aus und haben ein Packmaß, bei dem jeder erfahrene Rucksacktourist enttäuscht den Kopf schütteln würde. Das will ich mir ersparen, also musste ein ordentliches Feldbett her. Immerhin soll mich das länger begleiten. Mein Ziel wäre es, dieses sogar zu Freunden, die ich regelmäßig besuche, mitzunehmen. Dann kann ich es dort voller Stolz auspacken und bin nicht auf Luftmatratzen angewiesen, die meinen alten, geschundenen Rücken plagen. So schlimm ist es zwar nicht, aber ein Feldbett ist da sicherlich angenehmer.

Schnell wird man bei einer Suche nach leider hochpreisigen, leichten und stabilen Feldbetten bei der Marke Helinox fündig. Das Modell Cot Lite oder Lite Cot (je nachdem) hat normale Maße für ein Feldbett. Was ich erst nicht glauben konnte, ist, dass es lediglich 1,2 kg wiegt. Doch als es letztens ankam, war ich äußerst positiv überrascht. Man ist etwa 12 cm vom kalten, feuchten Boden entfernt und wenn man es sich darauf mit einem Schlafsack gemütlich macht, sollte einer erholsamen Nacht nichts mehr im Weg stehen. Der Vorteil ist außerdem, dass das Bett oben und unten keine Stangen hat, somit kann man die volle Länge ausnutzen. Zwar liegen die Arme trotzdem seitlich auf den Stangen auf, aber mit einem Schlafsack sollte das zu meistern sein. Als Kopfkissen kann man die schicke Hülle benutzen. Dazu ein bisschen Kleidung reinstopfen und fertig. Oder man nimmt etwas Aufblasbares mit. Ich hatte letztens ein gutes Angebot entdeckt, wo es über 30 % reduziert war, da konnte ich nicht nein sagen.

Bisher habe ich das Bett nur für Testzwecke aufgebaut und bin lediglich ein paar Minuten draufgelegen, aber es sollte seinen Zweck erfüllen. Der Aufbau benötigt allerdings etwas Übung. Die seitlichen Stangen sind schnell durch die Öffnungen geschoben, schwierig wird es bei den Querstreben. Diese sind äußerst steif und ich hatte etwas Sorge, dass sie beim Montieren brechen oder mir bei der Demontage ins Gesicht schlagen. Beides ist bis jetzt zum Glück noch nicht passiert. Sollte es in Island geschehen, hoffe ich, dass es mich wenigstens gleich ausknockt, dann kann ich gleich die Nacht durchschlafen, ohne das Bett aufbauen zu müssen.

Ich freue mich schon sehr auf den Urlaub und bin gespannt, was wir dort alles sehen und erleben. Island bietet sehr viel und es wird durchaus eine Herausforderung, nicht überfordert und gestresst alles Mögliche abklappern zu wollen. Da ist es mir lieber, etwas weniger zu sehen, dafür den Urlaub voll und ganz zu genießen. Das ist ja das Schöne am Camping. Entschleunigung, näher an der Natur zu sein und auch einfach mal nichts zu tun.