In der Vergangenheit stöbern

Vor ein paar Wochen habe ich darüber berichtet, wie ich meinen Wust an Notizbüchern und Journals etwas bereinigt habe. Es hatten sich über die Jahre unterschiedliche Techniken angesammelt, die aber eigentlich alle dasselbe für mich taten. Es wurde Zeit, dies zu bereinigen (Über Notizbücher und Journals). Ich bin noch dabei, das System zu verfeinern und zu sehen, was funktioniert und was nicht. Das soll heute nicht das Thema sein. Ich wollte nur kurz über etwas anderes berichten.

Etwas, das mit dem loswerden und archivieren überschüssiger Journals einherging, war, einen neuen Platz dafür zu finden. Bisher verstaute ich die ganzen Notizbücher im Schlafzimmer, in einem alten Billy-Regal von Ikea. Doch dort ging langsam der Platz aus. Außerdem ist mir durch das Ansehen diverser Videos zu dem Thema bewusst geworden, worum es doch eigentlich geht, wenn man sich schon die Mühe macht, viel aufzuschreiben und zu notieren: das Reflektieren. Ein kleiner Blick in die Vergangenheit kann manchmal Wunder bewirken. Es zeigt einem nicht nur, wo man herkommt, sondern vielleicht auch, wie weit man bereits gekommen ist.

Doch wenn diese Notizbücher in einem Eck im Schlafzimmer stehen, werde ich sie nicht heraussuchen und darin schmökern. Also habe ich im Bücherregal im Wohnzimmer Platz gemacht. Schon beim hinein räumen der Notizbücher habe ich die Gelegenheit genutzt und so manche Einträge durchgelesen, die ich vor acht oder zehn Jahren geschrieben habe. Manches hatte ich schon wieder vergessen oder zumindest seit Ewigkeiten nicht mehr daran gedacht. Meine Intention ist es, nun etwas öfter ein altes Journal herauszugreifen und darin zu entdecken, was ich nicht alles gemacht habe.

Es zeigt auch, dass es für meine zukünftige Praxis durchaus wichtig ist, immer wieder zu reflektieren, was ich in den vergangenen Monaten gemacht habe, das funktioniert hat, wo man nachbessern kann und was man vielleicht sogar fallen lassen kann. Neugierde und Entdeckergeist zeichnen für mich das Führen eines Journals aus. Sich aus der Komfortzone wagen. Sich von seinem vergangenen Ich beeinflussen und inspirieren lassen. Es ist wirklich großartig, in der eigenen Vergangenheit blättern zu können. Doch der Blick dabei ist stets nach vorne gerichtet. Was kann ich daraus lernen? Was packe ich als Nächstes an?