Es ist Donnerstag und das bedeutet, wir werfen einen Blick in die Vergangenheit. Genauer gesagt, zehn Jahre schauen wir zurück, auf den 21. Dezember 2014. Damals erschien der folgende Text auf meinem ehemaligen Blog »Geek-Planet«, den es heute allerdings nicht mehr gibt. Allerdings sollen alle meine Texte irgendwann hier vereint und auffindbar sein.
Als ich in meiner Textsammlung diese Rezension fand, musste ich sie einfach durchgehen. Ich habe sie zugegebenermaßen etwas entschärft, da manche Kommentare einfach nur mehr blöd sind. Immerhin soll es eine Kritik sein. Zwar hat es der Film, wie ich heute immer noch finde, verdient, aber manchmal muss man sich etwas um Objektivität mühen. Die Einleitung von damals sagt allerdings schon viel aus, wie ich finde.
Interessanterweise hatte ich mich vor Kurzem mit Freund T. über die Filme von Peter Jackson unterhalten. Im Speziellen ging es um seine Ausflüge nach Mittelerde. Wenn man sich die Qualität der Hobbit-Filme ansieht, weiß man noch einmal mehr zu schätzen, dass es die Trilogie um Herr der Ringe überhaupt gibt. Es war nicht nur der perfekte Zeitpunkt, diese ins Kino zu bringen, sondern auch der perfekte Augenblick, diese zu machen. Die gebauten Miniaturen und Sets, sowie die fast makellose Verbindung zwischen Echtem und CGI, konnte nur zu diesem Zeitpunkt so geschehen. Sie sind und bleiben ein Ausreißer und nicht die Regel.
Ich will mich nicht noch einmal in das Thema Hobbit-Filme hineinsteigern und aufzählen, was schiefgelaufen ist. Mein vergangenes Ich streift das relativ gut. Stattdessen möchte ich in diesem Kontrast die hervorragende Qualität der Herr der Ringe-Filme betonen. Sie sind einzigartig in der Kinogeschichte und egal was danach gekommen sein mag oder noch kommen wird, so etwas wird es nicht mehr geben. Genauso wie die Infinity Saga vom MCU immer für sich stehen wird. Es ist einfach nur toll, dass es solche Projekte gibt und man sie sich immer wieder ansehen kann. Seit einiger Zeit habe ich die 4k-Bluray-Versionen zu Hause aber noch nicht angeschaut. Es wird wohl Zeit, diese hervorzuholen und mal wieder einzulegen. Vielleicht nachdem ich mit dem MCU-Rewatch durch bin.
Je öfter ich den Trailer zum Finale der Hobbit-Trilogie gesehen habe, desto niedriger wurden meine Erwartungen. Teilweise sieht es aus wie ein besseres Computerspiel, eine einzige Schlacht soll den gesamten Film tragen und was soll noch großartiges mit Smaug passieren? All das hat mich lange beschäftigt und endlich habe ich die Antworten.
“One day I’ll remember. Remember everything that happened: the good, the bad, those who survived… and those that did not.” – Bilbo
Als kleiner Disclaimer muss ich vorweg erwähnen, dass ich nach dem Schreiben des Reviews festgestellt habe, dass es eher zu einem Rant (grob übersetzt: Schimpftirade?) als einer objektiven Rezension wurde, aber ich lasse es trotzdem so stehen, da es meine ehrliche Meinung zum Film ist und darum geht es doch schließlich.
Lasst uns den Film von Anfang an durchgehen. Die ersten ca. zehn Minuten des Films sind direkt an den zweiten Teil angeschlossen: Smaug fliegt zur Stadt und brennt sie nieder. Es geschehen viele Dinge und Bard (Luke Evans) schafft den tödlichen Schuss. Allein diese langweilige Sequenz hat mich beinahe aus dem Kino getrieben. Nicht nur stirbt Smaug nach ein paar Minuten (das hätte leicht noch in den zweiten Teil gepasst), nein, es sieht auch aus wie ein Computerspiel. Wie bei Assassin’s Creed springt der Protagonist über die Häuserdächer. Schließlich trifft er nicht mal beim ersten Schuss, was wesentlich besser gewirkt hätte und wie es auch im Buch steht. J.R.R. Tolkien wusste, was er macht, warum muss man das ändern?
Dann wird es zumindest etwas besser, aber offen gestanden passiert nun auch nichts Weltbewegendes. Die beste Szene des Films ist kurz vor der Schlacht, als sich Galadriel (einer meiner Lieblingscharaktere) Sauron gegenüberstellt und ihn nach Mordor schickt.
Die Dame steckt voller Überraschungen und hier darf sie so richtig zeigen, was sie kann. Der Kampf mit den angehenden Ringgeistern ist ebenfalls toll dargestellt und choreographiert, aber leider ist die Szene schnell wieder vorbei.
Dann kommt die große Schlacht. Wenn Peter Jackson eines kann, dann ist es wohl Schlachten bombastisch darzustellen (siehe Herr der Ringe), und zwar so, dass man immer den Überblick behält, man fiebert mit den Charakteren mit und es wirkt authentisch. Tja, dann kam die Ernüchterung, dass er es offenbar verlernt hat. Ich hatte während der Schlacht keine Ahnung, wo wer gegen welchen Gegner kämpft. Es werden die größten Distanzen in kürzester Zeit auf komischen Böcken zurückgelegt und bei den Überblickszenen sieht es aus wie ein Strategiespiel, wo Einheiten von A nach B bewegt werden. Der größte Witz sind für mich aber die Elben. Zuerst sieht man in der Stadt nur etwa 100 von ihnen, dann stehen plötzlich gefühlt Tausende von ihnen vor den Toren Erebors. Während der Schlacht wiederum scheinen sie alle nach Hause gegangen zu sein. Es ist sehr verwirrend.
Kommen wir zu den „dramatischen“ Zweikämpfen. Auch hier habe ich zugegebenermaßen den Überblick verloren. Diese weißen CGI-Ork-Monster sehen sich alle ähnlich und wenn schnell zwischen mehreren Kämpfen hin und her gewechselt wird, hatte ich keine Chance einzuordnen, wer denn nun schon gestorben ist und wer nicht. Inzwischen habe ich schon wieder die ersten beiden Herr der Ringe Teile gesehen und wie kann man nur glauben, dass Computergenerierte Orcs besser aussehen, als von echten Darstellern verkörperte Uruk-hai? Des Weiteren sind die Tode von Kili, Fili und Thorin derart kurz nacheinander und über-dramatisiert in Szene gesetzt, dass ich froh war, als endlich der Abspann kam und ich aus dem Kino gehen konnte.
Um meine Frustration über diesen Film besser verstehen zu können, muss man wissen, dass ich die Herr der Ringe Filme für perfekt halte. Besetzung, Musik, Geschichte, Dramatik, Kulissen (echte, selbstgemachte Kulissen), dreckige, schrecklich aussehende Uruk-hai, die sich aus dem Schlamm quälen müssen usw.
Ich kann einfach nicht nachvollziehen, warum sich Peter Jackson oder das Studio dazu entschlossen haben, derart auf computergenerierte Effekte zu setzen. Die Optik von den Hobbit-Filmen allein tut mir weh. Immer glänzt oder glitzert irgendetwas in der Umgebung – es nervt! Den vorerst letzten Ausflug nach Mittelerde hätte ich mir besser gewünscht. Allerdings muss man auch sagen, dass es zumindest drei positive Aspekte in dem Film gibt, die allerdings leider nicht ausreichen, um den Film tragen zu können.
- Bilbo: Die Darstellung von Martin Freeman ist wie immer kongenial und macht einfach Spaß beim Zusehen.
- Thorin: Seine Besessenheit vom Arkenstein ist toll interpretiert und in jeder Szene spürbar.
- Galadriel: Cate Blanchett Verkörperung der Elbin ist erneut fantastisch und ein Höhepunkt der unnötig ergänzten Szenen.