Am Samstag war es endlich mal wieder Zeit für eine Führung. Nach wettertechnischen Unterbrechungen, krankheitsbedingten Ausfällen und einem überschaubaren Angebot fängt die neue Saison im April wieder an. Das Wetter war wunderbar. Über 17 Grad und wolkenloser Himmel, zumindest vormittags, luden ein, die Stadt einmal mehr mit Irene Gramel zu erkunden. Dieses Mal sind Nonntal und Nonnberg, die erkundet werden sollen. Eine neue Führung in ihrem Programm, die mit der VHS Salzburg organisiert wurde. Wenig erstaunlich war diese Führung sehr beliebt. Über 20 Menschen nahmen daran teil.
Treffpunkt war der Entenbrunnen im Schanzlpark. Wobei Park hier ein großzügig gewähltes Wort ist für eine kleine grüne Fläche mit ein paar Bäumen, Sträuchern und genannten Brunnen. Aber man hat von hier aus schon mal einen guten Blick auf das Nonntal. Durch die spannenden Erzählungen bekam man einen guten Eindruck, wie es wohl früher ausgesehen hat. Alte Zeichnungen zeugten von Stadttoren, kleinen Brücken und dergleichen, die heute nicht mehr existieren. Natürlich darf auch Paris Lodron nicht unerwähnt bleiben, genauso wie sein Wappen, welches die berühmten Löwen mit dem Brezelschweif enthält.
Nach dem Schanzlpark ging es über die Nonntaler Hauptstraße zur St.-Erhart-Kirche. Das Schöne an Führungen ist, dass man immer wieder an Orte und in Gebäude kommt, zu denen man ansonsten keinen Zugang hat. Man kommt natürlich auch so in die Kirche hinein, doch steht man dann vor einem verschlossenen Eisentor. Nun konnten wir komplett rein und die schön gestaltete Kirche komplett bewundern. Durch einen unscheinbaren Eingang, links neben dem Aufgang zur Kirche, gelangt man schließlich noch in die Katakomben, die erst vor Kurzem ausgeräumt und hergerichtet und nun für Galerien genutzt werden. Denn als richtige Katakomben wurden sie scheinbar nie verwendet. Ich mag es, wie sich mit der Zeit ein immer detaillierteres Bild von Salzburg bildet. Herrlich.
Es ging die Nonntaler Hauptstraße weiter, an Hochwassermarken vorbei, die mir noch nie aufgefallen sind, und schließlich den Nonnberg hinauf. Natürlich darf ein Besuch beim Stift Nonnberg nicht fehlen. Auch die dortige Kirche mag ich ganz gerne. Sie ist schlichter, aber trotzdem lädt sie zum Entdecken vieler Details ein. Die Nonnberggasse ging es entlang zum Brunnhaus und schließlich zum Haus der Volkskulturen. Auf dem Weg erfuhr man von den Prozessionen, die es gab, wenn Hinrichtungen durchgeführt wurden, und wie die Verurteilten noch während dieser Prozession gequält wurden. Das Haus der Volkskulturen ist ein relativ neues und modernes Gebäude. Dort werden Vereine verwaltet und organisiert. Gleich nebenan gibt es das Schauspielhaus und das Mozarteumorchester. Ein wirklich schöner Fleck von Salzburg, den ich so noch nie erkundet habe. Es ist immer wieder erstaunlich, was es alles zu entdecken gibt, wenn man nur ein paar Meter von der üblichen Strecke abweicht. Salzburg hat so viel Tolles zu bieten.
Schließlich ging es noch über den Universitätspark mit der Trakl-Allee zur Berchtholdvilla. Vom Unipark hat man eine wunderbare Aussicht auf Nonnberg und die Burg. Man sieht sie mal von einer anderen Seite. Deshalb mag ich Nonntal auch so gerne. Es ist ein schönes Fleckchen mit tollen Ausblicken. In der Berchtholdvilla durften wir schließlich noch die dortigen Ausstellungen genießen. So waren wir am Ende über zwei Stunden unterwegs. Es gab viel Neues zu lernen und zu entdecken. Es ist immer wieder ein Genuss.

