Manchmal muss man die Küche ausräumen und von altem Ballast befreien. Ich werfe sehr ungern Lebensmittel weg. Doch lässt sich das nicht immer vermeiden. Und wenn gewisse Lebensmittel einen Grad an Haltbarkeit überschritten haben, dann müssen sie einfach weg. Etwa weil das Mindesthaltbarkeitsdatum eine Jahreszahl aufweist, bei der man noch mit Maske im Supermarkt einkaufen war. Oder weil zwei Proteinpulverpackungen offen in zwei unterschiedlichen Schubladen stehen und ich weder weiß, wann ich diese geöffnet, noch wann ich diese das letzte Mal verwendet habe. Das Gefrierfach läuft ebenfalls Gefahr, als Abstellkammer‑Ersatz missbraucht zu werden. Da finden sich offene Spinatpackungen, die von Gefrierbrand gebeutelt sind, oder andere Packungen, die es sich bereits häuslich eingerichtet haben. In solchen Fällen wird es Zeit, Abschied zu nehmen.
Ich habe meine gesamte Küche durchforstet, Packungen kontrolliert, Datumsangaben gelesen und beurteilt, ob es noch vertretbar ist oder nicht. Beispielsweise habe ich Dosenobst zuhause, das zwar vergangenes Jahr sein MHD erreicht hat, allerdings ist es hier nicht so tragisch. Die Dosen sind in Ordnung, weder verbeult noch auf eine andere Art beschädigt, und sie waren stets in der Schublade, bei mehr oder weniger konstanten Temperaturen. Ich werde sie demnächst verbrauchen, dann hat sich das auch erledigt. Es tut gut, wieder einen ordentlichen Überblick zu haben, was sich alles in den Fächern und Schubladen der Küche befindet. Doch das war mir nicht genug.
Bei Amazon (es musste leider sein) habe ich mir ein paar Vorratsbehälter bestellt. Verschiedene Größen, manche aus Kunststoff, manche aus Glas, die sich gut verschließen lassen. Manche haben sogar oben einen Auslass für gutes Portionieren. Dort kommen dann Mehl, Nudeln, Semmelbrösel, Chia- und Leinsamen, Saatenmischungen (verwende ich gerne für Salat) und sonstiges Zeug hinein, was ansonsten offen herumstehen würde. Die kann man ordentlich beschriften, sie schließen (hoffentlich) gut ab und es hilft, einen besseren Überblick zu haben. Eigentlich hätte ich das schon vor längerer Zeit machen müssen, aber besser spät als nie.
Ich zähle diese Aus- und Aufräumaktion als Teil meines andauernden Frühjahrsputzes. Dieser begann in digitalen Gefilden. Ich habe sämtliche Abos rigoros überdacht und gekündigt, meine Cloud-Speicher und Festplatten neu organisiert, die Wohnung etwas umgeräumt und nun eben auch die Küche im Speziellen aufgeräumt. Mal sehen, ob es das nun war oder mir noch mehr Ideen kommen.