Nach drei Wochen war es endlich mal wieder Zeit für einen kleinen Ausflug nach Salzburg. Die Stadt hat mir tatsächlich schon gefehlt. Wenn man es gewohnt ist, fast jedes Wochenende einen halben Tag dort zu verbringen, ist der Abstand davon gewöhnungsbedürftig. Das Aussuchen eines Lokals zum Essen fiel überraschend schwer. Ich konnte mich partout nicht an die besten und gemütlichsten Lokale erinnern, die wir so besucht haben. In den vergangenen Wochen habe ich mich mit sehr vielen anderen Dingen beschäftigt, ich musste mich erst wieder etwas zurechtfinden.
Die Feiertage tragen ihr Übriges dazu bei, dass die Tage ineinanderfließen und die Trennschärfe verschwimmt. Hier lobe ich mir mein kleines Bullet Journal und die Reflexionen, die ich regelmäßig darin vornehme. Es ist eine schöne Möglichkeit, zurückzublicken und zu sehen, was man erreicht und geschafft hat. Wie oft kommt es vor, dass wir uns nicht mehr daran erinnern, was wir vorgestern getan haben? Ich muss mir das alles zum Glück nicht merken, das lagere ich in ein kleines Notizbuch aus. Es wird schlicht und übersichtlich alles festgehalten, was mir notwendig oder wichtig erscheint. Manchmal sind es allerdings besonders jene Momente, die wir beim ersten Betrachten als banal bezeichnen würden, die später für uns umso einprägsamer und essentieller sind. Oder wie Steve Jobs es so schön sagte:
»You can’t connect the dots looking forward; you can only connect them looking backward. So you have to trust that the dots will somehow connect in your future.«
Das heißt nicht, dass man sich einfach vom Leben mitreißen lassen sollte, wie ein Schiff im Sturm – keine Ahnung, ob diese Metapher funktioniert, aber es klingt zumindest wichtig. Wir benötigen ein gewisses Ziel vor Augen. Selbst wenn es sich später nicht als das wahre Ziel herausstellen sollte, ist man doch um Erfahrungen reicher geworden und hat mehr über sich selbst gelernt. Das ist auch ein Grund, warum ich immer wieder versuche, die Dinge, die ich mache, zu reduzieren oder zu überdenken. Hobbys sind schön und gut, aber wenn es zu viele sind, kann ich nichts richtig machen. Ich bin abgelenkt und denke schon an das Nächste. Ich möchte mich auf weniger konzentrieren und das dafür so gut wie möglich machen, besser darin werden. Auch hier helfen Reflexionen weiter. Hat mich das, was ich in der vergangenen Woche getan habe, weitergebracht? Sollte ich den Kurs etwas korrigieren?
Schritt für Schritt den Weg entlangschreiten und darauf vertrauen, dass man es schon richtig machen wird. Ich mag die Idee, dieser Linie, die man zieht. Wenn ich das für die vergangenen zehn Jahre meines Lebens mache, hätte ich am Anfang nie abschätzen können, wo es mich hin verschlägt. Doch es passt. Die Rückschau oder das Zurückblicken ist ein Talent, dessen Kraft man nicht unterschätzen darf. Und manchmal ist es ganz gut, zu bekannten Orten oder Ausgangspunkten zurückzukehren. Vielleicht hat sich die Perspektive mittlerweile geändert und man entdeckt etwas Neues. Freund J. und ich starten unsere Salzburg-Touren meistens im Stieglkeller. Ich mag das alkoholfreie Weißbier, man hat einen wunderbaren Ausblick über die Stadt und kann über alles Mögliche philosophieren.
Dieses Mal hat uns der Weg in das Altstadt-Café geführt, wo ich mir ein Clubsandwich gegönnt habe. Eine mehr als ausreichende Mahlzeit. Drei Toastscheiben, jede Menge Hühnchen, etwas Speck, Gemüse und Sauce, dazu ein Avocado-Dip und Pommes, sind eine üppige Mahlzeit. Für mich auch die letzte für diesen Tag. Aber es schmeckte herrlich. Der Kellner war wie immer freundlich. Ein tolles Café, das immer einen Besuch wert ist. Genauso wie der Stieglkeller ist es an diesen Orten erstaunlich ruhig, selbst wenn es in der Stadt zugeht wie bei einem Festival. Ruhepole, die es sich lohnt aufzusuchen.