Geek-Planet | Young Justice

Wie jeden Donnerstag werfen wir auch heute wieder einen Blick in die Vergangenheit. Genauer gesagt auf den 16. Januar 2015. Damals erschien der folgende Text auf meinem Blog »Geek-Planet«, den es heute allerdings nicht mehr gibt. Trotzdem möchte ich alle meine Texte an einem Ort versammelt wissen. Deshalb redigiere ich jede Woche einen Text, versehe ihn mit einer kleinen Einleitung und veröffentliche ihn hier erneut.

Ach, Young Justice. Eine der Serien, die von der Geschichte etwas falsch behandelt wurde. Die ersten beiden Staffeln erhielten viel Lob für die herausragende Qualität und weil sie eine durchaus komplexe Geschichte zu erzählen wussten. Es war keine typische Kinderserie. Auch als Erwachsener konnte man sich viel aus den Folgen herausholen. Die Themen waren zum Teil anspruchsvoll. Schade, dass sie zu früh abgesetzt wurden.

Später wurde die Serie zwar auf DC Universe und HBO fortgesetzt, doch beide Plattformen oder Streaming-Dienste sind nicht weltweit verfügbar oder nur mit Umwegen zu abonnieren. Das dämpfte wahrscheinlich den Erfolg etwas. Ich warte noch heute, dass der nunmehr auf Comics spezialisierte Dienst DC Universe Infinite in Europa ausgerollt wird. Seit Jahren wird versprochen, dass man sich um einen weltweiten Zugriff kümmert, doch passiert ist quasi nichts. Was sehr schade ist. Der Dienst hätte durchaus seinen Reiz. Leider wurden die Superhelden-Serien und -Filme daraus gestrichen und woanders untergebracht, was es noch einmal schwieriger macht. Doch das soll den guten Erinnerungen an die ersten beiden Staffeln von Young Justice keinen Abbruch tun. Immerhin habe ich mir damals die Blurays dazu geleistet und hatte viel Freude mit der Serie. Sie ist ein guter Einstieg in das Universum, wie ich finde, da man viel vom DC-Universum mitbekommt. Ankerpunkt bleibt aber dennoch das Team rund um die jungen Held*innen.


Um mein Wissen bezüglich des DC-Universums zu verfeinern und weiter auszubauen, habe ich mir ein paar Animationsserien zugelegt, welche den Ruf haben, als eine der Besten zu gelten. Mit dreidimensionalen Charakteren und guten Handlungssträngen. Außerdem sollten sie natürlich nicht zu – »kindisch« ist vielleicht das falsche Wort – einfach gestrickt sein. Den Anfang bildet also Young Justice. Mal sehen, ob die Serie hält, was sie verspricht.

»You’re overwhelmed, Freeze was underwhelmed; Why isn’t anyone ever just whelmed?« – Robin

Young Justice lief von Ende 2011 bis Anfang 2013 und kam dabei auf zwei Staffeln mit insgesamt 46 Episoden. Leider wurde die Serie danach eingestellt, auch wenn mir scheint, dass sie hervorragende Kritiken bekam und von Fans gefeiert wurde. Ich gehöre nun auch dazu, denn die Autor*innen haben eine komplexe, lebendige Welt geschaffen, die ich gerne weiter erkunden möchte. Offene Handlungsbögen müssten abgeschlossen und Charaktere weiter ausgebaut werden.

Die Serie ist im Prinzip die Origin-Story der Teen Titans und die ersten Mitglieder setzen sich aus Robin, Aqualad, Kid Flash, Superboy, Miss Martian und Artemis zusammen. On/Off-Mitglieder sind in späteren Folgen Speedy/Arsenal und Zatanna. Außerdem findet Superboy zwei ungewöhnliche Haustiere. Diese Zusammensetzung finde ich äußerst spannend, da ich die meisten nur flüchtig oder gar nicht kannte (außer natürlich Robin) und so hatte ich die Gelegenheit, ihre Geschichte quasi live mitzuerleben.

Wie erwähnt schaffen es die Autor*innen allen Charakteren genügend Raum zu geben, damit sie sich entwickeln können. Niemand der Protagonisten ist am Ende von Staffel eins derselbe wie am Anfang. Auch wird das Verhältnis zwischen den Mitgliedern genauer behandelt, was nicht nur zu Streitereien, sondern auch zu Beziehungen führt. Die Atmosphäre ist genauso abwechslungsreich wie die Handlung selbst. Von lustig, spannend, traurig über schockierend hin zu unvorhersehbaren Twists hat die Serie viel zu bieten und ich bin froh sie entdeckt zu haben. Da die einzelnen Folgen jeweils nur 20 Minuten dauern, ist man allerdings auch gleich wieder am Ende angelangt.

Die zweite Staffel macht zeitlich einen Sprung nach vorne, und zwar um fünf Jahre. Es werden erwachsenere Mitglieder von Young Justice gezeigt, die sich weiterentwickelt und sich teilweise komplett neue Identitäten aufgebaut haben. Hier hätte es mir gefallen, in späteren Staffeln die Zeit dazwischen mitzuerleben oder gezeigt zu bekommen, was sie durchgemacht haben. Warum haben sich manche so stark verändert und manche weniger?

Technisch ist die Serie toll umgesetzt. Die Animationen sehen gut aus und die Sprecher leisten eine hervorragende Arbeit. Vielleicht gibt es mal wieder eine Serie, die in diesem Universum spielt und ähnlich aufgebaut ist – man kann nur hoffen.