Vor einigen Jahren habe ich mir bei einer Hofer-Filiale, ich glaube, es war in Bergheim, einen Bonsai mitgenommen. Das Bäumchen hat mich sofort angesprochen. Der Stamm hatte eine verdrehte, spiralartige Form; die Blätter waren saftig dunkelgrün. Er stand lange Zeit am Fenster in meinem Wohnzimmer. Wirklich gewachsen ist er allerdings an dieser Stelle nicht. Ich dachte schon, der Bonsai geht ein und wird kaputt. Es wurde ein erster Rettungsversuch unternommen, indem der Bonsai in die Wohnung der Eltern kam. Die haben einen großen Wintergarten, wo er einen perfekten Platz in der Sonne erhielt. Seither wächst der Bonsai, als gäbe es keinen Morgen. Scheinbar war der Platz beim Wohnzimmerfenster nicht so ideal.
Das war vor etwa zwei Jahren. Es kommen immer wieder neue Ästchen hervor, es wachsen Blätter aus zuvor tot geglaubten Ästen; der Bonsai hat in der Zeit wirklich neues Leben bekommen. Großartig. Doch vor ein paar Wochen sind mir an der Unterseite der Blätter weiße Pünktchen aufgefallen. Nach Konsultation mit Bonsaiexperten J. handelt es sich hierbei wahrscheinlich um irgendwelche Läuse oder dergleichen. Es folgte die zweite Rettungsaktion. Erst wurde der Bonsai über zwei Wochen hinweg immer wieder mit einem entsprechenden Insektenbekämpfungsmittel behandelt, damit die Blätter von den Läusen befreit sind. Anschließend haben wir ihn neu eingetopft.
Die Wurzeln sind nicht allzu ausufernd, deshalb durfte er in dem schönen, großen Steintopf bleiben. Trotzdem wurden die Wurzeln etwas gekürzt, viel von der alten Erde abgeklopft und alles ordentlich ausgewaschen. Keine Chance, den Läusen. Die Kur scheint geholfen zu haben. Die Blätter wirken saftiger denn je und haben keine weißen Pünktchen mehr auf der Unterseite. Es kommen weiterhin stetig neue Äste und Blätter hervor. Der Bonsai ist wirklich schön und wächst hoffentlich noch über viele Jahre. Ein hübscher, junger Baum und bereits jetzt mit einer aufregenden Geschichte.
