Schokolierte Aliens

Nachdem ich meinen MCU-Rewatch fürs Erste beendet habe, ist nun wieder Zeit für andere Filme. Die Texte zum Rewatch des »Marvel Cinematic Universe« erscheinen weiterhin jeden Samstag. Natürlich fehlen noch die Filme, die dieses Jahr erst im Kino erscheinen. Aber fürs Erste bin ich mit den Marvel-Filmen durch und habe zu jedem einen mehr oder weniger langen Text geschrieben. Es ist immer schön, Projekte zu beenden. So kann man sich wieder anderen Dingen zuwenden. Wie zum Beispiel Filme, die 2024 und 2023 herausgekommen sind, die ich allerdings noch nicht gesehen habe.

Zum einen wäre das »Alien: Romulus«. Als ich vergangenes Jahr den Trailer zum Film sah, war ich durchaus angetan. Es hat stark an den ersten Film der Reihe erinnert. Als würde die Reihe zurück zu ihren Wurzeln gehen. Horrorelemente stehen hier klar im Zentrum. Romulus ist zwischen dem ersten und zweiten Teil der Reihe angesiedelt und spielt auf der Raumstation »Renaissance«. Diese ist in zwei Hälften aufgeteilt: Romulus und Remus. Auf dieser Raumstation wurde ein Kokon untersucht, der von der Nostromo geborgen wurde. Natürlich hat das Alien in dem Kokon überlebt und sich auf der Station eingenistet.

Die Hauptcharaktere des Films befinden sich in der Kolonie des Planeten, über dem die Reste der Raumstation Renaissance sich gerade befinden. Die Raumstation droht allerdings in die Ringe des Planeten zu stürzen und dadurch zerstört zu werden. Doch die Gruppe will sich zuvor noch die Cryo-Pods holen, damit sie von dem Planeten fliehen und zu Yvaga III durchschlagen können. Die Reise dauert 9 Jahre. Die Zeit im Cryoschlaf verbringen zu können, ist da sicherlich angenehmer. Die Kolonie wird natürlich vom Unternehmen Weyland kontrolliert und zwingt ihre Arbeiter*innen über Jahre hinweg, für sie zu arbeiten. Eine Flucht wirkt da äußerst attraktiv.

Die Gruppe aus unterschiedlichsten Charakteren passt perfekt zusammen. Cailee Spaeny als Rain, David Jonsson als Andy, Archie Renaux als Tyler, Isabela Merced als Kay, Spike Fearn als Bjorn und Aileen Wu als Navarro. Die Schauspieler*innen verkörpern ihre Rollen mit Leidenschaft, die ansteckt. Natürlich sind nicht alle Charaktere sympathisch, aber das verleiht dem Film die notwendige Dynamik und macht Freude beim Zuschauen. »Alien: Romulus« ist äußerst spannend gemacht und weiß besonders am Ende mit schockierenden Bildern zu überzeugen. Es gibt ein Wiedersehen mit alten Bekannten und unsere Protagonist*innen müssen nicht nur gegen ein Alien ankämpfen. Für mich ist »Alien: Romulus« eine gelungene, späte Fortsetzung des ersten Teils. Handwerklich gut gemacht, die Effekte sehen zum Hinknien aus und das bei einem vergleichsweise kleinen Budget. Ich bin froh, den Film endlich nachgeholt zu haben.

Einen weiteren Film, den ich endlich nachgeholt habe, war der 2023 erschienene »Wonka« mit Timothée Chalamet in der Hauptrolle. Der Film versteht sich als eine Art Prequel zum 1971 erschienenen »Willy Wonka & the Chocolate Factory«. Ich muss gestehen, diesen nie gesehen zu haben. »Wonka« ist ein halbes Musical und zeichnet sich durch ein in meinem Verständnis typisches Überzeichnen der Charaktere aus, besonders der Gegenspieler unserer Protagonist*innen. Doch der Kern stimmt und die Geschichte ist mitreißend gemacht. Er hätte für meinen Geschmack noch einen Hauch kürzer sein können, weil die Handlung doch sehr vorhersehbar ist. Natürlich weiß man, wie der Film endet, doch die Meilensteine, die die Charaktere durchmachen, sind schon arg typisch.

Nichtsdestotrotz ist es ein gut gemachter, unterhaltsamer Film. Die Songs sind stimmig, gut performt und die Tanzeinlagen sind kreativ gestaltet. Musicals sind ja nicht für jeden etwas, aber wer dem Genre etwas abgewinnen kann, ist bei »Wonka« sicherlich gut aufgehoben.