Account Management

Immer mal wieder kümmere ich mich um all die Accounts, die ich über die Jahre auf unzähligen Webseiten angelegt habe. Sobald man irgendwo bestellen oder einfach nur auf Informationen zugreifen möchte, wird man bedrängt, einen Account anzulegen. Man lässt es über sich ergehen, meistens. Es sind ja nur ein paar Klicks. Es könnte ja praktisch sein. Dann bekommt man Werbemails, von denen man sich wieder aktiv abmelden muss. Wenn man die Seite dann nie wieder besucht, liegen auf irgendeinem Server die eigenen Daten herum. Wie diese gespeichert werden, ob sie sicher sind oder alle möglichen Interessierten darauf Zugriff haben? Wer weiß das schon.

Hinzu kommt, dass das Rückgängigmachen von solchen Anmeldungen meist sehr aufwendig ist. Mittlerweile haben zum Glück viele Seiten einen dedizierten Button, um angelegte Accounts wieder zu löschen. Bei anderen muss man eine Mail schreiben. Manche reagieren darauf nicht. Andere wiederum schreiben zurück, dass der Account gelöscht wurde. Wenn eine einfache E-Mail ausreicht, um das zu erledigen, ist es zwar bequem, aber auch etwas fragwürdig. Kann da jeder eine Mail hinschreiben, dass Account x gelöscht werden soll, oder muss es schon von der im Account hinterlegten Mailadresse sein? Wieder so eine Frage, die sich wahrscheinlich nicht beantworten lässt.

Über die vergangenen Monate und Jahre habe ich immer mal wieder meinen Passwortmanager der Wahl geöffnet, die Sortierung nach Datum aktiviert und von unten angefangen Accounts durchzugehen. Es ist mühsam und es sind sehr viele. Doch tut es gut, die eigenen Daten von diversen Services löschen zu lassen. Alles werde ich natürlich nicht erwischen, aber zumindest vieles. Immerhin ist man schon sehr lange im Internet unterwegs. Bevor es überhaupt Passwortmanager gab. Auf jeder Seite hat man dasselbe Passwort benutzt. Bis man irgendwann schlauer war. Manche dieser Seiten gibt es schon gar nicht mehr. Was dann mit den Daten passiert ist? Keine Ahnung.

Jedenfalls ist das Löschen von Accounts Teil meines Projektes, behutsamer mit meinen Daten umzugehen. Genauso wie ich so wenige Daten wie möglich auf amerikanischen Servern liegen haben möchte. Natürlich ist es in gewisser Weise ein Kampf gegen Windmühlen. Doch ignorieren kann und sollte man es nicht. Womit ich mich auch noch beschäftigen möchte, sind Löschdienste. Also diejenigen Services, die bei Datenbrokern und dergleichen die Löschung meiner Daten beantragen. Incogni begegnet einem immer wieder, weil sie so einige YouTuber sponsern. Aber es gibt auch noch andere.

Privacy ernst zu nehmen und sich damit zu beschäftigen, ist nicht immer leicht, aber ich mache es mittlerweile gerne. Überlege mir sehr genau, welche E-Mail-Adresse ich wo angebe. Welche Daten preisgegeben werden und ob das wirklich notwendig ist. Ein wenig mehr Achtsamkeit kann viel bewirken.