Ich bin sehr froh, mich entschieden zu haben, die letzten beiden Filme zu switchen. Dark Phoenix ist ein schöner Abschluss der Reihe. Auch wenn es natürlich kein perfekter Film ist und so manche Entscheidungen fragwürdig sind, bin ich doch positiv überrascht worden. Seit dem Kino-Release 2019 habe ich Dark Phoenix nicht mehr gesehen. Irgendwie hatte ich im Kopf, dass der Film von den Kritikern und Publikum zerrissen wurde. Doch so schlecht fand ich ihn gar nicht. Vor allem das letzte Bild gefällt mir ausgezeichnet.
Wir befinden uns nun in den 90ern. Es ist der vierte Film mit diesem Cast und wir haben vier Jahrzehnte durchgenommen. Ich mag es, dass die Schauspieler*innen nicht künstlich gealtert wurden oder all die Ereignisse in nur wenigen Jahren stattfinden. So ist es näher an den Comics. Auch dort verändern sich die Charaktere nicht wirklich. Klar sehen sie mal anders aus, haben andere Kostüme oder werden von anderen Künstler*innen gezeichnet, was den gesamten Look ändert. Aber wirklich altern, tun sie nicht wirklich. Es gibt Ausnahmen, aber Zeit ist äußerst relativ in Comics. Es ist toll, dass die Filme dieses Konzept aufgreifen.
Die Geschichte an sich gefällt mir grundsätzlich gut. Ich mag es, dass sie sich wirklich auf Jean und die Phoenix-Force konzentrieren. The Last Stand litt unter dem Subplot rund um die Heilung, Jean war dort nur ein Nebenprodukt. Doch hier fokussiert sich die Handlung voll und ganz auf sie. Trotzdem ist es zu wenig Zeit, um eine solch komplexe Geschichte zu erzählen. Ursprünglich sollte Dark Phoenix ein Zweiteiler werden und ich denke, das hätte dem Film und seinen Charakteren sehr gutgetan. Es ist eine komplexe, weitreichende Geschichte mit vielen involvierten Parteien. Knapp zwei Stunden sind da etwas wenig.
Es fehlt der emotionale Anker. Ich bin mir nicht sicher, ob es am Drehbuch liegt oder die Schauspieler*innen nicht mehr wirklich Lust auf diese Charaktere hatten, die sie nun schon so lange spielen, aber mir fehlt die Verbindung zu ihnen. Natürlich gibt es Momente, in denen dies gelingt. Die meisten Dialoge wirken aber zu überstürzt und unnatürlich. So als wüssten die Charaktere, dass sie nur zwei Stunden Zeit hätten, um viel Handlung abzubilden. Zudem sind die Bösewichte und Gegner sehr zweidimensional. Wer sind sie? Was ist ihr Ziel? Was wollen sie mit dieser kosmischen Macht wirklich erreichen? Am Ende sind sie nur Kanonenfutter.
Ich bin etwas hin- und hergerissen, weil ich Dark Phoenix eigentlich gut finden möchte, aber er macht es mir nicht leicht. Immerhin ist es der letzte Film dieser Reihe und mein Adieu an die X-Men-Filme. Natürlich schaue ich sie mir weiterhin gerne an, doch dieser Rewatch, mit allem, was dazugehört, war eben doch etwas Besonderes. Es macht mir wirklich eine Freude, nicht nur die MCU-Phasen zu schauen, sondern noch links und rechts einiges mitzunehmen. Seien es die verschiedenen Spider-Man-Interpretationen, die X-Men-Filme oder was mir eben noch so zwischen die Finger kommt.
Immerhin ist die letzte Einstellung eine, die wirklich gut gefällt. Charles und Erik sitzen in einem Café in Frankreich und spielen Schach. Nach allem, was sie durchgemacht, was sie sich gegenseitig und der Welt angetan haben, verbindet sie doch ein gemeinsames Ziel und eine innige Freundschaft. Es ist ein schönes und hoffnungsvolles Bild. James McAvoy und Michael Fassbender haben sich diese Charakter zu eigen gemacht und ihnen ihren Stempel aufgedrückt. Sie sind fantastische Schauspieler, und ich mag ihre Interpretationen. Vielleicht sehen wir sie ja irgendwann einmal wieder in diesen legendären Rollen.