Es fällt mir schwer, Dinge zu kommentieren. Zumindest in den Weiten des Internets. Das mag für jemanden, der einen täglichen Blog schreibt, etwas widersprüchlich klingen, doch es ist so. Die Anzahl an Kommentaren, die ich bei YouTube abgegeben habe, kann ich an einer Hand abzählen. Recht viel mehr Mails an Podcaster oder dergleichen habe ich auch nicht geschrieben. Dabei kommen mir gelegentlich Ideen, die ich entweder mitteilen möchte, oder ich möchte mich für die tollen Inhalte bedanken, die produziert werden.
Bei BlueBrixx bin ich beispielsweise um die Community sehr froh, die sich rege in den Kommentarspalten unterhält und nach bestimmten Sets fragt und nachhakt. Manche könnten einen netteren Ton anschlagen, aber ich denke, das meiste kommt aus dem Wunsch heraus, bessere Sets zu haben und Ideen zu liefern. Ich bin dankbar für die Menschen, die sich an den Diskussionen beteiligen. Genauso in den Foren von ThePod. Ich bin dort zwar angemeldet und lese gelegentlich mit, aber schreibe dort nichts. Ich denke, das kommt aus der einseitigen Beziehung heraus, die man mit diesen Personen hat.
Man kann ein Projekt Jahre, manchmal Jahrzehnte begleiten, ohne sich dort zu melden. Das ist auch vollkommen in Ordnung. Entweder es macht einfach nur Laune zuzuhören, unterstützt auf finanzielle Art und/oder ist mit dem, was produziert wird, zufrieden und vertraut auf die Talente derjenigen Personen, die dahinterstehen. Manches Mal stellt sich ein sehr vertrautes Gefühl ein, das sich nicht vermeiden lässt und zu einem gewissen Grad in Ordnung ist. Durch das regelmäßige Zuhören glaubt man, man kenne die Personen. Das ist natürlich falsch. Man kennt lediglich einen ganz bestimmten Ausschnitt und erfährt nur das, was sie den Zuhörer*innen auch wirklich mitteilen wollen. Die Grenze verschwimmt allerdings manchmal.
Deshalb fällt es mir schwer, Nachrichten zu schreiben oder zu kommentieren. Ich bin mir der asynchronen Beziehung sehr bewusst. Ich möchte nicht, dass meine Nachrichten zu persönlich erscheinen, Grenzen überschreiten oder dergleichen. Ein professioneller, doch nahbarer Abstand ist hier gefragt. Zumindest aus meiner Sicht. In einem Forum kann man sich natürlich besser und ungezwungener austauschen, aber das war schon zu den Hochzeiten von Foren nicht mein Kommunikationsmittel der Wahl. Wenn, dann schreibe ich lieber E-Mails und damit dedizierte Nachrichten zu einer Thematik, die mich gerade beschäftigt, oder wenn nach speziellem Feedback gefragt wurde.
Vielleicht denke ich zu viel darüber nach und sollte einfach die Nachrichten schreiben und wegschicken. Doch wenn ich mir die Kommentare so anschaue, täte es manchen nicht schlecht, ein wenig mehr darüber nachzudenken, was sie da gerade schreiben. Das Video, der Podcast oder was auch immer man gerade konsumieren mag, richtet sich nicht explizit an eine Person. Sie richtet sich an Hunderte oder Tausende, eben alle, die gewillt sind zuzuhören. Ein Austausch ist schön, die Art und Weise sollte aber dem Kontext entsprechend gewählt werden.