In den vergangenen Monaten habe ich sehr viele Marvel-Filme geschaut. Dazwischen dann noch mehr Marvel-Filme außerhalb des MCU. Das Ergebnis davon und wie ich die einzelnen Filme fand, kann man jeden Samstag hier im Blog lesen. Je mehr man von diesen Filmen schaut (unabhängig von der Qualität des eigentlichen Erzeugnisses), desto mehr fällt einem die schiere Unnötigkeit von After-Credit-Szenen auf. Ich erwische mich immer wieder dabei, dass ich selbst bei herkömmlichen Filmen, die nichts mit Comics zu tun haben, bis ans Ende vorspule, um zu sehen, ob nicht doch eine zusätzliche Sequenz eingebaut wurde. Das muss aufhören.
Am Anfang war es ein nettes Gimmick. Nick Fury tauchte in Iron Man auf, die Avengers haben Shawarma gegessen und in Fluch der Karibik klaut der Affe ein Goldstück. Wunderbar. Aber wir haben das Spiel durch. Es gibt nichts mehr Originelles, was man nach 20 Jahren damit anstellen könnte. Wir brauchen eine Pause von diesem leidlichen Kunstgriff. Ich glaube, wir sind in einer Spirale gelandet. Denn wenn wir ehrlich sind, erwarten wir ja, dass nach dem Film etwas kommt. Marvel hat uns abgerichtet, wie den Pawlowschen Hund. Sobald wir Credits über den Bildschirm huschen sehen, läuft der Sabber schon am Mund hinab, in höchster Vorfreude auf einen Leckerbissen. Die Filmemacher fühlen sich auf der anderen Seite wahrscheinlich fast schon verpflichtet, sich irgendwas aus den Haaren zu ziehen. Doch sie waren es doch, die uns darauf trainiert haben.
Ich möchte Filme schauen, ohne mich zu fragen, ob am Ende noch etwas kommt. Ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen, vor Ende des Abspanns aus dem Kino zu gehen. Zu Hause googelt man dann, ob wirklich nichts mehr gekommen ist, nur um festzustellen, dass man etwas verpasst hat. Natürlich ist das auch ein bisschen FOMO, aber es muss doch nicht sein. Wenn noch eine Szene, ein kleines Schmankerl den Zuschauer*innen dargereicht werden soll, dann reicht es vollkommen aus, das als Mid-Credit-Szene zu tun. Das ist aber auch schon das Höchste der Gefühle. Wenn wir ehrlich sind, tragen die meisten dieser Ergänzungen nichts zur Geschichte bei oder sind auch nur annähernd so gut wie die ersten ihrer Art. Es wird Zeit, die After-Credit-Szene unauffällig hinter den Schuppen zu bringen.