Es ist drei Wochen her, seitdem ich den letzten Text geschrieben habe. Ich hatte drei Wochen Urlaub, viel geplant und wollte die Zeit für eine kleine kreative Pause nutzen. Für diese Zeit hatte ich ausreichend Texte vorbereitet. Unter anderem die »XCU Rewatch«-Reihe, wo ich dreizehn Tage lang jeden Tag einen X-Men-Film besprochen habe. Nun möchte ich aber wieder in das tägliche Schreiben zurückfinden.
In den drei Wochen Urlaub ist viel passiert. Vieles war geplant, aber so manches hat mich auch überrascht. Geplant war unter anderem ein 12-Tages-Trip nach Island mit Freund C. Wir machten einen Roadtrip um die Insel, eine Gletscherwanderung und hatten diverse Programmpunkte in Reykjavik, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Insbesondere ein Besuch im Penismuseum (oder »The Icelandic Phallological Museum«, wie es offiziell heißt). Ich denke, ich werde in den nächsten Wochen immer mal wieder ausschnittsweise davon berichten. Solch ein Abenteuerurlaub mit derart vielen Eindrücken und Erlebnissen möchte entsprechend gewürdigt werden. Also mache ich mir ein Fotobuch. Aber natürlich wäre es nicht mein Fotobuch, wenn nicht ebenso diverse Texte darin Platz finden würden. So kann ich das Geschehene nicht nur verarbeiten und Revue passieren lassen, sondern habe ein nettes Zeitdokument, in dem ich immer wieder blättern kann.
Nach Island war erst einmal Entspannung angesagt. Wobei das relativ ist. Viel Wäsche wollte gewaschen werden, und auch sonst waren die vier darauffolgenden Tage gut gefüllt. Unter anderem habe ich zwei Tage genutzt, um mal wieder »Lord of the Rings« anzuschauen. Die Trilogie habe ich schon mindestens zwei Jahre nicht mehr angeschaut und das darf nicht sein. Ein jährlicher Rewatch muss schon sein. Da das letzte Mal bereits länger her ist, war das erneute erleben eine regelrechte Tour de Force. Für mich sind die drei Filme stets eine emotionale Reise. Besonders nach Island und nach einer längeren Pause war dies umso mehr der Fall. Es sind und bleiben die besten Filme, die je gemacht wurden.
Dann habe ich mich zwei Tage in das DLC von »Lies of P« geworfen. Dieses wurde überraschenderweise veröffentlicht, ohne dass man vorher ein Datum wusste. Dies geschah während des »Playstation State of Play« als shadow drop. Zum DLC habe ich mir dann gleich noch günstig ein Jahr PS Plus Extra geklickt. Das DLC habe ich in zwei Tagen durchgeprügelt. Ich war nicht wirklich darauf eingestellt, es jetzt zu spielen, deshalb war ich etwas zwiegespalten. Zum einen ist die Geschichte dahinter fantastisch, das Design atemberaubend und die neuen Gegenden bzw. Bosse äußerst kreativ. Allerdings wollte ich mich nicht online spoilern lassen. Also Augen zu und durch. Ich hatte keine Lust, mich in die Bosse hineinzudenken und das Parieren wieder zu lernen. Bis zum finalen Boss bin ich gekommen. Diesen meistere ich aber bei einem erneuten Playthrough, wenn ich mehr im Spiel drin bin. Trotzdem eine grandiose Ergänzung.
Nach diesen vier mehr oder weniger entspannenden Tagen, die nicht nur eine emotionale Reise in sich hatten, ging es auch schon zum nächsten Ausflugspunkt. Mit Freund J. stand ein Zweitagestrip an. Erster Programmpunkt war das KZ Mauthausen. Wir hatten beide schon länger vor, das Konzentrationslager zu besuchen. Zwar war jeder von uns mit der Schule schon einmal dort, aber das liegt nun auch mehrere Monde zurück. Als Erwachsener, mit mehr Hintergrundwissen und Erfahrung, hat man sicherlich noch einmal einen anderen Zugang zum Thema. Vielleicht schreibe ich auch hierzu noch einen eigenen Text. Nur so viel: ein Besuch ist wirklich empfehlenswert und lohnt sich. Vor allem sollte man sich Zeit nehmen, die Orte und Räume auf sich wirken lassen. Das ist mit dem Audioguide, den wir uns ausgeliehen haben, besonders gut möglich, da man selbst das Tempo bestimmt. Wir beide haben neue Dinge gelernt. Es ist natürlich nicht immer einfach, trotzdem ist es wichtig, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Über sechs Stunden waren wir drin. Und das hat es auch gebraucht. Anschließend ging es nach Enns und Steyr. Beides schöne Städte, auf ihre ganz eigene Art. Enns ist klein und das Zentrum hat spannendes zu bieten. Steyr, deutlich größer und fast so schön wie Salzburg, hat mich am meisten von diesen beiden Städten überrascht. Wirklich tolle Ausflugsziele.
Nach diesen zwei Tagen, die es nicht nur auf der emotionalen Ebene in sich hatten, sondern in denen einige Kilometer zurückgelegt wurden (zu Fuß und mit dem Auto), benötigte ich erst einmal eine Pause. Den Tag danach habe ich nichts gemacht. Ich bin nur zwischen Esszimmer und Wohnzimmer hin und her gependelt und war nur einmal kurz draußen, um die Bio-Mülltonne für die Entleerung am nächsten Tag an die Straße zu bringen. Ansonsten habe ich mir den ganzen Tag YouTube-Videos angesehen und nebenbei etwas Elden Ring gespielt. Wobei es nur ein YouTube-Video war, wenn man es genau nimmt. Denn während des Urlaubs ist natürlich auch noch der »Elden Ring«-Ableger »Nightreign« erschienen. Der Creator Bushy (gemeinsam mit zwei Kumpels) hat anlässlich der Veröffentlichung einen 26-stündigen Stream veranstaltet. Den habe ich mir in den Tagen vor Mauthausen/Enns/Steyr schon angefangen zu schauen. An meinem faulen Tag habe ich diesen dann zu Ende geschaut. Großartige Unterhaltung.
Die letzten drei Tage des Urlaubs bestanden schließlich daraus, Spaziergänge zu machen, Podcasts zu hören, auf der Terrasse zu sitzen und etwa diesen Text zu verfassen oder im Whirlpool zu sitzen. Ich habe viel Elden Ring gespielt und die vergangenen zweieinhalb Wochen auf mich wirken lassen. Ein erfolgreicher, abwechslungsreicher und grandioser Urlaub. Es ist ewig her, dass ich drei Wochen durchgehend Urlaub hatte und das nächste Mal wird wohl etwas auf sich warten lassen. Ich bin froh und dankbar, dass ich mir das leisten konnte. Jetzt heißt es allerdings erst einmal in den (Arbeits-)Alltag zurückzufinden. Aber das auch nicht zu schnell, immerhin ist es eine kurze Woche und es steht ein langes Wochenende bevor. Man will sich ja nicht gleich überanstrengen.

