Es ist Donnerstag und das bedeutet, wir werfen einen Blick in die Vergangenheit. Genauer gesagt auf den 31. August 2016. An dem Tag erschien auf meinem damaligen Blog »Geek-Planet«, den es heute nicht mehr gibt, der folgende Text. Doch auch wenn es den Blog nicht mehr gibt, sollen meine alten Texte auffindbar sein. Deshalb suche ich einmal pro Woche einen Text heraus, redigiere diesen etwas und versehe ihn mit einer kleinen Einleitung.
Ich bin sehr froh, dass ich mich entschieden habe, die alten Texte noch einmal durchzulesen und mit Hilfe des tollen Programms LanguageTool Korrekturen durchzuführen. Es haben sich schon einige peinliche Tipp- und Rechtschreibfehler eingeschlichen, die sich leicht hätten vermeiden lassen. Aber damals habe ich noch ohne Korrektursoftware gearbeitet und man selbst übersieht immer wieder etwas. War die Rezension des letzten Buches von The Walking Dead noch sehr viel ausführlicher, fällt es bei Book 4 deutlich weniger detailliert aus. Aus heutiger Sicht würde ich mir wünschen, dass gewisse Aspekte deutlicher hervorgehoben oder mit mehr Tiefgang diskutiert werden. So verblassen manche „schockierende“ Momente in der Besprechung des Comics. Das ist mir beim vorhergehenden Buch etwas besser gelungen.
Wie bereits im Wochenrückblick erwähnt, wurde es an der Zeit, mal wieder mit The Walking Dead weiterzumachen. Vor allem auch deshalb, weil ich damals, als ich mit dem Comic angefangen habe, gleich neun Hardcover-Sammlungen gekauft habe. Bevor diese zum Staubfänger werden, muss ich sie lesen und reviewen. Also, los geht’s.
- Creator, Writer: Robert Kirkman
- Penciler, Inker, Cover: Charlie Adlard
- Gray Tones: Cliff Rathburn
- Letterer: Rus Wooton
- Erstveröffentlichung: 2008
- Ausgaben: #37 – #48
“It´s a girl.” – Alice
Wenn man so ein paar Monate nach dem Ende der sechsten Staffel bei Book Four einsteigt, muss man sich erst wieder daran gewöhnen, welche Umstände vorherrschen. Wir sind im Gefängnis und das Leben hat eine Art Normalität erreicht, wenn das überhaupt möglich ist. Hershel pflanzt diverse Gemüsesorten an, es finden Schusstrainings statt und man lebt sich ein; erholt sich von vergangenen Ereignissen.
Was mich doch sehr überrascht hat, ist, wer noch alles lebt. Vor allem im Unterschied zur Serie. Doch nicht nur das hat mich mehr oder minder kalt erwischt: Mir war gar nicht mehr bewusst, wie unterschiedlich die einzelnen Charaktere porträtiert werden. Hier treffen wahrlich Welten aufeinander. Doch schnell gewöhnt man sich wieder an die vorherrschenden Umstände und begleitet die Charaktere.
Der Titel des ersten Handlungsbogens lautet „the calm before“ und genau das wird geboten. Wir begleiten unsere Protagonisten in ihrem Alltag im Gefängnis und wie sie mit den verschiedenen Herausforderungen umgehen, denen sie tagtäglich begegnen. Ich persönlich schätze solche Momente, vor allem in so einem Comic, da es die Möglichkeit eröffnet, die einzelnen Charaktere näher kennen zu lernen und sie vielleicht so zu erleben, wie sie vor dem Virus waren. Doch diese „Normalität“ ist auch gefährlich, denn man gewöhnt sich an die angebliche Sicherheit und manche planen sogar eine Familie. Wie schnell sich aber die Umstände ändern können, wird spätestens in der zweiten Story-Arc „made to suffer“ klar. Der Governor hat sich langsam von den Verletzungen erholt, die ihm Michonne zugefügt hat, und plant seine fürchterliche Rache. Mich überrascht, wie blind die Bewohner der Stadt sind – oder sie ignorieren es nur erfolgreich. Doch der Governor schafft es, es ihnen so zu verkaufen, als seien die anderen die Bösen und deshalb müssten sie das Gefängnis erobern und dessen Bewohner vom Angesicht der Erde tilgen.
Wie dann die einzelnen Angriffe vonstattengehen, finde ich ausgezeichnet umgesetzt und ich glaube, dass es tatsächlich so hätte ablaufen können. Manche Bluffs gehen auf, andere wieder nicht. Und wenn alle Stricke reißen, handelt der Governor sehr impulsiv und will unsere Protagonisten einfach nur vernichten.
Wie viele dann aber wirklich gestorben sind und wer überlebt hat, bleibt bis zum Ende nicht ganz klar. Aber eines war dann doch schockierend, denn der Comic traut sich, einen Schritt zu gehen, den die Serie nicht gemacht hat: Nicht nur Lori stirbt, sondern auch das Baby. Es gibt natürlich immer noch eine Chance, dass Judith überlebt hat, doch es ist wirklich nur eine winzige. Es bleibt spannend. Die Gruppe ist zerstreut und Rick und Carl müssen sich wieder in der Wildnis durchschlagen, ohne viele Vorräte.
In gewisser Weise gefällt mir der Comic besser als die Serie, da die Charaktere unterschiedlicher und besser ausgehandelt sind. Zudem gibt es mehr von den ruhigen Momenten, die zwar immer mal wieder durchbrochen werden, aber der Fokus liegt etwas anders und ist sehr erfrischend. Mal sehen, wohin es in Book Five gehen wird.