Es klang alles so einfach. Oder zumindest reizvoll. Es ist mir auch immer noch ein Anliegen, allerdings erscheint es wie ein Berg, der äußerst anstrengend und aufwendig wird, zu erklimmen. Während ich mit Freund C. 12 Tage in Island verbrachte, hatte ich diese romantische Vorstellung eines Fotobuchs. Darin sollen nicht nur die schönsten, besten, lustigsten und spontansten Fotos Platz finden, sondern ebenso sollen Geschichten und Anekdoten festgehalten werden. Eine Art Reisebericht, den ich immer wieder aus dem Regal holen kann. Digitale Fotos sind wunderbar und manche Tools zeigen einem immer wieder Ereignisse aus der Vergangenheit, die man schon vergessen hat, deren man sich allerdings stets gerne erinnert.
Doch die Nachbereitung des Urlaubs kämpft gegen den Alltag an. Fotos wollen sortiert und ausgewählt werden. Manche davon, besonders diejenigen, die ich mit der Sony-Spiegelreflexkamera gemacht habe, möchte ich vielleicht nachbearbeiten, damit sie noch etwas mehr Pep haben. Dann sind natürlich noch die Texte zu schreiben. Worüber will ich überhaupt schreiben? Welche Ereignisse möchte ich ausführlicher schildern, was ist mir wichtig und was behalte ich lieber so in Erinnerung? Es ist ein Projekt, das ich zwar an sich gerne mache, das aber auch viel Zeit kostet. Doch wie bei jedem größeren Vorhaben ist es wichtig, sich nicht demotivieren zu lassen. Das Ziel, irgendwann das Buch in der Hand zu halten und vielleicht ein oder zwei Exemplare zu verschenken, liegt irgendwann in der Zukunft.
Das Wichtige ist, dran zu bleiben. Immer mal wieder ein bisschen was erledigen. So wie dieser tägliche Blog hier. Wenn ich daran denke, jedes Jahr 365 Texte schreiben zu wollen, wird mir jetzt schon schlecht. Doch jeder Tag, an dem ich einen Text schreibe, bringt mich diesem Ziel näher. An manchen Tagen schreibe ich nichts, an manchen Tagen schreibe ich zwei oder drei Texte. Ein gewisser Puffer gibt mir die Freiheit, ohne Druck oder Zwang zu schreiben. Genauso will ich es bei der Urlaubsnachbereitung machen. Jede Woche ein paar Kleinigkeiten erledigen. Sei es, in der Fotos-App am Mac Alben für jeden einzelnen Tag zu erstellen oder die Notizen während des Urlaubs zu digitalisieren. Hier eine nette Erinnerung in ein paar Worten ausformulieren, dort ein paar Fotos ausdrucken, um ein Gefühl dafür zu bekommen.
Es war ein fantastischer Urlaub, ein Abenteuer, an das ich mich gerne länger erinnern und aus dem ich kreative Energie ziehen möchte. Also sollte die Nachbereitung nicht in Arbeit ausarten oder in etwas, das ich glaube, machen zu müssen. Den Prozess genießen. Und so werde ich (hoffentlich) in ein paar Wochen oder Monaten das Ergebnis in der Hand halten.
